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Schiffsbagger sichert sanierten Elbtunnel

Die Abwasserröhre an der Flügelwegbrücke in Dresden soll auch von oben sicher sein. Allerdings gab es in letzter Zeit viele Schwierigkeiten.

Unterhalb der Flügelwegbrücke in Dresden arbeitet dieser Bagger auf dem Schiff. Mit Gestein wird der Flussgrund über dem Abwassertunnel gesichert.
Unterhalb der Flügelwegbrücke in Dresden arbeitet dieser Bagger auf dem Schiff. Mit Gestein wird der Flussgrund über dem Abwassertunnel gesichert. © Torsten Fiedler, Stadtentwässerung Dresden

Dresden. Seit September vergangenen Jahres ist am Fuße der Flügelwegbrücke in Dresden oft ein Schiff zu sehen, auf dem ein Bagger arbeitet. Und das aus gutem Grund. Ein Stück elbabwärts der Brücke führt die linkselbische Dresdner Abwasser-Hauptschlagader unter der Elbe hindurch zum Klärwerk Kaditz. Der zwei Meter hohe Abwassertunnel wurde bis Juni vergangenen Jahres saniert. Er liegt einen Meter unter dem Elbgrund. In der Fachsprache werden solche Rohrverbindungen unter Flüssen als Düker bezeichnet. Das kommt aus dem Holländischen und heißt Taucher.

Ein Blick in die große Abwasserröhre unter dem Elbgrund gleich nach der Sanierung im April 2020. Damals prüften der Chef der Stadtentwässerung Ralf Strothteicher (l.) und Bauleiter Martin Lehmann die neue Kunststoffhülle, die den Tunnel sicher abdichtet.
Ein Blick in die große Abwasserröhre unter dem Elbgrund gleich nach der Sanierung im April 2020. Damals prüften der Chef der Stadtentwässerung Ralf Strothteicher (l.) und Bauleiter Martin Lehmann die neue Kunststoffhülle, die den Tunnel sicher abdichtet. © René Meinig

Als letzter Akt sind dort noch weitere Arbeiten nötig. Damit der Tunnel geschützt ist, wird noch ein 20 Meter breiter und 90 Meter langer Streifen auf dem Elbgrund aufgebracht. Wenn Schiffe ihre Anker werfen, kann dadurch die Röhre nicht beschädigt werden. Zwei Drittel dieses Schutzstreifens aus Richtung des Altstädter Ufers sind fertig, erklärt Heiko Nytsch, Projektleiter der Stadtentwässerung. Industrietaucher hatten zuerst Wasserbausteine versetzt, die vom Schiff aus mit Beton vergossen wurden. Mit dem Elbkies, der vom Grund über dem Abwassertunnel abgebaggert wurde, verfüllen die Wasserbauer die Oberfläche des bereits mit Beton gesicherten Streifens. Insgesamt wird eine etwa 15 Zentimeter starke Kiesschicht aufgebracht.

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Zum Schluss ist jetzt das letzte Drittel auf der Neustädter Elbseite an der Reihe, erläutert Nytsch. Doch die Arbeiten haben sich verzögert. Ein Grund dafür war, dass bei Niedrigwasser im November eine Woche lang nicht gearbeitet werden konnte. Zudem konnte bei starkem Frost nicht betoniert werden. Hinzu kam, dass zuletzt vier Wochen lang der Elbpegel zu hoch war. Denn er darf nicht über 2,1 Meter sein. Deshalb konnten die Arbeiten erst ab Anfang dieser Woche fortgesetzt werden. Geplant ist, sie bis Ende April abzuschließen.

Seit dieser Woche kann der Bagger wieder arbeiten. Davor war der Elbpegel zu hoch.
Seit dieser Woche kann der Bagger wieder arbeiten. Davor war der Elbpegel zu hoch. © Torsten Fiedler, Stadtentwässerung Dresden

Die Abwasserröhre unter dem Elbgrund hat für Dresden eine große Bedeutung. Durch sie fließt bei Starkregen das Abwasser des Altstädter Hauptkanals unter der Elbe hindurch. Denn in diesem Fall reicht das kleinere, 1,1 Meter starke benachbarte Rohr nicht mehr aus. Die Stadtentwässerung hatte rund 4,8 Millionen Euro für die Sanierung investiert. In die 114 Jahre alte und insgesamt 340 Meter lange Röhre sind zwei mit Polyesterharz getränkte Nadelfilzschläuche eingezogen beziehungsweise eingestülpt worden. Danach wurde Wasser in der Röhre auf 87 Grad erhitzt, sodass das Harz aushärtete und der Abwassertunnel eine neue feste Hülle bekam. In der Fachsprache nennt sich das Inliner.

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Die Sanierung der Röhre war dringend nötig. Denn sie war in äußerst schlechtem Zustand. Am Altstädter und Neustädter Ende besteht die Röhre aus Beton, im Anschluss und unter der Elbe auf insgesamt 230 Metern Länge aus Stahl. Der Beton wies große Poren, Ausblühungen und Risse auf. Zum Teil drückte Grund- und Elbwasser durch die schadhaften Stellen. Nicht besser sah es im langen Stahlrohr aus. Besonders im unteren Teil war es am Boden verrostet. Die Stadtentwässerung hatte das Rohr vermessen lassen. Die einstige Wandstärke des Dükers von 22 Millimetern war um mehr als zehn Millimeter geschrumpft.

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