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Smart City Index: Dresden landet bei bundesweitem Vergleich auf Platz 3

81 Städte und fünf Kategorien spielen eine Rolle beim Smart City Index. Dresden ist in drei Kategorien besonders gut, aber es gibt auch noch Verbesserungspotenzial.

Von Christoph Springer
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Dresden ist nicht nur eine lebenswerte Stadt, sondern auch eine ziemlich "smarte". Im "Smart City Index" konnte sie sich nun um drei Plätze verbessern.
Dresden ist nicht nur eine lebenswerte Stadt, sondern auch eine ziemlich "smarte". Im "Smart City Index" konnte sie sich nun um drei Plätze verbessern. © Sven Ellger

Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt hat es geschafft: Sie gehört beim bundesweiten "Smart City Index" nicht nur zu den besten zehn deutschen Großstädten, sondern hat sogar noch Plätze gut gemacht. Drei sind es, Dresden ist von Platz sechs auf Platz drei vorgerückt, also erstmals auf dem "Treppchen" gelandet.

Dresden zwischen zwei Millionenstädten

Alter und neuer Sieger ist Hamburg. Zum insgesamt vierten Mal belegt die Stadt den Spitzenplatz. Die Hafenstadt "büßt aber stark an Vorsprung ein", so die Verantwortlichen des Rankings vom Bitkom e. V., dem Verband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, der das Ranking erstellt.

Insgesamt seien die Spitzengruppe, zu der auch Dresden gehört, und die Verfolger enger zusammengerückt. Oldenburg nimmt Dresden dabei einen Titel vom letzten Jahr ab. Damals war die sächsische Landeshauptstadt mit einer Verbesserung von 18 Plätzen der "Aufsteiger des Jahres".

Hamburg verteidigt den Spitzenplatz mit 86,1 von 100 möglichen Punkten, unmittelbar dahinter liegt in diesem Jahr erstmals München mit 85,3 Punkten - im vergangenen Jahr noch Vierter der zehn besten Städte. Das Podium komplettiert nun Dresden mit etwas Abstand und 81,6 Punkten - einer Verbesserung um drei Plätze.

Es geht aber auch in die andere Richtung: Das 2021 zweitplatzierte Köln und die Nummer 3 Karlsruhe verlieren dafür, sie rutschen aus den Podiumsrängen. Neu unter den besten zehn sind Nürnberg (Platz 6), Aachen (7) und Düsseldorf (9.)

In keinem Einzelkriterium auf Platz 1

"Der Smart City Index zeigt den Fortschritt bei der Digitalisierung der deutschen Großstädte", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Keine Stadt sei bei der Digitalisierung im Vergleich zum Vorjahr zurückgefallen, überall sei das Niveau gestiegen. Beim Tempo aber zeigten sich zum Teil deutliche Unterschiede. "Die Spitze ist breiter geworden." Das heißt, Hamburg landete 2021 noch in vier von fünf Kategorien auf Platz 1, in diesem Jahr gibt es in jeder Kategorie eine andere Gewinnerstadt.

Allerdings schaffte es Dresden in keiner der fünf Kategorien auf den Spitzenplatz. Analysiert haben die Macher alle 81 deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Im Blick waren dabei fünf Themenbereiche: Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft.

Innerhalb dieser Bereiche gibt es 36 sogenannte Indikatoren, in die wiederum 133 Parameter einfließen. Zu diesen Parametern gehören etwa der Online-Bürger-Service, Fahrzeug-Sharing-Angebote, Umweltsensorik und die Frage, ob und wo Breitband verfügbar ist.

Die Verwaltung muss besser werden

In keinem Themenbereich hat Dresden schlecht abgeschnitten. Schließlich wurden 81 Städte verglichen und die schlechteste Platzierung beim Vergleich der Kategorien ist ein 16. Rang. Den bekam die Stadtverwaltung für ihren Stand bei der Digitalisierung. Das heißt, dort ist noch am meisten zu tun und dort gibt es zugleich das größte Verbesserungspotenzial.

Etwas besser schnitt Dresden in der Kategorie Energie und Umwelt ab, aber für einen Top-10-Platz reichte es auch da nicht. Es wurde der 14. Rang. Zu den Top-Städten gehört Dresden in den drei weiteren Kategorien IT und Kommunikation, Mobilität und Gesellschaft.

Zum Thema Gesellschaft gehören Indikatoren wie die Öffentlichkeitsbeteiligung in Dresden und das Stadtratsfernsehen, also die Live-Übertragung von Stadtratssitzungen im Internet. Außerdem punktet Dresden bei diesem Indikator zum Beispiel mit seinem interaktiven Stadtplan, mit seinen Gründungszentren und offen verfügbaren Datensätzen im Internet, wie etwa den jederzeit nachlesbaren Corona-Zahlen. Beim Thema Gesellschaft kam die Stadt auf den zweiten Platz.

Dresden könnte Top-Platz verlieren

Der Smart City Index zeuge von einer hohen Dynamik in der Digitalisierung der Städte, stellen die Macher der Untersuchung fest. Eine gute Platzierung sei kein Garant für ein gutes Abschneiden auch im kommenden Jahr, betont Verbandspräsident Berg. Er nennt auch die wichtigsten Punkte, die dabei eine smarte Stadt ausmachen: "Erfolgsfaktoren für eine Smart City sind ein engagiertes Rathaus, eine Digitalstrategie, klare Strukturen, ein starkes lokales Netzwerk und das Engagement der Bevölkerung."

Dresden muss sich daran messen und sollte es 2023 nicht gelingen, den Rang auf dem Siegerpodest zu verteidigen oder sogar noch besser zu werden, ist dann womöglich ein Grund dafür, dass alle anderen Städte noch mehr aufgeholt haben. Doch die aktuelle Bewertung zeigt auch, wo in der Stadt noch das meiste Verbesserungspotenzial zu finden ist.

Alle Ergebnisse als interaktive Karte: https://www.bitkom.org/smart-city-index