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Was vom Dresdner Sport jetzt übrig bleibt

Die Sportszene sorgte mit etablierten und beliebten Events auch am Jahresende für Höhepunkte. Viele fallen nun weg. Doch es bleiben zwei Hoffnungen.

Den Nikolauslauf wird es am 6. Dezember 2020 nicht geben. Auch er fällt aus.
Den Nikolauslauf wird es am 6. Dezember 2020 nicht geben. Auch er fällt aus. ©  Christian Juppe

Dresden. Die besinnlichste Zeit des Jahres wird recht trist. Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie treffen auch die breit aufgestellte Dresdner Sportszene und deren Anhänger. Die SZ gibt einen Überblick, welche Events bereits abgesagt sind und wo es noch Hoffnung gibt.

Saisonfinale der Deutschen Turnliga

Der vierte und letzte Wettkampftag der 1. und 2. Turn-Bundesliga der Damen fällt aus. Voraussichtlich ersatzlos. Der DSC hatte sich für die Ausrichtung am 14. November in der Margon-Arena beworben. Nach dem Ausfall des Wettkampftags in Meßstetten im Mai ist Dresden bereits das zweite Aufeinandertreffen der Bundesligisten, das aufgrund der Pandemie nicht stattfinden kann. „Mein Herz blutet für den Turnsport, aber auch für den Dresdner SC, der die Veranstaltung hervorragend vorbereitet hat“, erklärte Bettina Ländle, Abteilungsleiterin der Deutschen Turnliga (DTL).

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Offenbar gibt es keine möglichen Nachholtermine. „Es wird darüber nachgedacht, wie die DTL-Saison mit nur zwei von vier Wettkämpfen gewertet wird – und ob überhaupt“, sagte DSC-Cheftrainer Tom Kroker, der auch den Wettkampftag in Dresden federführend organisierte. Fest steht eigentlich nur, dass keine Mannschaft aus dem Achterfeld der 1. Liga absteigt, auch das derzeitige Schlusslicht Dresden nicht. „Wir schauen, ob wir uns für das nächste Jahr als Ausrichter bewerben. Wir haben alles vorbereitet in der Schublade“, sagte Kroker. Große Verluste macht der Verein durch die Absage nicht. „Alle Verträge haben wir unter dem Aspekt geschlossen, dass wir ohne Stornierungskosten wieder rauskommen“, erklärt er.

Renntag auf der Galopprennbahn

Der Dresdener Rennverein hat sich dazu entschlossen, den für den 18. November geplanten letzten Saison-Renntag durchzuführen. Ein Hygienekonzept wurde beim Gesundheitsamt Dresden eingereicht. Demnach dürfen nur die notwendig handelnden Personen am Renntag anwesend sein. Geplant sind derzeit sieben Rennen, darunter der mit 12.500 Euro dotierte Große Dresdner Herbstpreis – ein Listenrennen über 2.200 Meter.

Am 26. September musst der Renntag auf der Seidnitzer Galopprennbahn wegen heftiger Regenfälle abgebrochen werden. Siebeneinhalb Wochen später probiert es der Rennverein aber noch einmal - allerdings ohne Zuschauer.
Am 26. September musst der Renntag auf der Seidnitzer Galopprennbahn wegen heftiger Regenfälle abgebrochen werden. Siebeneinhalb Wochen später probiert es der Rennverein aber noch einmal - allerdings ohne Zuschauer. © Matthias Rietschel

Nikolauslauf

Auch den beliebten Nikolauslauf des Post SV Dresden wird es in diesem Jahr nicht geben. Die 29. Auflage, für den 6. Dezember geplant, muss also warten. „Die Gründe sind vielschichtig, jedoch in erster Linie von den Auswirkungen der Corona-Krise geprägt. Eine Durchführung im Areal Lingnerallee/Cockerwiese, wie im Vorjahr, scheint für uns nicht realisierbar“, teilte Abteilungschef Jürgen Stein mit. Es ist geplant, den Nikolauslauf 2021 am 5. Dezember gegebenenfalls im Ostrapark fortzusetzen. Dafür seien aber noch Absprachen notwendig, meint Stein.

Christstollen-Schwimmfest

Es wäre ein Jubiläum. Für den 18. bis 20. Dezember hat die Abteilung des DSC das 30. Internationale Dresdner Christstollen-Schwimmfest geplant – und hält bisher an der Austragung fest. „Wir haben die Planungen noch nicht auf Eis gelegt“, bekräftigte Dirk Oehme, Leiter des Nachwuchszentrums. Die vorher gültige Auflage, dass sich maximal nur 421 Personen gleichzeitig in der Schwimmhalle aufhalten dürfen – also im Wettkampf- und Lehrschwimmbecken und der Tribüne – gilt nach wie vor. „Das schließt Zuschauer aus“, sagte Oehme. Das Starterfeld von knapp 350 Athleten steht – auf Abruf. „Es gibt momentan keinen Grund, das Schwimmfest zu canceln“, erklärt der Trainer.

Dennoch wird das Thema am 11. November auf der Vorstandssitzung der Abteilung besprochen werden. „Ein Christstollen-Schwimmfest im klassischen Sinne wird es nicht. Aber wir planen damit, die Stollen sind bestellt“. Für den Elbepokal im September, mit 421 Personen, wurde ein Hygiene- und Sicherheitskonzept schon einmal genehmigt.

Dresdner Eismärchen

Bereits in der Vorwoche hat der Vorstand des Dresdner Eislauf-Clubs (DEC) beschlossen, die Vorbereitungen auf das Dresdner Eismärchen zu stoppen und für diese Saison die Vorstellungen komplett abzusagen. In den vergangenen zwei Jahren hatte das Eismärchen insgesamt knapp 40.000 Zuschauer angezogen.

In diesem Jahr waren acht Aufführungen von „Dornröschen“ im Zeitraum vom 6. bis 19. Dezember in der Eishalle der Energieverbund-Arena geplant. Die Durchführung erschiene – Stand heute – zumindest theoretisch noch möglich. Aber völlig offen, unter welchen Rahmenbedingungen. „Es sind so viele Unwägbarkeiten zu berücksichtigen“, sagt Org-Chef Jens Rasche. Derzeit wären aber nicht einmal Proben möglich, ob Besucher zugelassen wären, erscheint mindestens fraglich. „Die Gemengenlage ist so, dass wir die Reißleine ziehen mussten. Alles andere wäre gegenüber unseren Mitgliedern nicht verantwortbar gewesen“, sagte Rasche.

Wenn lediglich eingeschränkter Zuschauerbetrieb möglich gewesen wäre, hätte der Verein wahrscheinlich die entstehenden Unkosten auf die Beiträge umgelegt. „Karten haben wir noch keine verkauft, es gab lediglich Reservierungen. Das Geld, was wir beispielsweise für Masken, Requisiten und die Musik vorfinanziert haben, ist nicht verloren. Das müssen wir im nächsten Jahr nicht ausgeben“, argumentiert Rasche.

Turngala des DSC

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Für die Abteilung Turnen und Akrobatik des Mehrspartenvereins ist es die zweite bittere Absage binnen weniger Tage. Am 2. November teilte der Klub mit, dass die für 10. und 11. Januar geplante Turngala in der Margon-Arena abgesagt wird. „Da wir keine Möglichkeit haben, die Gala mit allen Sportlern einzustudieren, da das Training nur wenigen Athleten gestattet ist und wir auch nicht wissen, ob im Januar dann Zuschauer genehmigt werden, mussten wir diese Entscheidung jetzt treffen“, erklärte der Verein in einer Mitteilung.

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