merken
PLUS Dresden

Dresden will Arbeitszeiten von Erzieherinnen kürzen

Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften droht eine Lohneinbuße von bis zu 20 Prozent.

Kitaerzieherinnen sollen künftig offenbar weniger arbeiten.
Kitaerzieherinnen sollen künftig offenbar weniger arbeiten. © Christian Juppe

Dresden.  Dresdens Erziehinnen sollen die Arbeitszeiten gekürzt werden. Das teilte die  Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit. Betroffen seien davon alle Beschäftigten mit sogenannten 32-Plus-Verträgen, was rund drei Viertel der rund 3.500 Angestellten des städtischen Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen sind. Die Regelung soll ab dem 19. Oktober gelten, so die Gewerkschaft.

Begründet wurde dieses Vorgehen laut GEW mit einer unvorhergesehenen Entwicklung der Kinderzahlen und -betreuungszeiten sowie mit Neueinstellungen und finanziellen Mehrbelastungen. Für GEW-Landesvorsitzende Uschi Kruse entsteht durch die Stundenkürzung Chaos in den Einrichtungen, zwischen denen  quasi über Nacht die Beschäftigten ausgetauscht werden sollen. "Ein Blick in die Krippen, Kindergärten und Horte zeigt, dass sich die personelle Situation sehr unterschiedlich darstellt. Diese rein rechnerische Vorgehensweise gefährdet das Wohl der Kinder und der pädagogischen Fachkräfte gleichermaßen. Saisonbedingte Schwankungen gab es auch in früheren Jahren", so Kruse. Aufgrund des schon seit längerer Zeit vorhandenen Personalmangels in den Einrichtungen arbeiteten viele pädagogische Fachkräfte teils seit Jahren mit dem maximal möglichen Stundenumfang.

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Nach Informationen der GEW schließt die Landeshauptstadt seit Jahren nur noch flexible Verträge mit Erzieherinnen und Erziehern ab. So können die Wochenarbeitszeiten zwischen 32 und 40 Stunden betragen. Für die Beschäftigten würde die Senkung der Arbeitszeit ein Einkommensverlust von bis zu 20 Prozent bedeuten.

Über 300 Erzieherinnen des städtischen Eigenbetriebes hatten am Mittwoch für Gehaltssteigerungen auf dem Altmarkt gestreikt.

Weiterführende Artikel

Lösung für Dresdner Erzieher in Sicht

Lösung für Dresdner Erzieher in Sicht

Sie sollten einen Tag in der Woche weniger arbeiten. Bildungsbürgermeister Jan Donhauser erklärt, warum und wie es nun für sie weitergeht.

"Für die Kinder wäre das eine Katastrophe“

"Für die Kinder wäre das eine Katastrophe“

Dresdens Erzieher sollen einen Tag in der Woche weniger arbeiten. Offenbar fehlt der Stadt sehr viel Geld. Was das für Familien, vor allem aber auch die Erzieher bedeutet.

Linken-Stadtrat Tilo Kießling kritisiert die Vorgehensweise der Stadt: Gleichzeitig den Eltern mit Gebührensteigerungen zu drohen und Druck auf die Erziehungskräfte auszuüben, gefährdet den über viele Jahre aufgebauten Ruf der städtischen Kindertagesbetreuung", sagt er. 

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden