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Wieder Trinkwasser von der Räcknitzhöhe

Ein weiterer Teil der unterirdischen Anlage in Dresden ist saniert. Was das für die wachsende Großstadt bringt.

Das ist eine der beiden sanierten Kammern im Hochbehälter Räcknitz, die jetzt schon wieder mit Wasser befüllt sind.
Das ist eine der beiden sanierten Kammern im Hochbehälter Räcknitz, die jetzt schon wieder mit Wasser befüllt sind. © SZ/Peter Hilbert

Dresden. Die Stadtwerke Drewag haben auf der Räcknitzhöhe eine weitere große Aufgabe abgeschlossen. Unter der Oberfläche ist der Trinkwasserhochbehälter Räcknitz mit seinen riesigen unterirdischen Hallen. 

Die Anlage wird schrittweise saniert. Das ist eine der großen Drewag-Baustellen, die sehr wichtig sind. Schließlich braucht die wachsende Großstadt immer mehr Trinkwasser. Wurden 2011 in Dresden im Durchschnitt noch 102.000 Kubikmeter Trinkwasser benötigt, so waren es im vergangenen Jahr bereits 121.000 Kubikmeter. Tendenz weiter steigend.

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Die diesjährigen Arbeiten sind abgeschlossen. Bis Montag wurde der Hochbehälter befüllt. Letztlich wurden am Nachmittag die Klappen geöffnet, sodass das Trinkwasser wieder ins Dresdner Leitungsnetz fließt, teilt Projektleiter Martin Kayser von der Drewag Netz mit. 

In Dresden wird immer mehr Trinkwasser benötigt. Der diesjährige Verbrauchsrekord wurde mit knapp 156.000 Kubikmetern am 7. August erreicht.
In Dresden wird immer mehr Trinkwasser benötigt. Der diesjährige Verbrauchsrekord wurde mit knapp 156.000 Kubikmetern am 7. August erreicht. © Dietmar Thomas

Aufbereitet wird das als Lebensmittel eingestufte Trinkwasser in den Werken Coschütz, Hosterwitz und Tolkewitz und dann in Hochbehältern gespeichert. Mit seinen acht unterirdischen Kammern ist der Räcknitzer der größte der insgesamt 35 Hochbehälter. Insgesamt können dort 60.000 Kubikmeter Wasser gespeichert werden. 

Das ist etwa ein Viertel des gesamten Fassungsvermögens aller Dresdner Hochbehälter. Versorgt wird damit das linkselbische Dresdner Stadtgebiet zwischen Prohlis und Cossebaude. Diese Räcknitzer Anlage wurde 1929 übergeben.

Im vergangenen Jahr hatte die Drewag die erste Doppelkammer saniert. Dafür wurde in den jeweils 60 Meter langen und 5,8 Meter hohen unterirdischen Hallen mit ihren insgesamt 174 Säulen das Wasser abgelassen. Die Decken des 90 Jahre alten Bauwerks wurden dabei neu beschichtet.

Dieses Jahr kam in der zweiten Runde die nächste Doppelkammer an der Reihe. allerdings gab es dabei ein Problem. Das zeigte sich, nachdem im März die alte Mörtelschicht mit einer Wasserstrahlanlage mit Hochdruck entfernt war. 

Nach einem Test mit einem Prüfgerät wurde deutlich, dass der alte Beton in einigen Bereichen nicht mehr die nötige Zugfestigkeit hatte. An solche Trinkwasser-Bauwerke werden extrem hohe Anforderungen gestellt. Schließlich muss beim Lebensmittel Trinkwasser jegliche Verunreinigung verhindert werden.

Oberpolier Ronald Lenk hatte zum Abschluss der Sanierung mit dem Haftzugmessgerät die Zugfestigkeit der neuen Betonschicht an der Decke geprüft. Die Werte lagen deutlich höher als die geforderten. Die Anforderungen sind extrem hoch, da jede Verunreinigung
Oberpolier Ronald Lenk hatte zum Abschluss der Sanierung mit dem Haftzugmessgerät die Zugfestigkeit der neuen Betonschicht an der Decke geprüft. Die Werte lagen deutlich höher als die geforderten. Die Anforderungen sind extrem hoch, da jede Verunreinigung © Sven Ellger

Damit die Zugfestigkeit gesichert wird, wurden bei der Sanierung Edelstahlmatten eingelegt, die mit Edelstahlstiften verankert und neu beschichtet wurden. Zum Schluss wurde mit einem Haftzugmessgerät die Zugfestigkeit der Betonschicht an der neuen Decke geprüft. 

Die Werte waren lagen deutlich über den geforderten. Die Kammern wurden kürzlich gereinigt und desinfiziert. Nach dem Test im Labor konnten die riesigen Kammern bis zu einer Höhe von fünf Metern voll mit Wasser befüllt und wieder ans Netz angeschlossen werden.

Im Dezember will die Drewag den Auftrag für die Sanierung der dritten Doppelkammer erteilen, sodass die Arbeiten im März beginnen können. 

2022 sollen dann die letzten beiden riesigen unterirdischen Speicher an die Reihe kommen. Insgesamt investiert die Drewag für die Sanierung des gesamten Hochbehälters Räcknitz rund 3,6 Millionen Euro.

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