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Dresden: Warum die Tausch-Zeit zu Ende ist

Die Stadt beendet ein Projekt. Es lief gut. Welche Probleme es trotzdem damit gab.

Als der Tauschschrank aufgestellt wurde, den Christopher Colditz wesentlich vorangebracht war, sah es noch gut aus.
Als der Tauschschrank aufgestellt wurde, den Christopher Colditz wesentlich vorangebracht war, sah es noch gut aus. © Archiv/Sven Ellger

Dresden. Die Stadt beendet ein Projekt, das erfolgreich war. Es habe sein Ziel "durchaus erfüllt", so das Rathaus. Dennoch gebe es Probleme, für die die Verwaltung keine Lösung hat. Das ist der Grund für das Ende der Aktion, die es seit etwa zwei Jahren gibt. Allein im vergangenen Jahr musste die Verwaltung in 34 von 53 Wochen eingreifen, um das Projekt im gewünschten Stil am Laufen zu halten. Der dafür erforderliche zeitliche und finanzielle Aufwand sei zu groß, hat die Stadt entschieden.

Es geht um den sogenannten Tauschschrank auf dem Martin-Luther-Platz. Er steht seit 2019 neben der Martin-Luther-Kirche. Dort konnten Gegenstände, die noch in Ordnung aber nicht mehr nötig sind, abgelegt werden. Im Gegenzug konnten die Tauschschrank-Nutzer dort abgelegte Dinge mitnehmen, wenn sie sie gebrauchen können. "Allerdings wurden der Schrank und sein Umfeld zunehmend für die Entsorgung von nicht mehr brauchbaren Gegenständen und Sperrmüll missbraucht", so die Stadtverwaltung. Deshalb soll er nun am 31. Januar verschwinden.

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In 34 Wochen musste die Stadtreinigung im vergangenen Jahr Müll entsorgen, der im oder neben dem Tauschschrank lag. "Wir bedauern, das Projekt nicht fortsetzen zu können. Doch die zunehmenden Müllablagerungen belasteten die Nachbarschaft", stellt Stadtbezirksamtleiter André Barth fest. "Auch nächtliche Randale am Schrank wurden uns gemeldet." Polstermöbel, Matratzen oder auch nicht mehr benötigte Kleidungsstücke seien dort abgelegt worden und dann tagelangem Regen ausgesetzt gewesen. Das nehme niemand mehr mit. "Somit kippte der ursprüngliche Gedanke einer sinnvollen Weiternutzung ins Gegenteil", stellt Barth fest.

Das Stadtbezirksamt Neustadt hatte das Projekt gemeinsam mit Pfarrer Eckehard Möller und Christopher Colditz (Die Linke), damals Ortsbeirat und jetzt Stadtrat, ins Leben gerufen, um eine nachhaltige Weiternutzung von Alltagsgegenständen im Stadtbezirk Neustadt zu fördern. Wer weiterhin gut erhaltene Gebrauchsgegenstände abgeben möchte, die zu schade zum Wegwerfen sind, kann das online auf der Seite des Tausch- und Verschenk-Markts tun. Er ist zu finden unter www.dresden.de/tauschen.

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