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Die Dresdner City braucht dringend Ideen

Die Debatte um den Kaufpark Nickern hat gezeigt, welcher Druck auf dem Dresdner Innenstadthandel lastet. Ein Kommentar.

Die Innenstadt muss attraktiver werden, fordert Sächsische.de-Redakteurin Kay Haufe.
Die Innenstadt muss attraktiver werden, fordert Sächsische.de-Redakteurin Kay Haufe. © Sven Ellger

Wir alle haben es spätestens im Lockdown getan: Dinge online bestellt. Es funktioniert zu jeder Tages- und Nachtzeit, die Ware wird bequem nach Hause geliefert und auch die Bezahlung ist heute viel sicherer als noch vor einigen Jahren.

Auf diesen Service werden künftig noch mehr Kunden umsteigen, soviel steht fest. Deshalb werden die Innenstadthändler nur mit dem bloßen Angebot, in der City einkaufen zu können, künftig nicht mehr punkten können.

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Eine gute Beratung und mehr grüne Plätze für die City

Dresden ist bereits in der komfortablen Situation, dass Gäste und Einwohner eine perfekte Mischung von Museen, Galerien, vielseitiger Gastronomie und Geschäften in der Innenstadt vorfinden.

Doch die aktuelle Entwicklung verstärkt nur, was sich vor Corona andeutete: Es muss einen deutlichen Mehrwert beim Einkauf in der City geben. Das kann eine gute Beratung sein, die heut noch lange nicht überall Usus ist.

Das können gezielte Einladungen für bestimmte Kundengruppen mit Vorträgen oder Ähnlichem sein, wenn es die Coronasituation wieder zulässt.

Die City selbst muss mehr grüne Plätze zum Entspannen, für unkonventionelle Konzerte oder spezielle Sportangebote bieten.

Einfach Parkgebühren erhöhen ist keine gute Idee

Dafür müssen sich nicht nur die Innenstadthändler stärker zusammentun und Konzepte entwickeln, sondern auch die Stadt überlegen, mehr Bewegungsraum zu schaffen, statt immer mehr Fläche in der Innenstadt zu versiegeln oder zu verkaufen.

Dazu gehören wirklich attraktive und akzeptable Angebote, um Leute zu bewegen, dass Auto zu Hause zu lassen. Einfach die Parkgebühren zu erhöhen, zählt nicht dazu. Und dazu gehören künftig sicher auch neue Verhandlungen der Eigentümer zu Miethöhen, wenn man Händler halten will.

Die Debatte um den Kaufpark Nickern hat gezeigt, wie stark der Druck auf den Einzelhandel ist. Die leeren Schaufenster sind bereits Wirklichkeit in Dresdens City.

Doch eigentlich ist für beides in der Stadt Platz: Einkaufen in der Innenstadt sowie am Stadtrand. In Nickern in kleinerem Stil, innen mit neuen Ideen.

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