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Dresdens jüngstes Hochhaus wächst

Im Sommer soll Richtfest am Neubau der SachsenEnergie gefeiert werden. Warum beim Bau keine Gerüste nötig sind.

Der SachsenEnergie-Neubau wächst zusehends. In luftiger Höhe baut Manuel Fernandes derzeit am obersten Stock des Nordturms am Hauptbahnhof.
Der SachsenEnergie-Neubau wächst zusehends. In luftiger Höhe baut Manuel Fernandes derzeit am obersten Stock des Nordturms am Hauptbahnhof. © Sven Ellger

Dresden. Manuel Fernandes steht mit seinem Kollegen Bilal Etemi in luftiger Höhe. Der portugiesische Eisenflechter arbeitet mit seinem Kollegen am SachsenEnergie-Neubau hinter dem Hauptbahnhof. Sie und ihre Kollegen sind derzeit am achten und letzten Stock des Nordturms aktiv, montieren Schalung und Stahlbewehrung für Wände, Stützen und später noch die Decken. „Das ist für uns eine besondere Baustelle“, sagt der 64-jährige Bauhandwerker. Schließlich bauen sie nicht nur das jüngste und einzige Hochhaus, das derzeit in Dresden errichtet wird. Von oben kann Manuel Fernandes auch einen hervorragenden Blick auf die Stadt im Elbtal genießen.

Ein Blick in Richtung Südvorstadt. Die Dachterrassen links und rechts werden künftig begrünt. In der warmen Jahreszeit können sie bei Pausen genutzt werden. Der Südturm hat derzeit acht der insgesamt zwölf Geschosse.
Ein Blick in Richtung Südvorstadt. Die Dachterrassen links und rechts werden künftig begrünt. In der warmen Jahreszeit können sie bei Pausen genutzt werden. Der Südturm hat derzeit acht der insgesamt zwölf Geschosse. © Sven Ellger

Der Bau hatte im vergangenen Jahr begonnen. Nachdem die Baugrube ausgehoben war, konnte im Mai der symbolische Grundstein gelegt werden. Der Neubau mit seinen zwölf Etagen am südlichen Turm neben der Lindenaustraße wird bis zu 51 Meter hoch. „Seit Februar montieren wir die Fassaden in den unteren Geschossen“, erläutert Projektsteuerer André Reuter.

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Die Fensterkonstruktionen werden komplett in die Fassade eingehoben, sodass keine Gerüste nötig sind.
Die Fensterkonstruktionen werden komplett in die Fassade eingehoben, sodass keine Gerüste nötig sind. © Sven Ellger

Der 45-jährige Dresdner koordiniert die beteiligten Firmen und überwacht die Einhaltung der Kosten und Termine. Dabei handelt es sich um spezielle Fensterkonstruktionen mit Aluminium, deren schräge Ecken aus Stahlblech sind. Eine zusätzliche Dämmung muss nicht mehr angebracht werden. Durch die vorgefertigten Elemente ist es nicht nötig, dass Gerüste beim Fassadenbau aufgestellt werden.

Derzeit sind rund 80 der insgesamt 976 Fassadenelemente eingebaut. Wöchentlich kommen 20 weitere hinzu. Die über drei Meter breiten Fenster rollen nachts auf Lkws an. Durch die Überbreite sind nur dann die Transporte zulässig, erklärt Projektsteuerer Reuter. „Nach Ostern werden wir die Schlagzahl erhöhen. Dann kommen wöchentlich 30 Elemente“, sagt er. „Wir wollen die Fassade bis Ende Oktober dicht haben.“

Montageleiter Andreas Müller gibt seinen Monteuren beim Einheben der Fassadenteile die nötigen Instruktionen.
Montageleiter Andreas Müller gibt seinen Monteuren beim Einheben der Fassadenteile die nötigen Instruktionen. © Sven Ellger

Während die Eisenflechter ganz oben arbeiten, ist Montageleiter Andreas Müller mit seinen fünf Monteuren der Firma Dobler Metallbau am Fuße des Neubaus aktiv. Mit seinem Sprechfunkgerät gibt er Instruktionen, wenn die 800 Kilo schweren Fassadenteile am Kranarm nach oben schweben. Der 60-Jährige aus dem erzgebirgischen Wolkenstein ist zufrieden, dass die Arbeiten zügig vorangehen. Zuerst befestigen seine Leute stählerne Unterkonstruktionen an Decken und Böden. In die werden die Fenster gehoben, sodass sie einen festen Sitz haben. Im Inneren sind Trockenbauer bereits dabei, die ersten Wände für die künftigen Büros zu errichten.

Die sind die Stahlelemente, die an Decken und Böden kommen und die Fenster halten.
Die sind die Stahlelemente, die an Decken und Böden kommen und die Fenster halten. © Sven Ellger

Der Neubau wird nicht nur einen Durchgang zum City-Center am Hauptbahnhof haben, in dem die Verwaltung der SachsenEnergie derzeit sitzt, sondern auch Dachterrassen im sechsten beziehungsweise siebten Stock, erläutert Projektsteuerer Reuter. Sie werden mit Sträuchern bepflanzt, sodass Mitarbeiter in der warmen Jahreszeit dort gut ihre Pausen verbringen können.

SachsenEnergie-Liegenschaftschef Frank Neuber (l.) und Projektsteuerer André Reuter freuen sich, dass die Arbeiten voll im Plan liegen.
SachsenEnergie-Liegenschaftschef Frank Neuber (l.) und Projektsteuerer André Reuter freuen sich, dass die Arbeiten voll im Plan liegen. © Sven Ellger

„Wir sind trotz aller Widrigkeiten gut im Rennen“, sagt SachsenEnergie-Liegenschaftschef Frank Neuber. „Wir liegen gut im Zeitplan und haben eine gute Qualität.“ Die geplanten Baukosten von rund 75 Millionen Euro werden auch nicht überschritten. Die SachsenEnergie habe den Auftrag bewusst nicht an einen Generalunternehmer vergeben. So haben Firmen aus der Region die meisten Aufträge für rund 30 verschiedene Gewerke erhalten. Beispielsweise errichtet der Glass Ingenieurbau Leipzig den Rohbau. Die Striesener Firma Dresdner Zentralheizungsbau installiert die Heizungs- und Kältetechnik.

So soll der Neubau der Hauptverwaltung der SachsenEnergie aussehen.
So soll der Neubau der Hauptverwaltung der SachsenEnergie aussehen. © Visualisierung: gmp Architekten

Errichtet wird der Komplex nach den Plänen der Gerkan, Marg und Partner Architekten (gmp), die bereits den Umbau des Kulturpalastes geplant hatten. Im Sommer soll der Rohbau stehen. Geplant ist, dass am 13. August Richtfest ist. „Wir hoffen, dass wir es ohne Einschränkungen feiern können“, sagt Liegenschaftschef Neuber. Dabei können die Gäste aus 51 Metern Höhe schon einmal den Blick aufs Dresdner Zentrum genießen. Im Juni 2022 soll der große Anbau fertig sein. Dann werden etwa 900 Mitarbeiter der SachsenEnergie vom benachbarten City-Center in den Neubau ziehen. Auf knapp 18.000 Quadratmetern haben sie moderne, helle und freundliche Büroarbeitsplätze.

Wo vor einem knappen Jahr noch die Baugrube klaffte, ragt der Neubau jetzt schon bis zu acht Etagen empor.
Wo vor einem knappen Jahr noch die Baugrube klaffte, ragt der Neubau jetzt schon bis zu acht Etagen empor. © Sven Ellger

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