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Dresdens neuer Elbtunnel

Die Röhre an der Marienbrücke ist fertig. Wie dadurch 3.200 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart werden können.

Der Fernwärme-Tunnel zwischen dem Volksfest-Gelände und der Neustädter Elbseite ist weitgehend fertig. Netzingenieur Frank Döhnert von der SachsenEnergie inspiziert in der Röhre Teile der gerade installierten elektrischen Anlage.
Der Fernwärme-Tunnel zwischen dem Volksfest-Gelände und der Neustädter Elbseite ist weitgehend fertig. Netzingenieur Frank Döhnert von der SachsenEnergie inspiziert in der Röhre Teile der gerade installierten elektrischen Anlage. © Sven Ellger

Dresden. Tief hinab sind Bernd Lehmann und Frank Döhnert unweit der Marienbrücke in den neuen Tunnel unter der Elbe gestiegen. Der Fernwärme-Abteilungsleiter und sein Netzingenieur von der SachsenEnergie freuen sich, dass er jetzt weitgehend fertig ist. Jetzt müssen nur noch die letzten Restarbeiten ausgeführt werden.

Doch bereits seit Mitte Dezember vergangenen Jahres strömt Fernwärme in großen Leitungen durch den Tunnel. Damals wurde der Direktanschluss vom Kraftwerk Nossener Brücke nach Pieschen in Betrieb genommen. „Wir sind froh, dass wir so weit sind“, sagt Abteilungsleiter Lehmann. „Noch nie haben wir ein Bauwerk dieser Dimension errichtet.“

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Der Tunnel ist nötig, damit die Luft sauberer wird. Denn das rechtselbische Gebiet zwischen der Hafencity und Pieschen wird weiter ans zentrale Fernwärmenetz angeschlossen, erklärt Lehmann. Künftig verläuft die Hauptleitung durch den Tunnel bis zum Blockheizkraftwerk Mickten hinter dem einstigen Sachsenbad.

Bereits im Sommer 2017 hatten die Stadtwerke mit dem Fernwärmeausbau in Pieschen begonnen. Rund 41 Millionen Euro investiert die SachsenEnergie insgesamt, davon neun Millionen für den Tunnel. Gefördert werden die Arbeiten aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung.

Ein Blick in den tiefen Schacht am Volksfestgelände, wo der Fernwärmetunnel beginnt.
Ein Blick in den tiefen Schacht am Volksfestgelände, wo der Fernwärmetunnel beginnt. © Sven Ellger

Geplant ist, auf der rechtselbischen Seite über die Neubauten hinaus rund 3.000 Wohnungen in Pieschen und dem Umfeld anzuschließen. Das Ziel ist, damit rund 3.200 Tonnen Kohlendioxid jährlich einzusparen. Um das auf andere Weise zu erreichen, müssten 254.000 Bäume gepflanzt oder 1,3 Millionen Liter Benzin jährlich eingespart werden.

Der Tunnel an der Marienbrücke ist 240 Meter lang und ist die erste begehbare Röhre unter der Elbe in Dresden. Allerdings dürfen nur Fachleute der SachsenEnergie bei Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten in den Tunnel.

Durch ein Rohr strömt das heiße Wasser für die Fernheizungen in Richtung Pieschen, durch das andere kommt es etwas kälter zurück.
Durch ein Rohr strömt das heiße Wasser für die Fernheizungen in Richtung Pieschen, durch das andere kommt es etwas kälter zurück. © SZ/Peter Hilbert

Im vergangenen Jahr wurden zwei Fernwärmerohre eingezogen. Durch eines strömt künftig das 120 Grad heiße Wasser vom Heizkraftwerk Nossener Brücke in Richtung Pieschen, durch die andere Leitung kommt es mit 60 Grad zurück, erklärt Netzingenieur Döhnert. Er ist für die gesamte Technik im Dresdner Fernwärmesystem zuständig.

Jeweils sechs Meter lange Rohre wurden eingebaut. War das nächste Stück angeschweißt, zog eine Seilwinde die Rohre ein Stück weiter durch den Tunnel, bis sie auf der gesamten Länge fertig waren. Nachdem die Fernwärmeleitungen am 11. Dezember in Betrieb genommen waren, wurden an den Treppenanlagen der Zugangsschächte beiderseits der Elbe Podeste eingebaut. Zudem wurden die Gänge im Tunnel mit stählernen Metallgitterrosten komplettiert, auf denen die Monteure künftig laufen.

Schrittweise haben Fachleute dann noch weitere Technik installiert, unter anderem Lüftungs-, Temperatur- und Durchflussmessgeräte. Denn die Anlagen werden automatisch überwacht.

Von der Baustelle auf dem Volksfestgelände wird schon in wenigen Wochen nichts mehr zu sehen sein.
Von der Baustelle auf dem Volksfestgelände wird schon in wenigen Wochen nichts mehr zu sehen sein. © SZ/Peter Hilbert

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Von Ende März bis Anfang April stellten Bauleute in zwei Wochen noch stabile Stahlbetondecken für die Einstiegsschächte her, sodass sie künftig auch flutsicher sind. Jetzt sind nur noch kleine Restarbeiten nötig. „Zuletzt werden die Baustellen auf beiden Seiten der Elbe noch beräumt und die Flächen wieder hergestellt“, erklärt Netzingenieur Döhnert. Dann ist das Großprojekt komplett abgeschlossen.

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