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Dresdner Elberadweg: Tempolimit für Radfahrer?

Wegen der steigenden Unfallzahlen will die AfD "rasende Radfahrer" ausbremsen. Welche Idee sie dafür hat.

Auf dem Elberadweg kommen sich häufig Radfahrer und Fußgänger in die Quere.
Auf dem Elberadweg kommen sich häufig Radfahrer und Fußgänger in die Quere. © dpa-Zentralbild

Dresden. Die Unfallzahlen auf Dresdens Elberadweg nehmen zu. Während in der Stadt über den Ausbau der Wege für Fußgänger und Radfahrer nachgedacht und an einem Parallelweg geplant wird, gibt es nun eine andere Idee.

Die AfD im Dresdner Stadtrat fordert ein striktes Tempolimit für Radler, weil sich Fußgänger von ihnen "bedroht" fühlen.

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Die Stadt soll prüfen, wie auf dem Elberadweg eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Radfahrer eingeführt und durchgesetzt werden kann, fordert die AfD per Antrag. Dadurch sollen weniger Unfälle durch "unverhältnismäßiges Tempo" verursacht werden. "Die für Fahrräder einzuhaltende Höchstgeschwindigkeit soll dabei 15 Stundenkilometer nicht übersteigen", so die konkrete Forderung.

Außerdem soll die Stadt einen Plan vorlegen, wie "über Restriktionen durch bauliche Anlagen zur Geschwindigkeitsdämpfung und Verkehrsberuhigung für den Fahrradverkehr" die Radfahrer quasi zum Langsamfahren gezwungen werden können - mindestens an den Unfallschwerpunkten.

AfD: "Hauptschuld tragen Radfahrer"

"Ich habe in der Sächsischen Zeitung gelesen, dass die Zahl der Unfälle auf dem Elberadweg gestiegen ist", so AfD-Fraktionschef Wolf Hagen Braun. Weil es auch immer mehr Verletzte gibt, werde nun der Antrag eingebracht.

Für die AfD gibt es eine klare Antwort auf die Schuld-Frage: "Eine der Hauptursachen liegt dabei im unverhältnismäßigen Tempo und rücksichtslosen Verhalten von Radfahrern", so Braun. "Das führt zu vermehrten Unfällen vor allem zwischen Radfahrern, inzwischen aber auch zu einer steigenden Zahl von Unfällen zwischen Fußgängern und Radfahrern. Fußgänger auf dem Elberadweg fühlen sich mehr und mehr durch rasende Radfahrer in ihrem Sicherheitsgefühl bedroht. Sie weichen darum zunehmend auf die anliegenden Wiesen aus, wie Trampelpfade parallel zum Elberadweg zeigen."

Als "wenig zielführend" bewertet das Grünen-Stadträtin Susanne Krause den Vorschlag. Sie kenne und erlebe die Probleme auch. "Aber Geschwindigkeitsbegrenzungen lassen sich nicht durchsetzen und sind nicht kontrollierbar."

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Noch schlimmer findet Krause bauliche Veränderungen, um Radfahrer auszubremsen. "Probleme gibt es doch vor allem, wenn viel los ist, vorwiegend an Wochenende. Wenn Schikanen eingebaut werden, führt das dazu, dass der komplette Berufsverkehr, der in der Woche früh auf dem Elberadweg unterwegs ist, und der Alltagsverkehr immer wieder stoppen und anfahren muss." Das könne keine Lösung sein, wenn das Ziel doch sei, dass mehr Dresdner längere Strecken auch mit dem Rad zurücklegen sollen.

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