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Überraschende Fahrradzahlen im Lockdown

Im Vergleich zu 2019 hat diese Verkehrsart laut dem ADFC um 17 Prozent zugelegt. Es gibt sogar Stellen, an denen die Radfahrer-Zahl noch viel drastischer gestiegen ist.

Von Christoph Springer
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Glatter Belag statt Pflaster auf dem Könerweg - eine Ursache für mehr Radverkehr an dieser Stelle, sagt der ADFC.
Glatter Belag statt Pflaster auf dem Könerweg - eine Ursache für mehr Radverkehr an dieser Stelle, sagt der ADFC. © PR/ADFC/Konrad Krause

Dresden. Die Dresdner fahren häufiger Rad. Das schlussfolgert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) aus den Zahlen, die die sogenannten Dauerzählstellen der Stadt für die Zeit von September bis Dezember 2020 gemeldet haben. Dort sei die Zahl der Fahrräder im Vergleich zu 2018 und 2019 um 17 Prozent gestiegen, so der Fahrrad-Club. Das entspreche mehr als 1,5 Millionen Fahrradfahrern.

Bei den Dauerzählstellen handelt es sich um Technik im Boden, die registriert, wenn ein Fahrrad darüber fährt. Es gibt sie zum Beispiel auf der Neustädter Seite der Alberbrücke auf den Radwegen neben der Fahrbahn, auf der St. Petersburger Straße nahe der Kreuzstraße und der Fußgängerquerung zwischen Kreuzstraße und Lingnerstadt sowie auf den Radwegen an der Elbe beiderseits der Waldschlößchenbrücke.

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Der ADFC schlussfolgert aus den Zahlen pro Wochentag, dass vor allem an den Wochenenden, "also in der Freizeit" mehr Fahrrad gefahren wird. Wochentags gebe es dagegen keinen großen Anstieg, "bedingt durch das verbreitete Homeoffice, Home-Schooling und den Online-Modus der Hochschulen".

Die Grafik des ADFC zeigt, wie sich der Radverkehr seit 2018 in der Zeit zwischen September und Dezember entwickelt hat.
Die Grafik des ADFC zeigt, wie sich der Radverkehr seit 2018 in der Zeit zwischen September und Dezember entwickelt hat. © ADFC Dresden

„In Summe sind aber trotz aller pandemie-bedingten Einschränkungen die Radverkehrszahlen in den letzten drei Monaten nicht etwa zurückgegangen sondern im Gegenteil sogar weiter gestiegen“, kommentiert Edwin Seifert, Geschäftsführer des ADFC Dresden die Ergebnisse der Auswertung. Selbst auf der klassischen Alltagsroute über die Albertbrücke seien die Zahlen leicht gestiegen. Die Gründe laut Seifert: "Zum einen wird die Infrastruktur dank den Bemühungen der Stadtverwaltung Stück für Stück besser und zum anderen wird das Radfahren quer durch alle Gesellschaftsschichten und Generation immer mehr zu einem festen Bestandteil des Alltags."

An den Bahnhöfen wie hier am Hauptbahnhof fordert der ADFC mehr und bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
An den Bahnhöfen wie hier am Hauptbahnhof fordert der ADFC mehr und bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. © Archiv/Sven Ellger

Besonders kräftig hat der Radverkehr laut der Auswertung auf den Radwegen beiderseits der Elbe zugenommen. Auf der linkselbischen Strecke, also auf Altstädter Elbseite, beträgt der Zuwachs 31 Prozent, auf der rechtselbischen, also der Neustädter Seite sogar 106 Prozent. Der ADFC geht davon aus, dass der Anstieg auf der Neustädter Seite darauf zurückzuführen ist, dass dort das Pflasterstück auf dem Körnerweg geglättet wurde, indem auf das Pflaster ein ebener Belag kam.

„Das Beispiel Körnerweg zeigt, wie mit geringem Aufwand ein gute neue Radroute geschaffen werden kann und daraufhin in kürzester Zeit der Radverkehr zunimmt“, erklärt Edwin Seifert. Er glaub, mancher Loschwitzer oder Wachwitzer lässe sein Auto jetzt stehen und fahre auf dem Körnerweg mit dem Fahrrad in die Stadt. "Wenn man also Lücken schließt, Hindernisse beseitigt und gefährliche Stellen entschärft, dann wächst der Radverkehr wie von allein“, meint der Geschäftsführer des ADFC Dresden. Zugleich fordert er mehr solche Zählstellen in der Stadt, damit das Wachstum des Radverkehrs noch besser dokumentiert werden kann.

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