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Geldschein mit AfD-Werbung gestempelt

Der verdächtige Zehn-Euro-Schein steckte im Portemonnaie eines Dresdners. Das hatte Folgen im nächsten Geschäft. Warum die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Wertlos oder nicht? Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall.
Wertlos oder nicht? Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall. ©  privat

Dresden. Damit hat der Stempler nicht gerechnet: Die Staatsanwaltschaft ermittelt, sie will dem Mann oder der Frau auf die Spur kommen. Denn der Geldschein, den er oder sie mit Wahlwerbung der AfD bestempelt hat, ist womöglich nichts mehr wert. Jedenfalls ist es nicht möglich, mit solch einem Geldschein problemlos zu bezahlen. Er sei nicht mehr "umlauffähig", heißt das in der Bankensprache.

Ende vergangener Woche fand ein Dresdner diesen Schein in seinem Portemonnaie. Er hat ihn an einer Ladenkasse beim Bezahlen bekommen, vermutet er, und die zwei Stempelabdrücke in diesem Moment nicht gesehen. "Merkel muss weg" hat ein Unbekannter direkt unter die Brücke auf den 10-Euro-Schein mit schwarzer Farbe gestempelt und darunter "AfD wählen". Der Spruch wurde bei Pegida-Demonstrationen geprägt und von der AfD aufgegriffen.

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Als der Dresdner damit später in einem Lebensmittelgeschäft bezahlen wollte, lehnte es die Frau an der Kasse ab, den Zehner zu nehmen.

"Richtig gemacht", sagt die Polizei. "Wer kann, sollte die Annahme eines solchen Geldscheins verweigern, da dessen Wert zweifelhaft ist", erklärt Sprecher Uwe Hofmann. Er sei "bewusst beschädigt worden" und deshalb womöglich das Papier nicht mehr wert, aus dem er gemacht ist. Hofmann rät, ihn auf jeden Fall durch eine Bank prüfen zu lassen.

Kunde kann den Schein bei der Bank umtauschen

Im schlimmsten Fall büßt der Besitzer die Summe ein. Das könnte auch dem Dresdner passieren, der ihn vergangene Woche in seiner Geldbörse gefunden hat. Der Stempel-Schein sei kein Einzelfall, der Polizei ist ein weiterer Fall aus dem Dresdner Umland bekannt, berichtet Hofmann.

Ein Schaden, der zufällig entstanden ist, sei kein Problem, erklärt der stellvertretende Sprecher der Ostsächsischen Sparkasse Marcus Herrmann. Etwa, wenn ein Schein eingerissen ist. Selbst ein komplett zerrissener Schein könne umgetauscht werden, wenn zum Beispiel an der mehrfach aufgedruckten Geldschein-Nummer zu erkennen sei, dass die Teile zusammengehören.

Ähnlich sei das mit einem angebrannten Schein. "Geldscheine sind mehr oder weniger nonstop im Einsatz, das hinterlässt natürlich Spuren. Es kommt immer mal wieder vor, dass Geldscheine als Notizzettel gebraucht, aus Versehen mitgewaschen oder für Geldgeschenke geknickt werden."

Letztlich verliere er seinen Wert dadurch nicht. "Der Kunde hat die Möglichkeit, ihn bei seiner Hausbank oder bei einer Bundesbankfiliale umzutauschen." Wer sich unsicher sei, könne einen beschädigten Schein bei seiner Hausbank oder der Bundesbank vorlegen und sich beraten lassen, sagt Herrmann.

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Die Polizei sieht das nicht so entspannt. Wurde ein Geldschein bewusst beschädigt, also zum Beispiel wie im vorliegenden Fall bestempelt, dann könnte das Folgen für den Täter haben. Ob es strafbar ist, solche Scheine in Umlauf zu bringen, werde jetzt von der Staatsanwaltschaft geprüft.

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