merken
PLUS Dresden

Dresdner Innenstadt nicht vor die Hunde gehen lassen

In Folge der Pandemie könnten bald viele Geschäfte leer stehen, befürchtet das Citymanagement. Dennoch sollen Stadtteilzentren weiter entwickelt werden.

Mit roter Beleuchtung hat die Altmarktmarktgalerie vor wenigen Tagen auf die prekäre Situation des Dresdner Handels hingewiesen.
Mit roter Beleuchtung hat die Altmarktmarktgalerie vor wenigen Tagen auf die prekäre Situation des Dresdner Handels hingewiesen. ©  Archiv: Rene Meinig

Dresden. Wann können Dresdner Händler und Gastronomen nach dem Lockdown wieder Gäste in der Dresdner Innenstadt empfangen? Auf diese Frage gibt es immer noch keine Antwort. Doch die Gewerbetreibenden bereiten sich darauf vor. So wird beispielsweise in der Altmarkt Galerie schon neue Ware ausgepackt und dekoriert.

Doch die Befürchtungen, dass die Hoffnungen der Innenstadthändler auf viele Kunden zerstört werden, sind groß. Der Verein City Management Dresden e.V. (CMD) weist noch einmal auf geplante Erweiterungen von Handelsfläche am Stadtrand hin. So soll der Kaufpark Nickern bis 2025 neu gebaut werden, am kommenden Mittwoch soll eine erste Entscheidung dazu fallen.

Anzeige
Dynamische Verstärkung gesucht
Dynamische Verstärkung gesucht

Zur Verstärkung ihres Teams sucht die A4RES Gruppe Bautzen motivierte Immobilienkaufleute (m/w/d) für die Verwaltung ihrer Objekte.

„Durch die Pandemie werden wir in der Dresdner Innenstadt während den nächsten Wochen und Monaten die Verkleinerung von Geschäften und Stores, zahlreiche Geschäftsaufgaben sowie Insolvenzen erleben, die einen Leerstand mitten im Herzen unserer Stadt zur Folge haben“, sorgt sich Friederike Wachtel, Geschäftsführerin des CMD. Es müssten mehr Anlässe für einen Besuch der City statt an der Peripherie geschaffen werden. Der Verein möchte dabei seine vermittelnde Rolle zwischen dem strauchelnden Einzelhandel einschließlich der Gastronomie im Zentrum auf der einen Seite und der Stadtpolitik auf der anderen Seite wahrnehmen, sagt Wachtel.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Maik Rothhaar, Vorstandsmitglied des Citymanagements bestätigt das: „Wir sehen es als unsere Aufgabe, vor Entwicklungen, die eine Innenstadtentwicklung möglicherweise zusätzlich und nachhaltig schädigen, zu warnen. Wir wünschen uns von den Vertretern der Stadtpolitik, dass unsere Botschaft bei Abstimmungen über den Umfang von Erweiterungen des Einzelhandels am Stadtrand Berücksichtigung findet.“ Generell sei die maßvolle Entwicklung von Stadtteilzentren mit passenden Einzelhandelsangeboten durchaus positiv. Von dieser Nahversorgung profitierten vor allem die Bewohner der angrenzenden Wohngebiete. Kritisch würde es aber bei einer Überdimensionierung, die zum dauerhaften Abzug der Käufer aus dem Zentrum führt.

Erst am Donnerstag hatte der Chef von Globetrotter Ausrüstung vor einer zu großen Konkurrenz für die Innenstadthändler gewarnt. Der Sächsische Handelsverband hatte im Januar bekannt gegeben, dass sechs von zehn Läden in der Dresdner Innenstadt das Aus drohe.

Weiterführende Artikel

Dresden: Zähes Ringen um Kaufpark Nickern

Dresden: Zähes Ringen um Kaufpark Nickern

Der Bauausschuss will wissen, welche Folgen ein größeres Shoppingcenter für die City hat. Investor Krieger will schnell bauen. Doch noch hat er nicht abgesagt.

Die Dresdner City braucht dringend Ideen

Die Dresdner City braucht dringend Ideen

Die Debatte um den Kaufpark Nickern hat gezeigt, welcher Druck auf dem Dresdner Innenstadthandel lastet. Ein Kommentar.

Einkaufen: "Passt auf Dresdens Innenstadt auf"

Einkaufen: "Passt auf Dresdens Innenstadt auf"

Meistgelesen: Der Globetrotter-Chef Andreas Bartmann warnt vor einem neuen Kaufpark in Nickern. Er sieht den Einzelhandel in Dresdens City in Gefahr.

Dresdner Innenstadt steht Ladensterben bevor

Dresdner Innenstadt steht Ladensterben bevor

Der Handelsverband veröffentlicht drastische Zahlen: Sechs von zehn Läden drohe wegen Corona das Aus, auch in Dresden. Erste Insolvenzen gab es bereits.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden