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Dresdner Narrenhäusel: Bürgermeister drückt aufs Tempo

Nach über einem Jahr ist der Bauantrag von Investor Frank Wießner jetzt als vollständig anerkannt worden. Wie es jetzt weitergeht.

Narrenhäusel
Foto: Martin Trux
Narrenhäusel Foto: Martin Trux © Martin Trux

Dresden. Nachdem Bauunternehmer Frank Wießner in der vergangenen Woche beklagt hatte, dass es am Narrenhäusel nicht vorangeht, weil ständig neue Gutachten und Erklärungen gefordert wurden, hat sich Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) eingeschaltet. "Er hat eine große Runde zur Videokonferenz eingeladen und hat sich die Sachverhalte erklären lassen", sagt Wießner. Das hatte positive Ergebnisse für das Bauvorhaben. Wießner wurde jetzt die Vollständigkeit des Bauantrages bescheinigt. Darauf wartet er seit über einem Jahr. "Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten bearbeitet werden. Dann wissen wir mehr."

Offene Fragen waren zum Beispiel noch, wie die Erschließung zum Beispiel für Müllfahrzeuge erfolgen könnte. Laut Wießner wäre das auch von der Augustusbrücke aus möglich. Doch ihm wurde gesagt, dass Müllfahrzeuge nicht mehr über die sanierte Augustusbrücke fahren sollen. Das stimmt aber so nicht, wie Doris Oser erklärt, die persönliche Referentin des Baubürgermeisters. "Die Verwaltung wurde vom Stadtrat damit beauftragt, alle notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um die Augustusbrücke nach erfolgter Sanierung der Albertbrücke für den Kfz-Verkehr zu sperren", sagt sie. Dabei seien der durchgängige Straßenbahnbetrieb und die Benutzung der Brücke für Sicherheitstransporte wie Krankenwagen, Feuerwehr sowie Taxen sicherzustellen. "Müllfahrzeuge können nach der Straßenverkehrsordnung Sonderrechte wahrnehmen. Sie können die Augustusbrücke weiterhin befahren, soweit ihr Einsatz dies erfordert. Die Müllabfuhr für das Narrenhäusels wird allerdings über die rückwärtige Erschließung erfolgen", erklärt Doris Oser.

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Für Frank Wießner ist es eine gute Nachricht zu hören, dass die Müllabfuhr weiter über die Brücke fahren darf. "Dann hätte man noch Alternativen."

Dennoch wird es wohl weitere Gespräche über die Erschließung geben müssen, die momentan temporär privatrechtlich über die Wiesentorstraße gesichert ist.

Perspektivisch wird die Erschließung des Narrenhäusels über die sogenannte Stadtterrasse erfolgen, die parallel zur Köpckestraße verlaufen und über die Wiesentorstraße angebunden sein wird. Diese Stadtterrasse kann aber erst gebaut werden, wenn der Bebauungsplan zum Königsufer Rechtskraft erlangt, sagt Doris Oser. An ihm werde momentan gearbeitet. Auch die neue Bauzeile südlich der Köpckestraße wird über die Stadtterrasse erschlossen werden.

"Da das Narrenhäusel im Vorgriff auf den Bebauungsplan errichtet wird, muss der Bauherr die Erschließung seines Grundstücks für die Zeit bis zur Fertigstellung der Stadtterrasse sicherstellen", so Oser. "Das kann ich", sagt Wießner.

Gehen seine Pläne zeitlich auf, will er im kommenden Frühjahr mit dem Bau beginnen. Er weiß, dass zahlreiche ältere Dresdner darauf warten, im weitgehend originalgetreu aufgebauten Narrenhäusel einkehren zu können.

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Als Sieger des Architekturwettbewerbes ging der Entwurf von Martin Trux hervor. Er orientiert sich an einem barocken Palais und knüpft damit an die Entstehungszeit im 18. Jahrhundert an. Das originale Narrenhäusel war 1755 für den Hofnarren Augusts des Starken, Joseph Fröhlich, gebaut worden. Bei den Luftangriffen auf Dresden brannte es aus, 1950 wurde seine Ruine abgerissen.

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