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Feuerwehr: "Gut aufgestellt für Unwetterlagen"

Nach der Katastrophe im Westen fahren die Dresdner Feuerwehrleute mit Trauerflor und wollen vor Ort helfen. Sich selbst sieht man gut gerüstet.

Die Hilfsbereitschaft der Feuerwehren ist enorm, sagt der Dresdner Chef Andreas Rümpel. 2002 nahmen Feuerwehren ganze Tagesreisen in Kauf, um in Dresden zu helfen.
Die Hilfsbereitschaft der Feuerwehren ist enorm, sagt der Dresdner Chef Andreas Rümpel. 2002 nahmen Feuerwehren ganze Tagesreisen in Kauf, um in Dresden zu helfen. © Archiv/ddp

Dresden. Nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist man bei der Dresdner Feuerwehr in Trauer. Kollegen sind in Westdeutschland gestorben, bei dem Versuch ihre Arbeit zu machen und Leben zu retten. Es ist der höchste Preis, den man zahlen kann. Die Dresdner Brandschützer haben sehr schnell Kontakt aufgenommen mit den Kollegen im Westen.

„Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Familien, den Angehörigen und den Kameradinnen und Kameraden der Einsatzkräfte und Menschen, die durch die schlimmen Unwetter in den vergangenen Stunden ihr Leben verloren haben“, sagt Andreas Rümpel, Chef des Dresdner Brand- und Katastrophenschutzamtes. Und was manchmal etwas gestelzt und formell klingt, hat hier eine sehr menschliche Note.

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Über ihre Social-Media-Kanäle, über die die Berufsfeuerwehr auch an anderen Tagen in Kontakt ist mit den Kollegen in anderen Städten und Bundesländern, haben die Dresdner ihre Anteilnahme bekundet. Seit Freitag fahren sie mit Trauerflor – bis zum 28. Juli.

Parallel dazu warten man hier darauf, helfen zu können. „Die Hilfsbereitschaft unter den deutschen Feuerwehren ist enorm“, sagt Andreas Rümpel. Doch für einen Einsatz in den Katastrophengebieten brauche es einen offiziellen Auftrag, erklärt er. Die betroffenen Bundesländer müssten diese Hilfe anfordern, dann verteilt das Innenministerium die Aufträge.

Feuerwehr Dresden "gut aufgestellt für Unwetterlagen"

Von dort hieß es am späten Donnerstag auf Anfrage: „Aktuell liegt uns aus Nordrhein-Westfalen noch kein akutes Hilfeersuchen vor.“ Das sei ganz normal, „da zunächst das betroffene Bundesland eigene Katastrophenschutzkräfte mobilisiert und bei Bedarf die Nachbarbundesländer um Unterstützung bittet.“ Erst dann werde über das gemeinsame Melde- und Lagezentrum des Bundes ein konkretes Hilfeersuchen gestellt. Diese Organisationsstelle entscheide schließlich, wo und in welcher Form Hilfe benötigt und Unterstützung eingesetzt wird.

Rümpel ist überzeugt, die Dresdner Feuerwehr sei „gut aufgestellt für Unwetterlagen“. In der Leitstelle in Übigau gehen regelmäßig Meldungen des Wetterdienstes über die bevorstehende Entwicklung ein. Dabei schauen die Mitarbeiter auch auf die Landkreise Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und Meißen, für die die Dresdner Leitstelle ebenfalls zuständig ist. „Über 1,1 Millionen Menschen leben im Zuständigkeitsbereich dieser Leitstelle“, beschreibt Rümpel die Aufgabe mit einer Zahl.

Steht wirklich ein Unwetter bevor, würden mehr Mitarbeiter eingesetzt, um trotz einer erhöhten Anruferzahl schnell agieren zu können. Dabei setzen die Verantwortlichen zuerst auf das Regelpersonal, kurzfristig können aber weitere Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr helfen, die extra dafür ausgebildet wurden. Zusätzlich könnten dann noch Bereitschaftskräfte alarmiert werden.

Müssen die Helfer ausrücken, dann stehen sofort 100 Mitarbeiter in den fünf Feuer- und Rettungswachen der Stadt zur Verfügung, zusätzlich mehr als 500 ehrenamtliche Helfer aus den 21 Stadtteilfeuerwehren. „Spezielle Vorkehrungen sind deshalb nicht nötig“, ist Rümpel überzeugt.

Das heißt allerdings nicht, dass sich die Verantwortlichen zurücklehnen können. Der Chefdienst im Lagezentrum hat immer einen Blick „auf die Lage“, um rechtzeitig reagieren zu können, wenn die Dresdner an ihre Grenze kommen. Dann können sie sich auf die Hilfsbereitschaft ihrer Kollegen von außerhalb verlassen, sagen sie. So, wie sie es etwa beim Jahrhunderthochwasser 2002 schon erlebt haben.

Spendenmöglichkeiten für Hochwasser-Opfer:

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  • Den Hochwasser-Opfern im Westen Deutschlands geht es ähnlich wie vielen Dresdnern bei der Flut 2002 und weiteren Hochwassern 2010 oder 2013. Damals kamen Hilfe und Spenden aus dem ganzen Land. Jetzt können die Dresdner etwas zurückzugeben. Die Stiftung Lichtblick, eine Initiative der Sächsischen Zeitung, ruft auf, zu spenden. Das Geld wird in vollem Umfang vor Ort von Kooperationspartnern der Stiftung unbürokratisch an Betroffene ausgezahlt. Die Sächsische Zeitung wird in den nächsten Wochen über die Menschen, denen geholfen werden konnte, ausführlich berichten. "Menschen helfen Menschen in Not" heißt das Motto, unter dem Lichtblick seit 1996 zu Spenden für Bedürftige in Sachsen aufruft. In diesem Fall geht es um Solidarität mit den Flutopfern im Westen Deutschlands.
    Konto-Verbindung: Ostsächsische Sparkasse Dresden, Stichwort: "Sachsen gibt zurück", IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74, web www.lichtblick-sachsen.de
  • Auch die Stadt Dresden hat einen Spendenaufruf gestartet. Weitere Infos dazu unter www.dresden.de/hochwasserhilfe2021. Die Konto-Verbindung: Landeshauptstadt Dresden, Ostsächsische Sparkasse Dresden, IBAN: DE23 8505 0300 3120 0000 34, Verwendungszweck: Unwetterkatastrophe2021

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