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Dresdner Stadtrat: Dynamo-Million und Affenhaus

Die Dresdner Stadträte müssen vor dem Feiertag noch wichtige Entscheidungen treffen. Differenzen gibt es vor allem zum Sachsenbad und zu Dynamo Dresden.

Im Stadtrat bahnt sich Streit um zusätzliches Geld für das Trainingszentrum von Dynamo Dresden an.
Im Stadtrat bahnt sich Streit um zusätzliches Geld für das Trainingszentrum von Dynamo Dresden an. © Jürgen Lösel

Dresden. Weil am Donnerstag Himmelfahrt ist, tagt der Dresdner Stadtrat bereits am Mittwoch. Die Tagesordnung ist lang. Entscheidungen wie die zum Sachsenbad müssen zwingend getroffen werden. Das sind die wichtigsten Punkte der Sitzung.

Geld für Dynamo oder andere Vereine?

Dieses Thema beschäftigt den Stadtrat bereits einige Monate. Das Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum von Dynamo Dresden im Ostragehege ist deutlich teurer geworden als geplant. Dass die Baukosten auf rund 20 statt geplanter 15 Millionen Euro gestiegen sind, hat Dynamo nicht verschuldet. Deshalb wollte die Stadt dem Verein eine weitere Million Euro zuschießen.

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Das hat der Stadtrat im November abgelehnt, die Summe für andere Dresdner Vereine reserviert. Kurz darauf sollte die Dynamo-Million von der FDP über die Haushaltsverhandlungen doch noch gerettet werden. Doch als Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) die Vorlage, die im November abgelehnt worden war, nun erneut einbrachte, entfachte ein neuer Streit darum. Auch jetzt wollen einige das Geld lieber in den Dresdner Breitensport stecken. Nun soll der Stadtrat darüber endgültig entscheiden.

Sachsenbad: Verkauf oder nicht?

Das jahrelange Hin und Her um das Sachsenbad in Pieschen muss zumindest in einem entscheidenden Punkt am Mittwoch beendet werden. Der Stadtrat muss darüber abstimmen, ob die Stadt das historische Gebäude an einen Investor verkauft.

Der Investor bietet eine Million Euro, will dort Büros, eine Saunalandschaft, Gastronomie und einiges mehr reinbauen lassen und das architektonische Werk von Stadtbaurat Paul Wolf erhalten. Der schuf das Sachsenbad 1928/1929. Viele Jahre war es ein beliebtes Bad für die Bürger in Pieschen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat zuletzt vorgeschlagen, das Bad zu verkaufen, die Million Euro und das gesparte Geld für notwendige Dacharbeiten als Grundstock für ein neues Bad im Umfeld zurückzulegen. Dafür soll ein geeigneter Standort ermittelt werden.

Allerdings wurde im Bürgerforum dazu, das im April auf Antrag der Bürgerinitiative für den Erhalt des Sachsenbades durchgeführt wurde, klar: Die Bürger wünschen sich, dass das historische Gebäude in städtischer Hand bleibt und ein neues Bad integriert wird. Die Stadt hatte zuvor einen Variantenvergleich erstellen lassen.

Um diesem Bürgerwillen zu entsprechen, hat Die Linke nun einen neuen Vorschlag eingebracht: Das Sachsenbad könnte von der städtischen Bäder GmbH denkmalgerecht saniert und mit einem neuen Bad versehen werden, indem diese ein Darlehen von der Stadt als Gesellschafter erhält. Die Grünen schlagen nun eine ähnliche Variante vor, hier solle die städtische Stesad das Gebäude sanieren. Die Entscheidung zum Verkauf muss jetzt getroffen werden, weil das Angebot des Investors nur bis Ende Mai gültig ist.

Bekommt der Zoo ein Orang-Utan-Haus?

Seit vielen Jahren leben die Menschenaffen im Dresdner Zoo in einem Provisorium, schon lange ist ein Neubau geplant. Jetzt soll die Entscheidung dazu fallen, ob der Zoo ein neues Haus für rund 17 Millionen Euro bauen und Orang-Utans züchten darf.

Kritiker sehen darin Tierquälerei, Menschenaffen gehören für sie nicht in den Zoo. Piraten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann fordert stattdessen, die Affen aus dem Zoo auf einen Gnadenhof zu geben. Die Verantwortlichem im Dresdner Zoo sagen dagegen, den Affen gehe es gut, sie benötigen nur dringend eine neue und geeignete Unterkunft. Die Linke schlägt vor, eine eigene Auffangstation für weitere Affen im neuen Orang-Utan-Haus zu schaffen.

Der Stadtrat muss entscheiden, ob das neue Affenhaus kommt und wie es finanziert wird. zunächst war vorgesehen, dass der Zoo einen Kredit aufnimmt, für den die Stadt birgt. Jetzt hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) aber vorgeschlagen, dass die Stadt dem Zoo ein Darlehen gibt. Die Stadt hat rund eine halbe Milliarde Euro an Rücklagen bei Banken. Dafür drohen demnächst Strafzinsen, die vermieden werden, wenn die Stadt das Geld sozusagen verleiht.

Gibt Dresden weitere Coronahilfen?

Der Stadtrat soll darüber entscheiden, ob die Stadt auf die sogenannte Sondernutzungsgebühr für Veranstalter und Künstler wegen der Pandemie verzichtet, um im Sommer möglichst viel zu ermöglichen, wenn es die Infektionszahlen zulassen. Dabei geht es um 410.000 bis 620.000 Euro. Für Gastronomen ist der Verzicht auf die Gebühr für Freisitze bereits beschlossen. Dabei geht es um rund 380.000 Euro.

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