merken
PLUS Dresden

Ein Biedenkopf-Flughafen für Dresden?

Was in Leipzig/Halle von der CDU abgelehnt wurde, soll in Dresden möglich sein: die Umbenennung des Flughafens. Gute Idee? Hier können Sie abstimmen.

Soll der Dresdner Flughafen künftig den Namen von Kurt Biedenkopf tragen.
Soll der Dresdner Flughafen künftig den Namen von Kurt Biedenkopf tragen. © Ellger; Bonss

Dresden. Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) hat angeregt, den Dresdner Flughafen nach dem kürzlich verstorbenen, ersten sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf zu benennen. Das teilte der Sächsische Landtag am Montag mit. Vorbilder könnten demnach der 1992 in Betrieb genommene Münchner Flughafen "Franz-Josef Strauß" oder der nach Willy Brandt benannte BER sein.

"Ein Flughafen steht für Freiheit, Wirtschafts- und Wissenschaftskontakte und er ist für Urlauber zugleich Heimat – diese Mischung passt zu Biedenkopf", so Rößler. Die Benennung wäre "eine angemessene Würdigung für die bedeutendste politische Persönlichkeit Sachsens nach 1990."

Anzeige
Kommen Sie ins Team der WOGENO
Kommen Sie ins Team der WOGENO

Die WOGENO Wohnungsgenossenschaft Zittau eG bietet für engagierte Bewerber ein attraktives und verlässliches Arbeitsumfeld.

Die Angelegenheit liege jetzt bei der Mitteldeutschen Flughafen AG - damit habe der Freistaat als Miteigentümer selbst einen Einfluss auf die mögliche Umbenennung. "Ich bin mir sicher, dass die Sachsen und die Dresdner eine solche Ehrung für Kurt Biedenkopf mit großer Mehrheit unterstützen", so Rößler weiter.

Der 1930 in Ludwigshafen geborene Biedenkopf war am 12. August dieses Jahres in Dresden gestorben. Von 1990 bis 2002 war der Jurist der erste Ministerpräsident Sachsens nach der Wende und hat mit seiner Politik den modernen Freistaat Sachsen entscheidend mitgeprägt. Einen ausführlichen Nachruf auf "König Kurt", wie ihn viele Sachsen nannten, lesen Sie hier.

Kein Genscher für Leipzig/Halle

Durchaus pikant an der Debatte um die Umbenennung: Auch für Leipzig/Halle, den zweiten Flughafen auf sächsischem Territorium, gibt es seit Monaten Diskussionen um einen neuen Namen. Vergangenen Oktober sprach sich die sächsische FDP dafür aus, den Airport nach dem früheren Außenminister und Vize-Kanzler Hans-Dietrich Genscher zu benennen.

Der FDP-Politiker, der 2016 starb, wurde in Halle geboren und studierte in Leipzig. "Hans-Dietrich Genscher war einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Deutschen Geschichte und Wegbereiter der Deutschen Einheit", begründete der FDP-Vorsitzende Frank Müller-Rosentritt den Vorstoß.

Im März dieses Jahr erneuerten die Liberalen anlässlich des fünften Todestages Genschers am 31. März ihre Forderung und kündigten eine Petition für die Umbenennung an. Erst im Juli machte wiederum die sächsische SPD einen eigenen Vorschlag und brachte Anton Wilhelm Amo als Namensträger für Leipzig/Halle ins Gespräch. Amo lebte im 18.Jahrhundert und gilt als erster Bekannter Philosoph in Deutschland mit afrikanischen Wurzeln.

Weiterführende Artikel

Airlines kämpfen um Fluggäste

Airlines kämpfen um Fluggäste

Die Luftfahrt-Industrie will Corona schnell hinter sich lassen. Nun rangeln die ersten Gesellschaften um die besten Startpositionen in Europa.

Sachsens mächtigster Schreibtisch geht in Rente

Sachsens mächtigster Schreibtisch geht in Rente

Kurt Biedenkopf hatte ihn 1991 angeschafft. Nun wird der Schreibtisch ausgetauscht, an dem alle Ministerpräsidenten gearbeitet haben.

Sachsen nimmt Abschied von Kurt Biedenkopf

Sachsen nimmt Abschied von Kurt Biedenkopf

Sachsen hat seinem Ex-Ministerpräsidenten Biedenkopf in der Frauenkirche die letzte Ehre erwiesen. 300 geladene Gäste kamen zu dem Staatsakt.

Der Mann gegen Fluglärm soll Anwohner ruhig stimmen

Der Mann gegen Fluglärm soll Anwohner ruhig stimmen

Der neue sächsische Landesbeauftragte für Fluglärmschutz Jörg Puchmüller ist unabhängig. Aber ist er auch neutral?

Gegenüber der Leipziger Volkszeitung sprach sich das CDU-geführte sächsische Finanzministerium im Juli jedoch dagegen aus: „Ein Nutzen für eine Umbenennung ist nach wie vor nicht erkennbar. Noch dazu vor dem Hintergrund der Herausforderungen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Krise für alle Flughäfen", hieß es beim Ministerium.

Hinweis: Die Befragung ist nicht gewichtet und daher nicht repräsentativ.

Mehr zum Thema Dresden