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Einkaufen in Dresden: Hier ist Abholen ab Montag möglich

Am Montag dürfen Geschäfte ihre Waren wieder an die Kunden ausgeben. Wie das System "Click & Collect" funktioniert und welche Händler das in Dresden nutzen.

Franziska Rüpprich betreibt den Herrenausstatter Prüssing&Koll in der Dresdner Neustadt. Sie verpackt Kleidung, die ab Montag von den Kunden direkt am Laden abgeholt werden kann.
Franziska Rüpprich betreibt den Herrenausstatter Prüssing&Koll in der Dresdner Neustadt. Sie verpackt Kleidung, die ab Montag von den Kunden direkt am Laden abgeholt werden kann. © Sven Ellger

Dresden. Als letztes Bundesland zieht am Montag nun auch Sachsen nach: Ab 15. Februar dürfen Kunden wieder beim Händler vor Ort bestellen und die Ware dann vor Ort abholen.

Das hatte das sächsische Kabinett an diesem Dienstag beschlossen. Das als Click & Collect bezeichnete Bestell- und Abholsystem soll es den lokalen Händlern ermöglichen, ihr Geschäft wieder anzukurbeln.

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So funktioniert Click & Collect in Dresden

Die Click & Collect-Funktion bietet Kunden die Möglichkeit, die Produkte zunächst auf den jeweiligen Homepages der Anbieter online zu recherchieren und und auszuwählen.

Bezahlt werden soll kontaktlos, also bereits bei der Bestellung, abgeholt werden die Waren im stationären Einzelhandelsgeschäft vor Ort.

Die Funktion Click & Collect wird meistens auf den Webseiten - sollte der Händler diesen Service anbieten - während des Bezahlvorgangs als eigene Option angeboten.

Einige größere, deutschlandweit agierende Händler verweisen darauf, dass das Abholen nicht in jeder Filiale möglich ist - oft wird per Postleitzahl geprüft, ob es diese Möglichkeit in Dresden gibt.

Diese Händler in Dresden bieten Click & Collect an

Nutzen wird die Möglichkeit auch Franziska Rüpprich vom Modeladen Prüssig & Kroll im Königstraßenviertel. "Wir sind die ganze Zeit da und die Kunden können bestellen und abholen ab Montag", sagt sie, die unter anderem hochwertige Männermoden verkauft.

Sie bietet beispielsweise an, ihre Kunden per Videotelefonat durch den Laden zu führen und dann die Kleidung per Click & Collect zu verkaufen. "Dass wir das jetzt machen dürfen, hilft uns, aber es wir hätten uns einen früheren Zeitpunkt dafür gewünscht", sagt sie. "Wir kommen durch die Krise, aber jeder weitere Tag, den wir nicht komplett öffnen dürfen, ist einer zu viel", so Rüpprich.

So sieht das auch Hendrik M. Dietrich aus dem Geschenkeladen Catapult auf der Rothenburger Straße. "Wir bieten Click & Collect natürlich an, aber der Umsatz daraus ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein", so der Chef des Geschenkeladens. Seine Kunden können auf der Website die Produkte aussuchen und bei ihm abholen. Ihm fehlt die Perspektive, wann er wieder öffnen kann.

Wie viele kleinere Händler in Dresden das Bestell- und Abholsystem letztlich tatsächlich ab der kommenden Woche nutzen, ist offen.

Auch einige Läden in der Altmarktgalerie bieten den Service ab Montag an, darunter die beiden Schuhläden Deichmann und Görtz sowie mehrere Mode- und ein Sportgeschäft. Allerdings sollten die Kunden genau hinschauen, ob die Bestellung tatsächlich vor Ort abgeholt werden kann - oder muss.

So weist etwa Deichmann auf seiner Homepage darauf hin, dass die kostenlose Option "Filialabholung" derzeit nicht zur Verfügung steht.

Stattdessen werden die Schuhe geliefert, Deichmann übernimmt die Versandkosten von 2,99 Euro. Zudem hat das Unternehmen die Rückgabefrist auf 30 Tage verlängert.

In der Centrum-Galerie nutzen den Service zwei Modeläden sowie Media Markt.

Auch bei Galeria Karstadt Kaufhof in der Prager Straße ist das bestellen und abholen zahlreicher Artikel möglich. Auf der Homepage wird geprüft, ob der Artikel in Dresden sofort verfügbar ist oder zunächst bestellt werden muss und erst in zwei bis drei Tagen abholbereit ist. An der Kasse zeigen Kunden ihre Reservierungsnummer und können dort auch bezahlen.

Bei Gordon Knabe, Centermanager im Elbepark, haben bislang Media Markt und Cyberport angekündigt, dass sie Click & Collect nutzen werden.

Mehr Infos habe er von seinen Händlern nicht, viele seien sehr zurückhaltend. Und Knabe weiß auch warum: "Wir wollen erst den genauen Wortlaut der neuen Corona-Verordnung abwarten."

Noch sei ungeklärt, wie in welcher Form die Abstandsregelungen eingehalten werden sollen, wenn sich Warteschlangen vor den Läden bilden. Dabei könne ein kleiner Passus in der Verordnung große Auswirkungen haben, etwa, wenn Plexiglasscheiben gefordert werden sollten. "Das muss vorbereitet werden."

Aus seiner Kritik an der späten Zulassung von Click & Collect in Sachsen macht der Centermanager keinen Hehl. "Es kommt zu spät. Im Dezember wäre es für unsere Händler viel wichtiger gewesen", sagt Knabe mit Blick auf die entgangenen Umsätze.

Nun werde der Einzelhandel "mit einem Stück hingeworfener Wurst hingehalten" und solle dafür dankbar sein - obwohl der Lockdown erneut verlängert wurde. Natürlich zähle jeder Cent, um die verheerende Situation im Handel zu verbessern. Ob Click & Collect wirklich dazu beiträgt, werde sich aber erst in den nächsten Wochen zeigen, so Knabe.

Bei diesen Möbel- und Baumärkten in Dresden können Sie abholen

Im Elbepark weitet die Einrichtungskette Ikea das bereits in den anderen Bundesländern bewährte und durchaus genutzte Abholsystem auf seine Dresdner Filiale aus.

Die Online-Bestellung wird vor Ort im Einrichtungsmarkt zusammengestellt, dann bekommt der Kunde per Mail Bescheid, wenn alles verpackt ist und bereit steht.

Die Mitarbeiter suchen im Kassenbereich des Ikea-Marktes in Düsseldorf online bestellte Ware, die sie zuvor für bestimmte Abholzeiten zusammengestellt haben. Die Kunden können die Waren am Abholschalter kontaktlos abholen. Das soll nun auch in Dresden mög
Die Mitarbeiter suchen im Kassenbereich des Ikea-Marktes in Düsseldorf online bestellte Ware, die sie zuvor für bestimmte Abholzeiten zusammengestellt haben. Die Kunden können die Waren am Abholschalter kontaktlos abholen. Das soll nun auch in Dresden mög © Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Auch viele Dresdner Baumärkte setzen ab Montag auf den kontaktlosen Abholservice. Das ist unter anderen im Bauhaus-Baumarkt in Prohlis möglich. Click & Collect bieten auch die Toom-Filialen in Laubegast und Gompitz sowie die beiden Hornbach-Baumärkte in Prohlis und Kaditz an.

So bewertet der Handelsverband das Angebot

David Tobias ist beim Handelsverband Sachen für den Bereich Dresden zuständig und kritisiert die Entscheidung, Click & Collect erst jetzt in Sachsen zuzulassen, als zu spät. Die jetzt nach vielen Wochen eröffnete Möglichkeit werde durch die Politik als großes Zugeständnis an die Branche verkauft.

"Es fällt uns zugegebenermaßen schwer, die von der Politik erwartete oder erhoffte Dankbarkeit dafür aufzubringen", so Tobias. Die Entscheidung komme spät, für manche Verkäufe zu spät.

Als Beispiel nennt er den Bedarf an Winterschuhen für Kinder. "Mit dem Wintereinbruch wurden Artikel benötigt, die dann schlicht kurzfristig gebraucht und Online bestellt wurden." Diese Umsätze ließen sich jetzt nicht nachholen. Bei manchem Reparatur- oder Heimwerkerbedarf bestehe dagegen ein gewisser Nachholbedarf.

"Hier wurden die Menschen zuletzt allein gelassen mit ihrem Engpass an notwendigen Besorgungen, die nicht zwingend online bestellt werden konnten."

Blumen- und Schreibwarenläden: "Online-Handel keine Option"

Der Dresdner Handelsverbandschef geht davon aus, dass die verschiedenen Handelsbranchen und Standorte sehr unterschiedlich davon profitieren werden.

"Gerade die Innenstadt oder komplexe Einzelhandelslagen, die von einem lebendigen, frequentierten Umfeld leben, können darüber keine relevanten Umsätze erzielen, die die angeschlagene finanzielle Lage stabilisieren würden."

Anders sei das bei Geschäften im näheren Wohnumfeld, die ihre Kunden nun wieder mit Waren versorgen könnten.

Etwa für lokale Blumenläden oder Schreibwarengeschäfte sei der Onlinehandel in den vergangenen Wochen allein wegen der hohen Versandkosten keine Option gewesen. "Das bisher zwingend notwendige Verschicken von Ware ist für zahlreiche Branchen logistischer und betriebswirtschaftlicher Unfug."

Die Wirkung von Click & Collect dürfe für das finanzielle Überleben der Geschäfte nun aber nicht überbewertet werden, so Tobias weiter. Bei fünf bis zehn Prozent des regulären Umsatzes sei das nicht genug, um weiter auflaufende Rechnungen zu bezahlen.

Dazu komme der personelle und organisatorische Aufwand für die erforderlichen Hygienemaßnahmen. Aber Tobias räumt auch ein, dass allein die psychologische Wirkung wichtig sei. "Für die Kunden wird der Handel vor Ort wieder sichtbarer und die Beschäftigten verlieren hoffentlich nicht den Mut und sehen, dass ihre Branche doch noch gebraucht wird."

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