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Dresden: Kunden sind noch nicht zurück in der Innenstadt

Die Dresdner Händler kündigen eine weitere Einkaufsnacht an. Sie bemerken, dass Kunden jetzt gezielter einkaufen.

Eine Zählung auf der Prager Straße hat ergeben, dass noch immer Kunden fehlen.
Eine Zählung auf der Prager Straße hat ergeben, dass noch immer Kunden fehlen. © Archivfoto: Sven Ellger

Dresden. Die Innenstadt voller Menschen, Andrang in den Läden - die lange Shoppingnacht am vergangenen Freitag war ein Erfolg. Das möchten die Dresdner Innenstadthändler möglichst oft erleben: „Unsere Besucher und Besucherinnen waren gut gelaunt, die Frequenz am Tag war klasse" schätzt der Filialgeschäftsführer von Peek & Cloppenburg Dresden und Vorstandsmitglied des City Management Dresden, Maik Rothhaar, den Abend ein.

Dass am Freitag aber vor allem das Feiern beim Stadtfest im Vordergrund für die Besucher stand, sagt Friederike Wachtel, die Geschäftsführerin des City Management Dresden. Deshalb kündigt sie eine zweite lange Einkaufsnacht an, bei der das Hauptaugenmerk auf den Einzelhändlern liegen soll. Voraussichtlich am 5. November solle sie stattfinden, sofern die Corona-Regeln dies zuließen.

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Umsatz pro Kunde höher

Ein Blick auf die nüchternen Zahlen zeigt, wie wichtig Angebote dieser Art für die Händler sind. Rund zehn Prozent der Innenstadt-Verkaufsfläche stehen inzwischen leer. In den Top-Lagen um den Altmarkt, entlang der Wilsdruffer Straße sowie rund um die Prager Straße und am Hauptbahnhof sind die meisten verwaisten Läden zu finden.

Und auch die Passantenfrequenz ist noch nicht wieder das, was sie einmal war. In der Dresdner Top-Einkaufslage Prager Straße Nord wurden am 14. September dieses Jahres in einer Samstags-Nachmittagsstunde 3.069 Besucher gezählt. Der Vergleich zum Jahr 2019 offenbart, dass damit 17,9 Prozent weniger Menschen auf der Einkaufsmeile unterwegs waren. Bereitgestellt wurden die Daten von der hystreet.com GmbH und per Handzählung von Engel & Völkers Commercial Berlin.

Diesen Fakt bestätigt auch Maik Rothhaar von P&C Dresden. "Die Frequenz ist noch nicht so hoch, wie sie vor Corona war, aber sie entwickelt sich in die richtige Richtung." Ähnlich sieht es Dirk Fittkau vom französischen Immobilienunternehmen Klepierre, das sich auf die Verwaltung von Einkaufszentren spezialisiert hat. Dazu gehört auch die Dresdner Centrum Galerie. "Natürlich sind auch in der Centrum Galerie die Frequenzen noch nicht wieder auf Vorkrisen-Niveau", so Fittkau. Dies sei vor dem Hintergrund der weiterhin geltenden Corona Schutzmaßnahmen wie der Maskenpflicht auch nicht weiter verwunderlich. "Allerdings beobachten wir, dass der Umsatz pro Kunde vielfach deutlich höher ist." Insofern greife die Fokussierung auf die Frequenzen zur Beschreibung der Lage etwas zu kurz, zumal auch der Trend sowohl bei den Umsätzen als auch den Frequenzen positiv ist.

Maik Rothaar ergänzt, er stelle fest, dass die Kunden inzwischen sehr gezielt und bedarfsgerecht einkauften.

Erfreut ist der Filialleiter über den Besuch tschechischer Gäste, die auch beim Late Night Shopping am Freitagabend dabei waren. "Das ist neben den innerdeutschen Touristen, die gern nach Dresden kommen, ein Pluspunkt für den Handel."

Nicht jede Stadt kann diese Erfolge verbuchen. In den Münchner Toplagen wie der Kaufinger- oder der Neuhauser Straße sind die Passantenfrequenzen noch um 40,3 beziehungsweise 31,2 Prozent niedriger als 2019. Das liegt vor allem auch daran, dass die Touristen aus Asien noch nicht wieder zurück sind. Diese machen in Dresden noch nicht so einen hohen Anteil aus.

Weitere offene Sonntage gewünscht

Die Dresdner Händler wissen, dass sie mehr bieten müssen, um wieder mehr Menschen in die Geschäfte der Innenstadt zu locken. Events können dafür ein geeignetes Mittel sein, wie das Late Night Shopping gezeigt hat. Peek & Cloppenburg-Filialleiter Rothhaar ist dafür im Vorjahr eine Kooperation mit den Dresdner Musikfestspielen eingegangen, um Besitzer von Kundenkarten einzuladen. Leider ist es aufgrund der Corona-Regeln noch nicht zu der Veranstaltung gekommen. "Im Moment sind viele Entwicklungen noch nicht absehbar", sagt Rothhaar.

Auch in der Centrum Galerie sind größere Aktionen aufgrund der geltenden Regelungen nicht möglich. "Deshalb versuchen wir, mit kleinen sympathischen Aktionen, wie beispielsweise durch die Kooperation mit dem Kulturschaufenster, unseren Kunden schöne, überraschende Erlebnisse zu geben", sagt Klepierre-Mann Fittkau.

Vor wenigen Wochen erst hatte im Untergeschoss ein Blutspendezentrum des DRK eröffnet. Das hat zwar nichts mit einem Event zu tun, doch Kunden können so das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Ein Beispiel dafür, wie Handelsfläche künftig auch genutzt werden kann.

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Fittkau hofft, dass sich möglichst viele Einzelhändler bei konzertierten Aktionen für Besucher engagieren und sich beteiligen. Als besonders wünschenswert hält er eine Steigerung der Anzahl an verkaufsoffenen Sonntagen in Dresden. Für dieses Jahr hat der Stadtrat die Adventssonntage 5. und 19. Dezember beschlossen.

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