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Penny findet Nachfolger in Dresden-Pillnitz

Über Monate mussten die Anwohner um ihren Supermarkt vor Ort bangen. Kurz nach Bekanntgabe der Schließung gibt es nun überraschende Neuigkeiten.

Wird im Juni 2021 schließen: Der Penny-Markt auf der Pillnitzer Landstraße 315.
Wird im Juni 2021 schließen: Der Penny-Markt auf der Pillnitzer Landstraße 315. © Marion Doering

Dresden. Nur vier Tage, nachdem die Discounter-Kette Penny bekanntgegeben hat, ihre Filiale in Dresden-Pillnitz zu schließen, ist überraschend schnell ein Nachfolger gefunden worden. Das hat die FMS-Handelsgesellschaft, ein lokaler Zusammenschluss mehrerer Betreiber von Rewe-Märkten in Dresden, am Montag verkündet.

Im jetzigen Penny-Markt soll nach dem Umzug der Filiale an den neuen Standort nach kurzer Umbauzeit ein Nahkauf entstehen, eine Marke der Rewe-Gruppe, erklärt Stefan Köckeritz, Geschäftsführer der Handelsgesellschaft.

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In Dresden-Pillnitz drohte der Versorgungsengpass

Köckeritz selbst betreibt bereits einen Rewe-Markt in Leuben. Seit März 2019 ist er gemeinsam mit Fritz Starke und Michael Günther auch Betreiber des Nahkaufs in Striesen, außerdem leiten die Männer eine Nahkauf-Filiale in Chemnitz.

Das Rewe-Unternehmen bewirbt Nahkauf als "kompetenten Nachbarschaftsmarkt"; der "kleine Vollsortimenter vor Ort oder in der Stadtrandlage" stelle "in vielen kleinen Kommunen die Versorgung mit den Gütern des täglichen Bedarfs sicher".

Eben diese Versorgungslage schien in den vergangenen Monaten in der Umgebung rund um Pillnitz in Gefahr zu sein. Seit 15 Jahren ist der hiesige Penny-Markt der einzige Supermarkt zwischen Wachwitz und dem für sein Schloss berühmten Stadtteil im Dresdner Osten.

Anwohner erfuhren von Schließung an der Kasse

Doch als Penny im März 2020 bekanntgab, eine neue Filiale im rund fünf Kilometer entfernten Graupa zu bauen, brodelte die Gerüchteküche. Vor allem ältere und weniger mobile Anwohner sorgten sich darum, bald ohne wohnortnahe Einkaufsmöglichkeit dazustehen.

Doch auch nach dem Baustart des 800 Quadratmeter großen Marktes in Graupa im Oktober wollte Penny lange nicht Stellung beziehen. Stattdessen erfuhren Anwohner an der Supermarktkasse, dass der Umzug bereits fix sei - inklusive aller Mitarbeiter.

Vergangene Woche dann die Hiobsbotschaft: Penny-Ost-Sprecherin Anja Schwerdtfeger bestätigte die Schließung im Juni dieses Jahres. Die Begründung: Die Verkaufsfläche von 570 Quadratmetern sei zu klein, um "das Penny-Konzept in voller Breite darzustellen".

Teurere Preise? Betreiber widerspricht

Einziger Lichtblick: Man sei in Verhandlungen mit potentiellen Nachfolgern, wolle sich derzeit aber noch nicht äußern. Nur wenige Tage später überrascht nun Köckeritz mit der Nachricht, dass seine Handelsgesellschaft den Laden mit 570 Quadratmetern Fläche übernehmen werde.

"Nahkauf gehört ja wie Penny zur Rewe-Gruppe und da werden bei einer Schließung die Optionen, wie es weitergehen kann, intern besprochen", sagt Köckeritz.

Nachdem bekannt wurde, dass Penny schließt, hatte die Sprecherin der Stadt Dresden, Anke Hoffmann, zu wenig Flexibilität bei den Betreibern kritisiert. Die Vorgaben für die Märkte hinsichtlich ihrer Größe, des Sortiments und der Gebäude an sich seien gerade am Stadtrand wirtschaftlich und baulich nicht zu verwirklichen. Doch Einfluss auf die Entscheidungen der Unternehmen habe man als Verwaltung kaum.

"Nahkauf engagiert sich auch in Gebieten, in denen große Märkte infrastrukturell an ihre Grenzen stoßen", sagt Stefan Köckeritz. Sorgen der Anwohner, im Nahkauf könnte es künftig deutlich teurer werden, möchte er vorgreifen.

Shuttle-Bus während des Umbaus geplant

"Wir bieten alle Grundprodukte zu Discount-Preisen an und haben zusätzlich noch Markenangebote", sagt der Geschäftsführer. Und verspricht: Die Produktanzahl im Laden soll sich im Vergleich zu Penny sogar verdoppeln.

Sobald der Discounter ausgezogen sei, würden sich Handwerker an den Umbau machen, so Köckeritz. Das dauere nicht länger als fünf bis zehn Tage, man denke in dieser Übergangszeit über einen Shuttle-Bus zu einer anderen Rewe-Filliale nach. Auch der ansässige Bäcker soll im Gebäude bleiben.

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Die große Katastrophe, vor der sich die Anwohner fürchteten - sie konnte in Pillnitz früher als erwartet abgewendet werden. Doch die Versorgungslage, gerade am Stadtrand, dürfte auch mit der kürzlich prognostizierten Alterung der Dresdner Bevölkerung ein schwieriges Thema bleiben.

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