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Dresdens Super-Supermärkte

Die Jackfrucht sollte man kennen, wenn man Supermarkt des Jahres werden will. Beim Wettbewerb haben es gleich zwei Märkte aus Dresden ins Finale geschafft.

Konsum-Marktleiterin Marie Princen kann sich freuen: Ihr Markt am Schillerplatz gehört laut Branchenzeitschrift zu den besten Deutschlands.
Konsum-Marktleiterin Marie Princen kann sich freuen: Ihr Markt am Schillerplatz gehört laut Branchenzeitschrift zu den besten Deutschlands. © René Meinig

Dresden. Begrüßt wird der Kunde von einer riesigen horizontal aufgeschnittenen Ananas. Ihr Deckel hängt an der Decke, in der unteren Hälfte liegen frisch abgepackte Ananas, Melone und Ingwershots in kleinen Fläschlein. Die Ladengestaltung und Atmosphäre, die den Kunden erwartet, ist ein Bewertungskriterium beim Wettbewerb "Supermarkt des Jahres", der unter anderem von der Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis durchgeführt wird. Mit so einer Besonderheit wie der riesigen Ananas kann der Konsum in der Schillergalerie in Dresden-Blasewitz punkten, denn solche Details gibt es nicht in jedem Lebensmittelmarkt.

Die Filiale, die im Jahr 2000 eröffnet wurde, zählt deutschlandweit zu den drei Besten in der Kategorie "Filialisten bis 2.500 Quadratmeter Verkaufsfläche". Und gleich noch einer von insgesamt zwölf Gewinnern kommt dieses Jahr aus Dresden: Ebenfalls zu den besten drei in der Kategorie "Filialisten ab 2.500 Quadratmeter" gehört das Kaufland auf der Borsbergstraße in Striesen-West.

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Eine wichtige Auszeichnung, die als „Oskar des Lebensmittelhandels“ bezeichnet wird: "Der Wettbewerb setzt für die Branche Maßstäbe", sagt Reiner Mihr, Chefredakteur der Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis. "An den ausgezeichneten Märkten orientiert sich der Lebensmittelhandel in ganz Deutschland und dadurch entwickeln sich die Supermärkte weiter."

Pluspunkt für in Gin gereiftes Rindfleisch

Die Konsum-Filiale in der Schillergalerie hat 50 Beschäftigte, davon sechs Auszubildende. Die Marktleiterin Marie Princen freut sich über die Auszeichnung: "Ich arbeite seit 20 Jahren für die Genossenschaft und sie ist für mich Heimat und Familie", sagt sie. Mittlerweile arbeiten sogar Freunde von ihr in der Filiale. Auch das sei hier eine Besonderheit, denn es gebe wenig Wechsel im Team, und die Kunden hätten so eine persönliche Bindung zum Verkaufspersonal, sagt sie.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Fleischtheke, die verschiedene Arten der Fleischveredelung anbietet. Der ganze Stolz von Max Winkler ist der Dry-Age-Kühlschrank. Er ist der stellvertretende Abteilungsleiter der Fleischabteilung und erklärt die Besonderheit: "Das Fleisch wird zum Grillen mürbe gemacht und wir bieten ganzjährig spezielle Zubereitungsarten an", sagt er. In diesem Jahr geht das Rindfleisch, das in Butter sowie in Gin oder Whiskey reift, am besten. Vier bis sechs Wochen liegt das Fleisch im Reifeschrank und erhält so eine besondere Konsistenz und einen einzigartigen Geschmack. "Das ganze Team freut sich über die Auszeichnung", sagt Max Winker, der seit zwei Jahren in der Filiale arbeitet, "der zweite Platz ist grandios."

Für den Wettbewerb können sich die Märkte selbst anmelden. Unter allen Bewerbungen, die aus ganz Deutschland eingehen, sucht die Jury zwölf Nominierte aus, die dann anonym getestet werden. Zu den Bewertungskriterien zählen zum Beispiel Kundenorientierung und Kompetenz der Mitarbeiter, Kundenführung, Ladengestaltung und Atmosphäre, Sauberkeit und Aufgeräumtheit sowie Serviceangebote. "Das wird durch anonyme Einkäufe überprüft, bei denen auch ungeschminkte Fotos gemacht werden", sagt Reiner Mihr.

Putzi-Zahncreme und Feldschlößchen-Bier

Im Kaufland-Standort auf der Borsbergstraße haben das Warenangebot mit einer unglaublichen Vielfalt, das große Angebot an laktose- und glutenfreien Produkten, die großen Bedientheken mit kompetenten Mitarbeitern und die kostenfreie Tiefgarage die Jury überzeugt.

Weit vorn im Ranking befindet sich auch die Kaufland-Filiale an der Borsbergstraße.
Weit vorn im Ranking befindet sich auch die Kaufland-Filiale an der Borsbergstraße. © René Meinig

In der 1998 eröffneten Filiale arbeiten 160 Mitarbeiter: "Unser Mitarbeiterleitspruch ist: Hart in der Sache und locker im Umgang", sagt Marktleiter Nico Salomo. Er hat selbst hinter der Bedientheke angefangen, denn der direkte Verkauf am Kunden ist seine Leidenschaft, sagt er. Die Regionalität und Produktvielfalt aus Dresden mache für ihn das Kaufland aus: "Von der Putzi-Zahncreme bis zum Feldschlösschen-Bier gibt es bei uns alles."

Bei der Verbraucherbefragung für den Wettbewerb stand das Thema Nachhaltigkeit weit oben: An der Fleischtheke sollten die Verkäufer etwas zur Initiative Tierwohl und deren Haltungsstufen erzählen können und über die Herkunft des Fleisches Bescheid wissen. "Oder wenn ein Kunde beim Obst und Gemüse etwas über die Jackfrucht als Fleischersatz wissen will, wäre es gut, wenn der Verkäufer diese Frucht kennt", sagt Reiner Mihr.

So ist die neue Abfüllstation für Wasch- und Spülmittel im Kaufland der Jury positiv aufgefallen: "Wir überlegen regelmäßig, welche neuen Aktionen wir in der Filiale umsetzen wollen", sagt Nico Salomo. Um Verpackungsmüll zu sparen, können Kunden an der Station ihre einmal gekauften Flaschen immer wieder auffüllen.

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