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Dresdner Spielaxie hat wieder geöffnet

Spielwarenhändler Daniel Dorner musste Insolvenz anmelden und die Filiale in der Altmarktgalerie schließen. Nun blickt er wieder positiv in die Zukunft.

Daniel Dorner hat eine historische Schulbank in der Spielaxie im Sachsenforum aufgebaut und verkauft dort auch Ranzen, fachkundige Beratung inklusive.
Daniel Dorner hat eine historische Schulbank in der Spielaxie im Sachsenforum aufgebaut und verkauft dort auch Ranzen, fachkundige Beratung inklusive. © Marion Doering

Dresden. Er hätte sich keinen besseren Neustart wünschen können. Seit dieser Woche hat Daniel Dorner seine Spielaxie im Gorbitzer Sachsenforum wieder geöffnet, genau wie die Filiale in der Pirnaer Altstadt. In den vergangenen Wochen haben sich die Kinder die Nase vor seinen Schaufenstern im Sachsenforum plattgedrückt, während er das Spielwarengeschäft umgebaut und neu dekoriert hat.

Vor allem zum Kindertag kamen viele Kunden, um Wünsche ihrer Kinder und Enkel zu erfüllen. "Es war toll zu sehen, wie die Mädchen und Jungen alles in die Hand genommen haben und mit leuchtenden Augen durch die Regalreihen gelaufen sind", sagt der Spielwaren-Händler. "Nach den wiederholten, monatelangen Schließungen ist das ein sehr gutes Gefühl und eine echte Befreiung."

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Bei der Spielaxie waren bereits im vergangenen Jahr die Umsätze infolge des Lockdowns massiv eingebrochen. Das Unternehmen hatte daraufhin ein sogenanntes Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, um die Corona-Folgen überwinden zu können. Die bekannteste Spielaxie-Filiale in der Altmarktgalerie, in der Dorner 2002 als 28-Jähriger begonnen hat, musste er schließen. Seitdem hat die Spielaxie eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen umgesetzt.

Dorner blickt angesichts der aktuellen Entwicklungen wieder optimistisch in die Zukunft "Wir haben in den vergangenen Monaten viel Zuspruch durch unsere Kunden erhalten", sagt er. Das habe Mut für den Neustart gemacht. Viele Stammkunden kämen jetzt nach Gorbitz, da es dort kostenlose Parkplätze gibt.

Doch auch die Gläubiger der Spielaxie unterstützen den Sanierungskurs des Unternehmens: Erst vor wenigen Tagen haben sie der Fortführung des Geschäftsbetriebs und der Fortsetzung der Sanierung in Eigenverwaltung zugestimmt. Diese Entscheidung fiel einstimmig. Für Dorner war das ein äußerst positives Zeichen, das ihm Mut macht.

"Die Zustimmung der Gläubigerversammlung ist ein wichtiges Zeichen des Vertrauens in die ergriffenen Maßnahmen zur Neuaufstellung des Unternehmens", betonte Alexander Hartig von der bundesweit tätigen Dresdner Restrukturierungskanzlei Kübler, der als Sachwalter die Eigenverwaltung beaufsichtigt. Auch Hartig wurde von den Gläubigern im Amt bestätigt.

Momentan arbeitet Dorner nur mit einem Azubi in Gorbitz, seine Frau führt das Pirnaer Geschäft. Wenn sich alles wieder normalisiert und die Testpflicht langfristig wegfällt, will er auch seine Mitarbeiter wieder aktivieren.

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Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung handelt es sich um ein klar strukturiertes Verfahren, mit dem sich Unternehmen binnen weniger Monate grundlegend restrukturieren und sanieren können. Die Spielaxie wendet damit ein im deutschen Recht vorgesehenes Sanierungsinstrument an, das die Umstrukturierung von Unternehmen erleichtern und beschleunigen soll, die zwar finanziell unter Druck stehen, aber operativ gesund sind. Während des Sanierungsprozesses wird die Geschäftsführung von den Restrukturierungsexperten der Kanzlei Mulansky + Kollegen unterstützt.

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