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Mehr Parkplätze gegen Ladensterben in Dresden?

Dresden droht eine tote Innenstadt, darin ist sich der Stadtrat einig. Kaum Einigkeit herrscht darüber, wie sich das verhindern lässt.

Auch auf der Prager Straße in Dresden stehen Geschäfte leer. Mehr Grünflächen, mehr Parkplätze, mehr kulturelle Angebote - was kann gegen ein Ladensterben getan werden?
Auch auf der Prager Straße in Dresden stehen Geschäfte leer. Mehr Grünflächen, mehr Parkplätze, mehr kulturelle Angebote - was kann gegen ein Ladensterben getan werden? © René Meinig

Dresden. Panik-Mache oder drohende Krise? Dass Dresden auf ein Ladensterben in der Innenstadt zuläuft, daran will im Stadtrat am Donnerstagabend niemand zweifeln. Allein auf der Wilsdruffer Straße zwischen dem Pirnaischen Platz und dem Altmarkt stehen derzeit mindestens sechs Geschäfte leer, sagt Grünen-Stadtrat Thomas Löser, dessen Fraktion eine aktuelle Stunde zu diesem Thema beantragt hat. Die Verlagerung des Handels ins Internet sei durch die Corona-Pandemie verschärft worden, Defizite des Zentrums noch deutlicher, so Löser. Widersprechen möchte ihm zwar niemand, doch wie die drohende Katastrophe abgewendet werden könnte, dazu haben die Stadträte höchst unterschiedliche Ansichten.

Löser fordert unter anderem mehr Aufenthaltsqualität im Zentrum und ein aktives Management leerstehender Ladenflächen. CDU-Stadtrat Steffen Kaden lässt die Grünen dagegen wissen, dass er ihnen eine Mitschuld am Ladensterben gibt. "Jedes Jahr gehen in der Innenstadt Parkplätze verloren", sagt er. Natürlich würden dadurch weniger Menschen ins Zentrum finden. Auch über verkaufsoffene Sonntage werde jedes Jahr aufs Neue debattiert. So könne eine Belebung der Dresdner City nicht funktionieren.

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"Warenverkauf reicht nicht mehr"

"Ein reiner Warenverkauf reicht nicht mehr, um Zentren zu beleben", sagt Linke-Stadtrat Magnus Hecht. Leere Ecken müssten attraktiver werden, zum Beispiel durch Künstler und Kreative. Die Kulturinseln, die nach der ersten Corona-Welle für Stimmung im Zentrum sorgten, werden am Donnerstag gleich mehrfach lobend erwähnt. Hecht schlägt darüber hinaus Ausstellungsrundgänge und Straßenmusik-Festivals vor.

Auch die AfD sieht eine Fehlentwicklung der Dresdner Innenstadt in den vergangenen Jahren. Die Dresdner ziehe es zum Shoppen mehr und mehr in die Einkaufszentren an den Randgebieten. Den Elbepark nennt Stadtrat Uwe Vetterlein als Beispiel. Das habe seiner Ansicht nach Gründe, unter anderem die große Zahl an Parkplätzen, die es dort gibt. Einkaufen zu ungewöhnlichen Zeiten, ein zeitweise kostenfreier ÖPNV oder kostenfreies Parken in der Innenstadt könnten helfen, dem Ladensterben entgegenzuwirken, findet er.

Nun ist die Task Force dran

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An sich habe die City in den vergangenen Jahrzehnten eine hervorragende Entwicklung genommen, schätzt Löser ein und will damit ein nicht allzu düsteres Bild zeichnen. "Wir unterschätzen die Attraktivität unserer eigenen Innenstadt." Was mit all den Vorschlägen passiert? Ein Fachbeirat und eine Task Force in der Stadtverwaltung will in den nächsten Wochen kurzfristige und langfristige Maßnahmen erarbeiten. Vorschläge sollen Händler und Gastronomen einbringen, aber auch jeder Dresdner wird die Chance dazu haben, verspricht die Verwaltung.

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