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Erste Fußwegplatten für Augustusbrücke

Die Sandstein-Brüstungen wachsen jetzt sichtbar. Daneben verlegen die Brücken-Sanierer Granitplatten. Wie der Bauplan ist.

An der elbaufwärts liegenden Seite der Augustusbrücke werden die Sandsteinbrüstungen versetzt. Ein Teil davon war so beschädigt, dass neue Brüstungssteine eingebaut werden müssen.
An der elbaufwärts liegenden Seite der Augustusbrücke werden die Sandsteinbrüstungen versetzt. Ein Teil davon war so beschädigt, dass neue Brüstungssteine eingebaut werden müssen. ©  Foto: Rene Meinig

Dresden. Die Sanierung der zweiten, elbabwärts liegenden Hälfte der Augustusbrücke geht dem Ende entgegen. Nach der Fertigstellung des ersten Teils war im August 2019 damit begonnen worden. Im kommenden Jahr soll die Brücke wieder freigegeben werden. Allerdings bleibt sie für Autos bis auf Ausnahmen gesperrt. Durch die trockene und milde Witterung sind die Arbeiten zügig vorangekommen, teilt die Stadt mit. Denn beim Versetzen der Sandsteine sind Temperaturen von über fünf Grad nötig.

Bis kurz vor Weihnachten haben die Sanierer der Firma Hentschke Bau gearbeitet. Das Band der Sandsteinbrüstungen erstreckt sich jetzt vom Altstädter Brückenbeginn bis über den dritten der insgesamt neun Bögen. Parallel dazu haben die Bauleute auf dem ersten Bogen damit begonnen, neben der Sandsteinbrüstung die Granitplatten des Fußweges zu verlegen. Zwischen Fußweg und Straße ist eine Ziegelmauer errichtet worden, in der auch die nötigen Leitungen für Trink- und Regenwasser sowie für Strom- und Telekomleitungen verlaufen. Daneben versetzen die Bauleute die Bordsteine.

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Verlegt werden jetzt auch wieder die Granitplatten des Fußweges.
Verlegt werden jetzt auch wieder die Granitplatten des Fußweges. © Foto: Rene Meinig

Bei den Brüstungen werden auch alte Sandsteine wieder eingebaut. Viele von ihnen können erhalten werden, auch wenn sie ausgebessert werden müssen. Andere Steine sind hingegen so kaputt, dass sie durch neue ersetzt werden müssen. Damit sind die Sächsischen Sandsteinwerke Pirna beauftragt.

Für die gesamte Augustusbrücke liefert das Unternehmen rund 1.500 Tonnen. Über drei Viertel davon sind bereits auf der Augustusbrücke eingebaut. Bei den Brüstungen sind die kleinsten Steine zehn Zentner schwer, die größten bringen bis zu drei Tonnen auf die Waage. Dabei handelt es sich um die großen Steine, auf denen die Beleuchtungs- und Fahrleitungsmasten stehen. Der erste neue Fahrleitungsmast ist kürzlich aufgestellt worden. Abgebaut wird der Sandstein nur wenige Kilometer von der östlichen Dresdner Stadtgrenze entfernt an der Lohmener Mühlleite. Das ist einer von sechs Steinbrüchen des Unternehmens rings um Pirna. Herausgebrochen und -gesprengt werden Blöcke des besonders harten Postaer Sandsteins.

In diesem Steinbruch an der Mühlleite bei Lohmen werden die Sandsteine für die Augusutbrücke abgebaut.
In diesem Steinbruch an der Mühlleite bei Lohmen werden die Sandsteine für die Augusutbrücke abgebaut. © Archivfoto: Peter Hilbert

Stehen die Brüstungen über den jeweiligen Bögen, können die Bauleute daneben die Fußwegplatten verlegen. Die Stadt hofft, dass der zweite Geh- und Radweg der Augustusbrücke im März freigegeben werden kann. Eigentlich sollte er noch dieses Jahr fertig werden. Als Grund für die Verzögerung hatte die Stadt erhebliche Einschränkungen bei der Materiallieferung angegeben. Allerdings bestehe durch die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen die Möglichkeit, dass es zu weiteren Schwierigkeiten bei der Materiallieferung und bei der Baustellenbesetzung kommt.

Mit zwei Fußwegen gibt es dann wieder bessere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger zwischen der Alt- und der Neustadt, zumal in Coronazeiten anderthalb Meter Abstand eingehalten werden sollten. Ist der Fußweg fertig, kann der Straßen- und Gleisbau beginnen. Die Straße auf der Brücke soll im Sommer 2021 fertig werden. Sie bleibt aber für Autos bis auf Ausnahmen gesperrt. Ist die Brücke ausgetrocknet, sind noch Arbeiten an den Fassaden und an der Unterseite nötig. Die Stadt hofft, dass diese bis Ende 2021 abgeschlossen werden können.

Die Sanierung der Augustusbrücke dauert aus mehreren Gründen nicht nur länger, sondern sie wird auch deutlich teurer als ursprünglich geplant. Waren vor dem Baubeginn noch rund 22 Millionen Euro dafür vorgesehen, so sind jetzt etwa 28 Millionen Euro nötig. Ende November 2019 waren die Gesamtkosten noch auf 24,9 Millionen Euro geschätzt worden.

Die Arbeiten haben im April 2017 begonnen. Damals war noch geplant, dass sie bis März 2019 abgeschlossen werden. Doch daraus wurde nichts. Zuerst musste die Fertigstellung auf Ende 2019, dann auf Sommer 2020 und letztlich auf Sommer 2021 verschoben werden. Die Stadt begründet die geplatzten Zeitpläne vor allem mit zahlreichen Überraschungen an dem alten Bauwerk. So musste eine alte Dichtung aus Steinkohlenteer entfernt werden. Zudem seien die Schäden deutlich größer als erwartet gewesen.

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