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Dresden: Radweg am Pauliberg "absoluter Irrweg"

Damit Radfahrer dort sicher fahren können, müsste eine Fahrspur auf der Radeburger Straße wegfallen. Dieser Vorschlag trifft auf Widerstand aus der FDP-Fraktion.

Auf der Radeburger Straße zwischen Maxim-Gorki-Straße und Stauffenbergallee, dem sogenannten Pauliberg, leben Radfahrer gefährlich.
Auf der Radeburger Straße zwischen Maxim-Gorki-Straße und Stauffenbergallee, dem sogenannten Pauliberg, leben Radfahrer gefährlich. © Sven Ellger

Dresden. Vor wenigen Wochen hatte sich die Arbeitsgemeinschaft "Nachhaltig mobil im Dresdner Norden" (AG) zu Wort gemeldet. Weil Radfahrer auf der Radeburger Straße gefährdet sind, hat sie den Vorschlag gemacht, am sogenannten Pauliberg zwischen Maxim-Gorki-Straße und Stauffenbergallee eine Fahrspur stadtauswärts wegzunehmen und stattdessen einen Radweg zu markieren. Dafür wurde auch eine Petition gestartet, die am Montagvormittag 2.131 Mitzeichner hatte.

Diese Idee trifft jedoch auf den Widerstand der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat.
"Die Schaffung eines Radweges durch Verzicht auf eine Fahrspur kann nicht die Lösung sein. Die Radeburger Straße ist die Haupteinfallstraße von der Autobahn A4 für Fahrten in und aus der Stadt", erklärt der Fraktionsvorsitzende Holger Zastrow.

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Zastrow: "über Alternativen nachdenken"

Als Bundesstraße sei sie auch durch den Wirtschaftsverkehr hochfrequentiert. Am bislang in Richtung Norden zweispurigen Pauliberg quälten sich die Lkw bergan. "Zwischen Maxim-Gorki-Straße und Stauffenbergallee müssen stadtauswärts zwei Fahrstreifen erhalten bleiben, da sich andernfalls der Verkehrsfluss entlang des wichtigsten Dresdner Autobahnzubringers massiv und mit erheblichen Auswirkungen auf das Nebenstraßennetz in Trachau und in der Neustadt verschlechtern würde."

Zastrow bezeichnete den Vorschlag der AG als "absoluten Irrweg". Der fortschreitende Rückbau von Hauptverkehrsstraßen führe in die Sackgasse.

Zastrow macht jedoch eigene Vorschläge. Wie an der Radeburger Straße lohne es sich vielerorts darüber nachzudenken, den Radverkehr vom Hauptstraßennetz zu entkoppeln, eigene Fahrradstraßen oder durch Nebenstraßen geführte und für den Radverkehr privilegierte Routen zu schaffen. "Am Pauliberg gibt es mit der dringend nötigen Neugestaltung des Kreuzungsbereiches zur Stauffenbergallee, der Sanierung der Stauffenbergallee und der Neugestaltung des Hammerweges Alternativen, über die nachzudenken sich lohnt."

Fast 29.000 Fahrzeuge pro Tag

Der Fraktionsvorsitzende sagt, dass es für sichere und gute Radwege in Dresden ein neues Denken brauche. Nur ideologiefreie und ergebnisoffene Debatten würden Lösungen für alle Verkehrsteilnehmer bringen.

Die AG "Nachhaltig mobil im Dresdner Norden" begründet ihre Forderung nach einem separaten Radweg durch die hohe Anzahl von fast 29.000 Fahrzeugen pro Tag auf diesem Abschnitt. Der Radweg sei mit relativ geringem Aufwand herzustellen.

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Die Stadt hatte jedoch mitgeteilt, dass dies nicht so ist, zudem sei die Radeburger Straße eine Bundesstraße. Es gebe jedoch Planungen für den Bereich.

Die Petition läuft noch bis 21. April.

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