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Fernsehturm: Dresdner fordern Stopp

Die Stadträte sollen über das Verkehrskonzept abstimmen. Dagegen macht eine Bürgerinitiative mobil und will das Projekt am liebsten ganz ausbremsen.

Die Debatte um den Fernsehturm in Dresden geht weiter.
Die Debatte um den Fernsehturm in Dresden geht weiter. © Marion Doering

Dresden. In dieser Woche entscheidet der Dresdner Stadtrat über eine Absichtserklärung zur Sanierung und Wiederbelebung des Dresdner Fernsehturms.

Es geht aber nicht nur um die gut sechs Millionen Euro, die die Stadt zur Sanierung beitragen soll. Weitaus teurer wird es, die Straßen und den Nahverkehr zum Turm herzustellen. Die Umsetzung des Verkehrs- und Mobilitätskonzepts kostet 43 Millionen Euro. Dass der Rat auch darüber diese Woche entscheidet, ruft die Bürgerinitiative (BI) Fernsehturm Dresden auf den Plan.

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"Die Infrastruktur kann den geplanten Massentourismus nicht vertragen, so Stefan Döring, Sprecher der Initiative. Döring wendet sich in einem offenen Brief an die Dresdner Stadträte.

Die Bürgerinitiative vertrete alle unmittelbar Betroffenen aus Wachwitz, Pappritz, Gönnsdorf, Loschwitz, Niederpoyritz, Bühlau und Weißig. Es seien nicht nur die direkten Anwohner betroffen, weil der Turm zum Besuchermagnet werden soll.

Steuermittel von mehr als 70 Millionen Euro - für die Turmsanierung 26,5 Millionen und für den verkehr 43 Millionen Euro würden "in erster Linie einem privaten Investor und dem Eigentümer" des Turms zugutekommen, so Döring. Da sich bereits mehrere Stadtbezirksbeiräte und Ortschaftsräte gegen das Verkehrskonzept ausgesprochen haben, sollten die Stadträte ihr Entscheidung "gut durchdenken".

Das "Grundprinzip, Massentourismus und Besucherverkehr aus den Wohngebieten herauszuhalten" werde "grundlegend verletzt".

Nicht genug Geld durch Corona

Zudem fehle auch noch das Betreiberkonzept für den Fernsehturm. Zwar habe die Stadt dieses längst ausgeschrieben, aber noch keinen Betreiber oder dessen Konzept vorgestellt. "Trotzdem soll über das nicht vorhandene Konzept entschieden werden", so der Sprecher.

Das nehme den Räten die Möglichkeit, dieses "hinreichend zu prüfen". "Ein Bekenntnis zu millionenschweren Investitionen und Subventionen kann unseres Erachtens nach ohne Kenntnis von Roß und Reiter nicht erfolgen", sagt Döring.

Auch fehle Dresden wegen der Corona-Auswirkungen das Geld. So müsse die Stadt 77 Millionen Euro sparen, dafür wurden Kürzungen bei Schulen, Kitas, Straßen und mehr vorgeschlagen. Döring verweist auch auf notwendige Investitionen wie am Blauen Wunder oder dem Baudenkmal Sachsenbad.

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Für den Shuttlebus zum Turm soll Dresden aber pro Jahr 860.ooo Euro ausgeben, auch wenn ein dauerhafter Zuschuss für den Betreiber des Fernsehturms ausgeschlossen ist. Wir bitten die Stadträte, dieses Projekt - zumindest bis zu einer grundlegenden Klärung - zu stoppen", sagt Döring.

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