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Feuer im Hechtviertel - Mann springt aus dem Fenster

Weil ein Wohnhaus brennt, springt am Samstag ein 33-Jähriger aus dem zweiten Stock. Haus und Straße sind wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Bis zum Mittag waren fast hundert Feuerwehrleute im Einsatz um einen Hausbrand an der Buchenstraße im Dresdner Hechtviertel zu löschen.
Bis zum Mittag waren fast hundert Feuerwehrleute im Einsatz um einen Hausbrand an der Buchenstraße im Dresdner Hechtviertel zu löschen. © Roland Halkasch

Dresden. Im Hechtviertel in der Leipziger Vorstadt hat es am Samstagmorgen einen Großeinsatz der Feuerwehr gegeben. Gegen 5.30 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand gerufen. Als die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stand die Wohnung in der zweiten Etage im Vollbrand, teilte die Feuerwehr mit. Es schlugen Flammen und Rauch aus mehreren Fenstern einer Wohnung, die später auf das Dach übergriffen. 

Kurz vor 6 Uhr am Morgen schlugen Flammen aus einer Wohnung.
Kurz vor 6 Uhr am Morgen schlugen Flammen aus einer Wohnung. © Roland Halkasch

Als die Feuerwehr kurz nach 5.30 Uhr in der Buchenstraße eintraf, waren Polizei und Rettungskräfte schon da. Ein 33 Jahre alter Mann stand am Fenster der brennenden Wohnung in der zweiten Etage. "Wir haben ihn dort oben gesehen, konnten aber unsere Ausrüstung nicht so schnell in Stellung bringen", beschreibt Feuerwehrsprecher Michael Klahre die Situation. "Die Wohnung stand komplett in Flammen, in seiner Verzweiflung wollte der Mann springen." 

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Um den Aufprall zumindest etwas abzudämpfen, wurden Plastikcontainer unter das Fenster geschoben. Dennoch verletzte sich der Mann, der Mieter der Wohnung ist,  schwer und wurde sofort vom Notarzt versorgt. Aufgrund der schweren Brandverletzungen soll er in eine Spezialklinik nach Leipzig gebracht werden. 

Auch gegen 10 Uhr löschen die Einsatzkräften vor Ort in der Buchenstraße noch von zwei Drehleitern aus, sie suchen nach Brandnestern im Dachgeschoss. "In den oberen Etagen herrscht Einsturzgefahr", sagte  Jan Wolf, Einsatzleiter vor Ort. Das heißt, auch die Bewohner werden nicht nach Hause zurückkehren können. Insgesamt 16 Mieter mussten evakuiert werden, ein Mieter sei nicht daheim gewesen, wie ein Polizeisprecher mitteilt. 

Die Dresdner Verkehrsbetriebe hatten in den kühlen Morgenstunden einen zufällig vorbeifahrenden Linienbus zur Verfügung gestellt, um die von der Polizei aus dem Haus geholten Bewohner aufzunehmen. Am Morgen 10 Uhr ist der Bus nicht mehr da, um eine mögliche Notunterbringung kümmert sich das Brand- und Katastrophenschutzamt Dresden. In diesem Fall seien alle Mieter bei Verwandten oder Freunden untergekommen.

Die Bewohner des Hauses wurden erst einmal in einem Bus der DVB untergebracht.
Die Bewohner des Hauses wurden erst einmal in einem Bus der DVB untergebracht. © Roland Halkasch

Einsatzleiter Jan Wolf sagte, ungewöhnlich an dem Feuer sei,  dass die Rettungskräfte erst so spät gerufen wurden. "Das Feuer war sehr weit fortgeschritten." Ob es in den Wohnungen Rauchmelder gab, ist derzeit ebenfalls unklar. Die Pflicht, Rauchmelder zu installieren, gilt momentan nur für Neubauten. Eine entsprechende Pflicht für Bestandswohnungen soll aber auch in Sachsen eingeführt werden.

92 Feuerwehrleute von sieben Feuer- und Rettungswachen in der gesamten Stadt sowie die Stadtteilfeuerwehr Gorbitz waren in der Buchenstraße im Einsatz. Mit drei Drehleitern dämmten die Feuerwehrleute die Flammen ein. Der Dachstuhl brannte dennoch komplett aus. Wegen der starken Rauchentwicklung bittet die Feuerwehr die Anwohner im Bereich Buchen- und Hechtstraße Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Einsatz wird sich noch über mehrere Stunden hinziehen, teilte die Feuerwehr mit. Die Polizei sowie der Dispatcher der DVB sind ebenfalls vor Ort. Der gesamte Bereich ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Um trotz des Großeinsatzes den Schutz in der Landeshauptstadt aufrecht zu erhalten, wurden die Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr inzwischen mit Kräften der Stadtteilfeuerwehren aus Klotzsche und Niedersedlitz besetzt.  

Mittags, kurz vor halb zwei, war die Buchenstraße noch immer gesperrt. Die Feuerwehr rückte jedoch langsam ab. Einsatzkräfte von Polizei und Technischem Hilfswerk (THW) waren noch vor Ort. Man sei hier, um das Eigentum zum Beispiel mit Zäunen zu sichern, sagte ein THW-Mitarbeiter. Angaben zum Gesamtzustand des Gebäudes konnte er noch nicht machen.

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Zur Brandursache war auch am Sonntagmorgen noch nichts näheres bekannt. Laut Polizei müssen die Statiker des THW erst das Haus erst freigeben, ehe man in der Wohnung nach möglichen Gründen für das Feuer suchen könnte, hieß es. Der Zustand des Gebäudes lasse derzeit nichts anderes zu. Dies sei auch der Grund für die anhaltende Sperrung der Buchenstraße für den Verkehr.

Man hoffe, im Lauf des Tages Zugang zu dem Gebäude zu erhalten.

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