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Ingrid Voigtmann sucht Paten für Neupflanzungen in Dresden. Mit großem Erfolg. Innerhalb von zehn Jahren sammelte sie eine fünfstellige Summe.

Ingrid Voigtmann sorgt mit dafür, dass der Große Garten in Dresden voller Bäume bleibt.
Ingrid Voigtmann sorgt mit dafür, dass der Große Garten in Dresden voller Bäume bleibt. © Sven Ellger

Dresden. Wenn Ingrid Voigtmann durch den Großen Garten in Dresden läuft, trifft sie viele alte Bekannte. Die Zapfenkiefer zum Beispiel, mit den filigranen, weichen Nadeln. Oder die junge Winterlinde, die gerade in voller Blüte steht und wunderbar duftet. Für sie und viele andere Bäume hat die Ruheständlerin Paten gesucht, die sich an den Kosten für die Neupflanzungen beteiligen. Denn auch im Gartendenkmal, in dem rund 18.000 Bäume wachsen, sind die Auswirkungen der drei letzten heißen Sommer nicht zu übersehen.

250 Bäume sind infolge der Trockenheit und damit einhergehender Erkrankungen wie der Rußrindenkrankheit eingegangen. Weitere 400 müssen in den nächsten zwei Jahren gefällt werden, weil sie schon extrem geschädigt sind, sagt Uwe Sandner, der Gartenbereichsleiter für Mittel- und Westsachsen bei Schlösserland.

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Über 12.000 Euro für Bäume gesammelt

Für ihn ist es ein Glücksfall, dass sich Ingrid Voigtmann mit ihrer Initiative TreeDD ehrenamtlich für den Großen Garten engagiert. "Natürlich bekomme ich Geld für Neupflanzungen, aber das reicht bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken", sagt Sandner. Dank der Spenden, die über die Baumpaten eingehen, kann deutlich mehr gepflanzt werden.

Seit die Zusammenarbeit mit dem Großen Garten 2017 begann, hat Ingrid Voigtmann über 12.000 Euro Spendengeld gesammelt. Dafür setzt sie jeden gepflanzten Baum perfekt in Szene, möglichst mit einer Skulptur, einer Bank oder einem Gebäude im Park im Hintergrund und stellt die Fotos auf die Webseite von TreeDD. Denn sie weiß: Auf den Standort kommt es an.

Bäume, die sehr versteckt inmitten anderer stehen oder nicht von einem Weg aus sichtbar sind, finden oft keine Interessenten. "Die Leute wollen ihren Baum ja besuchen, möglichst noch in seiner Nähe sitzen können", sagt sie. So kommt es, dass einige Bäume mehrere Paten finden, andere gar keine. Aber wo im Gartendenkmal gepflanzt wird, ist nach den historischen Plänen klar festgelegt. Darauf hat sie keinen Einfluss. Ebenso wenig auf die Arten. Da interessiert es nicht, dass Eichen oder Blutbuchen bei den Spendern besonders beliebt sind.

Kita-Kinder besuchen "ihren" Baum

In diesem Herbst sollen weitere 13 Bäume nachgepflanzt werden, die verschiedenen Arten hat Ingrid Voigtmann bereits auf der Webseite aufgezählt. Sie ist gespannt, wer sich zum Beispiel für die Wildbirne oder die Hängebirke interessieren könnte. Gespendet wird immer mehr auch zu persönlichen Anlässen wie Hochzeiten, Taufen oder auch zu Firmenjubiläen.

Für die Zapfenkiefer haben zum Beispiel die Eltern einer Kita an der Comeniusstraße Geld gesammelt. Sie wollten einen Baum, den die Kinder im Rahmen ihrer Kita-Ausflüge gut besuchen können. Inzwischen kommen die Kinder regelmäßig und schmücken den Baum auch, wie zuletzt Ostern. "Ich weiß, dass dies gar nicht gern gesehen wird im Gartendenkmal", sagt Voigtmann. "Aber die Kinder sollen doch auch Freude an ihrem Baum haben."

Inzwischen kümmert sie sich seit zehn Jahren darum, dass es in Dresden grüner und damit auch das Klima besser wird. Auslöser ihrer Idee für TreeDD war der Wettbewerb „Ideen-Initiative-Zukunft“, über den sie in einer Filiale der DM-Drogerie erfuhr. Sie konnte die Jury 2011 von ihrem Projekt „Der Baum – mein Freund in der grünen Stadt“ überzeugen. Das Preisgeld investierte Ingrid Voigtmann direkt in den ersten Baum. Die Amurkirsche wurde 2012 nach Absprache mit dem Amt für Stadtgrün in der Kleingartenanlage Hansapark gepflanzt.

Danach nahm ihre Initiative richtig Fahrt auf. Mithilfe der Bürgerstiftung fand sie jemanden, der ihr die Webseite aufgebaut hat, was deutlich zur Bekanntheit beitrug. Das Grünflächenamt bot ihr ein Pflanzprojekt an der Wiener Straße an, wo 44 Bäume zwischen Franklin- und Uhlandstraße stehen sollten. "Über 11.000 Euro sind dafür zusammengekommen", sagt sie stolz. 2016 wurden die Bäume gepflanzt. Danach begann die Zusammenarbeit mit dem Großen Garten.

Eigenes Engagement für Lebensqualität

Für Ingrid Voigtmann ist ihr ehrenamtliches Engagement, an dem inzwischen die ganze Familie beteiligt ist, ein kleiner Teil, um die Lebensqualität in der Stadt zu erhalten. "Wir müssen begreifen, dass wir selbst etwas tun müssen, um die Folgen des Klimawandels zumindest durch die Nachpflanzungen aufzuhalten", sagt sie.

Und wie schön es ist, einem Baum dabei zuzusehen, wie er wächst und gedeiht, erlebt sie regelmäßig, wenn sie "ihre" Lärche am Neuteich besucht. Den Baum hat sie als Preisgeld von der Stiftung "Baum des Jahres" gewonnen und dem Großen Garten gespendet. Aus dem Setzling einer Baumschule ist inzwischen eine stattliche, fünf Meter hohe Lärche geworden. Auch für weitere Bäume im Großen Garten hat die Familie gespendet.

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Spenden sind ab 50 Euro möglich, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Die Personen oder Firmen erhalten eine Urkunde mit dem Namen des Baumes und seiner Nummer im Baumkataster des Großen Gartens. Schlösserland stellt auch Spendenquittungen aus. Weitere Informationen auf www.treeDD.de

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