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Dresden feiert: So lief es beim Stadtfest

Anfahrt, Highlights, Hits und Headliner. Dazu Staufallen und was am Wochenende noch so in der Stadt los war - alles rund um die Dresdner Großparty lesen Sie hier.

Dopamin: DJ Purple Disco Machine heizt der Menge auf dem Theaterplatz ein.
Dopamin: DJ Purple Disco Machine heizt der Menge auf dem Theaterplatz ein. © Sven Ellger

Dresden. Das Dresdner Stadtfest Canaletto ist zu Ende. Seit Freitag fand nach einem coronabedingten Jahr Pause erneut Dresdens größte Party in der City statt. Im Vorfeld musste ein Hygienekonzept gefunden werden, das auf die besonderen Anforderungen während der Pandemie Rücksicht nimmt, den Feiernden aber möglichst wenig den Spaß verdirbt. Was Sie nun zum Stadtfest wissen müssen - und was am Feierwochenende in der Innenstadt genau los war:

Sonntag, 22.00 Uhr: Furioser Abschluss des ersten Stadtfestes, nachdem Corona die Menschen in eine spaßbefreite Lebensphase gezwungen hat: Das große Feuerwerk erleuchtet um 22 Uhr die Stadtkulisse und die Stadtfestgäste feiern das Leben. Auf dem Theaterplatz, wo nach den Rhythmen des DJs Purple Disco Machine getanzt wurde, halten die Menschen kurz den Atem an: Helles Leuchten und dann: Weiterfeiern - als wärs auf keinen Fall das letzte Mal.

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Dresden leuchtet: Um 22 Uhr startet das traditionelle Feuerwerk zum Abschluss des Stadtfestes.
Dresden leuchtet: Um 22 Uhr startet das traditionelle Feuerwerk zum Abschluss des Stadtfestes. © Sven Ellger (Symbolbild)

Sonntag, 21.15 Uhr: One more time! Die Party läuft. Disco auf dem Theaterplatz. Die Fans des DJs und Produzenten Purple Disco Machine feiern zum ersten Mal den Künstler, der in seiner Heimatstadt nahezu unerkannt lebt und in der ganzen Welt auftritt. Für ihn ein Heimspiel, das ihn happy machen dürfte: Der Theaterplatz ist heute Nacht der beste Club der Welt.

Am Sonntagabend der beste Club der Welt: DJ Purple Disco Machine auf dem Theaterplatz.
Am Sonntagabend der beste Club der Welt: DJ Purple Disco Machine auf dem Theaterplatz. © Sven Ellger

Sonntag, 19.20 Uhr: Der letzte Abend Stadtfest. Auf dem Theaterplatz rockt die Band Pankow. "Wir sind zwar schon Opas, aber wir können es noch!", ruft Sänger und Gitarrist Jürgen Ehle, und die Menge jubelt. Jubel gilt auch dem Tag der deutschen Einheit am heutigen Sonntag - ganz besonders für die Band mit langer und nicht unkomplizierter DDR-Gescichte und für ihre Fans, die Pankow seither begleiten.

Kost the Ost: Pankow, DDR-Rock-Urgestein auf der Bühne auf dem Theaterplatz.
Kost the Ost: Pankow, DDR-Rock-Urgestein auf der Bühne auf dem Theaterplatz. © Sven Ellger

Sonntag, 15.50 Uhr: Bilanz am dritten Tag: Noch läuft das Stadtfest. Im sonntäglichen Sonnenschein spazieren die Besucher über die Festmeilen und freuen sich auf Abschlusskonzerte und das große Feuerwerk um 22 Uhr. Unterdessen ziehen die Veranstalter der Dresdner Stadtfest GmbH schon mal Bilanz. "Wir sitzen hier mit zufriedenen Gesichtern", sagt Stadtfestchef Frank Schröder.

Rund 350.000 Dresdner und Gäste der Stadt haben am Wochenende entspannt und fröhlich gefeiert. "Wir sind mit vielen Händlern, Gastronomen, Künstlern und Partnern ins Gespräch gekommen, sie geben uns positives Feedback. So können wir sagen: Das war ein gelungenes Fest!"

Auch das Hygienekonzept sei aufgegangen. Es sah Absperrungen von einer Gesamtlänge von rund fünf Kilometern vor, die auf- und wieder abgebaut werden müssen. "An den Zugängen zum Theaterplatz und dem Volksfestgelände hat unser Ordnungsdienst per App genau kontrolliert, wie viele Besucher das 3G-Areal betreten und wieder verlassen", heißt es jetzt. Dort waren nur 4999 Gäste zugelassen, zum Teil bildeten sich Warteschlangen. "Es gab aber aus Sicht der Ordnungskräfte zu keiner Zeit einen wirklich kritschen Moment", erklärt Rodney Aust, der im Veranstalterteam für das Künstlermanagemnt zuständig ist.

Eine ausführliche Bilanz und Zusammenfassung finden Sie hier.

Sonntag: 15.40 Uhr: Der Entencup des Lions-Club geht in die 13. Runde. 7.000 gelbe Quietsch-Entchen schippern ab der Carola-Brücke über die Elbe - oder fliegen erstmal durch die Luft, bevor sie wieder im Nass landen. Dabei konnten Besucher Entenpatenschaften für je 5 Euro kaufen. Der Erlös des Charity-Events geht diesmal an den Prohliser Verein Musaik - Grenzenlos Musizieren.

Flieg Entchen, flieg: 7.000 Enten schippern für einen guten zweck die Elbe entlang.
Flieg Entchen, flieg: 7.000 Enten schippern für einen guten zweck die Elbe entlang. © Sven Ellger
Polizei auf dem Schloßplatz: Trotz der Menschenmenge ist die Stimmung gelassen und friedlich.
Polizei auf dem Schloßplatz: Trotz der Menschenmenge ist die Stimmung gelassen und friedlich. © Sven Ellger
Blick auf die Schlossstraße. Das super Wetter sorgt für beste Laune.
Blick auf die Schlossstraße. Das super Wetter sorgt für beste Laune. © Sven Ellger
Stadtfest bewegt: Tanzcombo LND Freaks auf der Bühne vor dem Kongress-Zentrums.
Stadtfest bewegt: Tanzcombo LND Freaks auf der Bühne vor dem Kongress-Zentrums. © Sven Ellger
Das Stadtfest läuft: Blick am Freitagabend über den gut gefüllten Theaterplatz auf die Bühne.
Das Stadtfest läuft: Blick am Freitagabend über den gut gefüllten Theaterplatz auf die Bühne. © Nadja Laske
Konzentriertes Ballern: Besucherin Kiki am Samstagabend am Schießstand.
Konzentriertes Ballern: Besucherin Kiki am Samstagabend am Schießstand. © Sven Ellger
Am Ende baumelt der Lohn am Finger: ein Pikachu. Kiki zieht gut gelaunt weiter.
Am Ende baumelt der Lohn am Finger: ein Pikachu. Kiki zieht gut gelaunt weiter. © Sven Ellger

Sonntag: 13.40 Uhr: Der Mittagshunger kommt bestimmt. Darauf können sich auch Katarina und Mariusz verlassen. Am Theaterplatz verkaufen sie Polnische Piroggen. "Die sind handgemacht und bio, ohne irgendwelche Zusätze!", beteuert die Polin.

Sie ist aus Katowice mit ihrem Mann nach Dresden gekommen. Es ist ihr erstes Fest seit Corona, auf dem sie ihr Nationalgericht wieder verkaufen können. Bei den Besuchern kommen die traditionellen, gefüllten Teigtaschen bestens an. "Wir sind mit unserm Umsatz sehr zufrieden und finden das Fest hier besonders schön!", sagt Katarina.

"Wir sind mit unserm Umsatz sehr zufrieden": Katarina und Mariusz ais Polen in ihrer Piroggen-Küche.
"Wir sind mit unserm Umsatz sehr zufrieden": Katarina und Mariusz ais Polen in ihrer Piroggen-Küche. © Sven Ellger

Sonntag: 12 Uhr: Nicht nur für Partys stehen die Stadtfestgäste an - auch für den Besuch des ökumenischen Gottesdienstes der Freien Evangelischen Gemeinde Dresden am Sonntagmittag auf dem Theaterplatz. Die Publikumsplätze vor der großen Bühne sind voll besetzt und immer mehr Besucher strömen heran.

Unter dem Credo "Wir sind eins" erleben Sie einen sehr modernen Gottesdienst mit klerikaler Rock- und Popmusik. Verschiedene Pfarrer sprechen über Gemeinsamkeit, Verbindendes und die Voraussetzungen, die die Einheit von Menschen und Völkern braucht. All das, nicht ohne auf den Tag der Deutschen Einheit am heutigen 3. Oktober Bezug zu nehmen. "Eins sein heißt nicht, mit allem einer Meinung zu sein", sagt Pfarrer Frank Döhler. "Eins sein bedeutet, nicht zuzulassen, dass die Verbitterung in uns Einzug hält."

"Wir sind eins": Gottesdienst am Theaterplatz.
"Wir sind eins": Gottesdienst am Theaterplatz. © Sven Ellger

Sonntag, 11.30 Uhr: Der Sonntag startet, wie der Samstag geendet hat: mit vielen Menschen. Der Andrang beim Impfen am Landtag ist groß. So groß, dass die Stadt die Zahl der Teams erhöht hat, die den Menschen den Pieks zur Corona-Schutzimpfung verabreichen. Seit Sonntag sind es drei, geben die Veranstalter bekannt. Auch am Vormittag bilden sich schon wieder Warteschlangen.

Sonnabend, 22.15 Uhr: Noch ist nicht Schluss auf dem Volksfestgelände: Lange Schlangen am Einlass. Von weitem sind schon die Schreie derer zu hören, die den ultimativen Kick zwischen Himmel und Hölle suchen. Nervenkitzel pur beim nahezu freien Fall aus zig Metern Höhe oder beim Überschlag. Schleudergang bis der Arzt kommt. An den Schießständen wird derweil konzentriert geballert. Die letzte Stadtfeststunde für diesen Tag hat geschlagen. Um 23 Uhr schließt der Ausschank und die Händler räumen ihre Stände ein.

Spitze Schreie zwischen Himmel und Erde: Besucher auf dem Volksfestgelände am Samstagabend.
Spitze Schreie zwischen Himmel und Erde: Besucher auf dem Volksfestgelände am Samstagabend. © Sven Ellger

Sonnabend, 21. 00 Uhr: "Es ist drei Uhr nachts" auf dem Theaterplatz. Naja, noch nicht ganz. Aber von der Bühne herunter in die Menge geremixt. Der Lea-Hit bringt die Masse zum Tanzen.Und dabei brennt die Luft. "Hallo Dresden!" rufen Gestört aber GeiL über den Platz. Und die 4.999 Partygäste auf dem 3G-Areal brüllen zurück: "HIER!!!"

Wer es nicht geschafft hat, rechtzeitig aufs umzäunte Festgelände vor der Semperoper zu kommen, drängt sich entlang der Absperrung. Und das sind viele!

Auf der Bühne gibt's jetzt Feuerwerk zu Leas "Wohin gehst du?" - wie lange haben alle hier Partys und Konzerte vermisst. Jetzt bricht sich die Freude über die Rückkehr der Unbeschwertheit Bahn.

Nicht drei Uhr nachts, aber kurz nach neun auf dem Theaterplatz: "Gestört aber GeiL" in Dresden.
Nicht drei Uhr nachts, aber kurz nach neun auf dem Theaterplatz: "Gestört aber GeiL" in Dresden. © Sven Ellger

Sonnabend, 19.40 Uhr: Der erste vollständige Stadtfest-Tag geht auf seinen Hauptakt zu. Während man sich am Theaterplatz langsam darauf einzustellen beginnt, dass ab 20.45 Uhr das DJ-Duo "Gestört aber GeiL" die Turntables übernehmen wird, ist Stadtfest-Chef Frank Schröder mit dem Ablauf der Party bislang sehr zufrieden.

Alles läuft aus Sicht der Veranstalter glatt: Tausende gut gelaunte Gäste, keine Schwierigkeiten bei der Müllentsorgung, und die meisten der etwa 200 Händler dürften zufrieden sein. Zudem spielt das Wetter mit. Auch von den 300 eingesetzten Sicherheitskräften seien bislang keine größeren Meldungen gekommen. Ein Eindruck, den man bei der Polizei bestätigt. Außer ein paar "Bier- und Schnapsleichen" habe es keine Störungen oder Einsätze gegeben. "Alles ruhig."

Dämmer-Blick vom Riesenrad: Das Treiben auf dem darunter liegenden Postplatz zeigt sich entspannt.
Dämmer-Blick vom Riesenrad: Das Treiben auf dem darunter liegenden Postplatz zeigt sich entspannt. © Sven Ellger

Sonnabend, 17.50 Uhr: Um Leben und Tod geht es auf der Blaulichtmeile am Sächsischen Landtag. Dort präsentieren Polizei, Feuerwehr, THW und Rettungsdienste ihre Arbeit. Am Stand des Jugendrotkreuzes, der Nachwuchsorganisation des DRK, hockt Daniel über einer lebensgroßen Puppe und drückt rhythmisch auf ihren Brustkorb. Dabei kommt der Siebenjährige ganz schön ins Schwitzen.

Kindgerecht erklärt ihm Bruno von der DRK-Jugend, wie man einen Verletzten erstversorgt, bis der Notarzt eintrifft. "Gut gemacht!", lobt er Daniel. Der kann stolz auf sich sein.

Übung, die Leben retten kann: der siebenjährige Daniel bei der DRK-Jugend
Übung, die Leben retten kann: der siebenjährige Daniel bei der DRK-Jugend © Sven Ellger

Sonnabend, 17.00 Uhr: Dresden International: Cecilia und Estrella genießen den Sonnenschein des Spätnachmittages auf dem Altmarkt. Dort spielt passenderweise gerade die Sunshine Brass-Band Dixiemusik. Cecilia ist aus ihrer Heimat Brasilien nach Dresden gekommen, um hier als Ingenieurin zu arbeiten.

Ihre Freundin Estrella aus Spanien ist Lehrerin an der Internationalen Schule. "Das ist wirklich gute Musik. Es macht Spaß, hier zu sein. Ein schönes Fest!", sind sie sich einig.

Cecilia und Estrella machen eine Sitzpause beim Dixieland.
Cecilia und Estrella machen eine Sitzpause beim Dixieland. © Sven Ellger

Neun Highlights auf dem Stadtfest

Rockröhren, fette House-Basslines, Big Band Swing und feinsinnige Liedermacher: Musikalisch ist auf dem Dresdner Stadtfest für jeden Geschmack etwas dabei. Auch Fans der erzählenden Kunst können sich von zahlreichen Theatervorführungen auf dem Neumarkt begeistern lassen. Sogar ein Blick hinter die Kulissen wird möglich sein. Die kleinen Stadtfestbesucher kommen ebenfalls nicht zu kurz. Das sind neun Highlights auf dem diesjährigen Stadtfest.

Sonnabend, 16.30 Uhr: Das Geschäft mit dem Appetit: Katrin und Rebecca können am Sonnabendnachmittag in ihrem Flammkuchenstand noch ein wenig durchatmen, bevor um 17 Uhr das Bühnenprogramm auf dem kleinen Platz zwischen Dresdner Schloss und Taschenbergpalais beginnt. Spätestens dann werden die Cocktails vom Stand nebenan nach einer ordentlichen Grundlage verlangen.

Auch der Bar-Stand gehört zu dem Unternehmen Easyevent Dresden. Chefin Cornelia Woigk ist auch vor Ort und sehr froh, dass das Markttreiben endlich wieder möglich ist. Mit drei historischen Citroen-Kastenwagen sind sie und ihre Mitarbeiter eigentlich eher auf kleinen, feinen Festivitäten unterwegs. "Die Oldtimer aus den 70er Jahren waren eine Idee meines Mannes", sagt Cornelia Woigk.

Auch wenn die rollende Gastronomie das zweite Standbein der Familie ist - laufende Kosten und Anschaffungen wolle bezahlt sein: "Corona ist noch nicht vorbei, doch wir hoffen das Beste!"

Vorm Ansturm noch einmal durchschnaufen: Katrin und Rebecca verkaufen Flammkuchen.
Vorm Ansturm noch einmal durchschnaufen: Katrin und Rebecca verkaufen Flammkuchen. © Sven Ellger

Sonnabend, 16.15 Uhr: Die Straßenbahnen am Postplatz schütten immer mehr fröhliche Stadtfestbesucher aus. Sie bevölkern den Knotenpunkt zwischen Altmarkt und Theaterplatz, wo das Riesenrad zu einem Blick über das Getümmel einlädt und Kinder auf der Bungee-Trampolin laut vor Vergnügen quieken.

Auch die Blaulichtmeile am Sächsischen Landtag ist super gut besucht. Im Parlament hat das DRK eine Impfstation aufgebaut. Dort stehen vorwiegend junge Leute in langen Schlangen nach dem Piecks gegen Corona an.

Sonnabend, 15.30 Uhr: Während das Kleine Dixieland-Festival den ganzen Tag Betrieb auf dem Altmarkt macht, sind auch die Dresdner Verkehrsbetriebe auf dem Stadtfest vertreten. Etwas kleiner als sonst, gibt es auf dem Postplatz die "Wohlfühl-Lounge". Tipp: Ab 18.30 Uhr bespielt hier die One-Man-Band Ju von Dölzschen die Bühne.

Sonnabend, 10 Uhr: Die erste Stadtfestnacht ist ruhig verlaufen. Es gab keine negativen Vorkommnisse. In diesem Jahr wurde aufgrund von Corona der Ausschankschluss von ehemals 2 Uhr auf 23 Uhr vorverlegt, was sicherlich der allgemeinen Nachtruhe zuträglich sei, so Stadtfestchef Frank Schröder.

"Wir wollen Leben in die Stadt bringen"

In diesem Jahr liegen auf dem Tisch von Stadtfest-Macher Frank Schröder noch mehr Aufgaben als bisher. Der neue Chef hat deshalb ein Bett im Hotel - und verdammt kurze Nächte. Wer der Mann eigentlich ist, wie er die Mega-Party organsisiert und was die diesjährige Ausgabe von anderen unterscheidet, lesen Sie hier.

Er bringt mit seinem Team die Stadt zum Feiern: Frank Schröder ist jetzt Geschäftsführer der Dresdner Stadtfest GmbH.
Er bringt mit seinem Team die Stadt zum Feiern: Frank Schröder ist jetzt Geschäftsführer der Dresdner Stadtfest GmbH. © Sven Ellger

Das komplette Programm zum Stadtfest finden Sie hier.

Freitagabend, 23.00 Uhr: Der erste Stadtfestabend geht gut gelaunt zu Ende: Etwa 3.000 Leute haben auf dem Theaterplatz gefeiert und noch deutlich mehr in der gesamten Innenstadt. "Alles friedlich, ausgelassen und geschmeidig", heißt es aus dem Veranstalterteam. "Wir freuen uns und freuen uns auf die kommenden zwei Tage - und das Wetter soll auch noch mitspielen." Wir freuen uns mit und sind morgen wieder vom Stadtfest für Sie da.

Freitagabend, 20.50 Uhr: Blitzlichtgewitter für Carte Blanche. Vor der Bühne auf dem Theaterplatz rückt das begeisterte Publikum eng zusammen und zückt die Handys. Stimmung von der ersten Minute an. Zora Schwarz und ihr Ensemble des Travestie-Revue-Theaters lässt das Publikum jubeln und wartet auch sofort mit schlüpfrigen Scherzen auf.

Hohes Stimmungslevel von Beginn an: Zora Schwarz und ihr Ensemble des Travestie-Revue-Theaters
Hohes Stimmungslevel von Beginn an: Zora Schwarz und ihr Ensemble des Travestie-Revue-Theaters © Nadja Laske

19.40 Uhr: Gunther Emmerlich begeistert mit Musical-Hits. Der Theaterplatz hat sich inzwischen gut gefüllt. Maximal 4.999 Menschen dürfen ihn betreten. So sieht es das Hygienekonzept vor.

Der Zuschauerbereich vor der Bühne ist voll besetzt.

Lokaler Starter: Opernsänger und Entertainer Gunther Emmerlich auf der Bühne
Lokaler Starter: Opernsänger und Entertainer Gunther Emmerlich auf der Bühne © Nadja Laske

19.30 Uhr: Die Sause läuft: Handy zeigen und durch. So klappt am Freitagabend der Eintritt zum Theatetplatz ohne Probleme - auch in Corona-Zeiten. Der Platz ist eines der beiden Festgelände, zu denen der Zutritt nur mit 3G-Nachweis erlaubt ist. Alles vor der Oper ist hergerichtet mit großer Bühne, Publikumsplätzen und Sitzgruppen, Ständen für Speisen und Getränken.

Pünktlich 19 Uhr eröffnet Dresdens 1. Bürgermeister Derlef Sittel das Stadtfest, auf das die Dresdner und ihre Gäste coronabedingt lange warten mussten. Von schwierigen Zeiten und nun endlich beschwingten Tagen ist die Rede, die wohl aus aller Herzen spricht. Zuvor war Klaus-Dieter Lindeck gedacht worden. Er hatte das Stadtfest seit Beginn 1998 an mit entwickelt und geprägt, war Geschäftsführer der Dresdner Stadtfest GmbH, die inzwischen das Fest im Auftrag der Stadt organisiert.

Im Mai war KDL, wie er von Freunden, Kollegen und Partnern genannt wurde, aus dem Leben geschieden. Seine Aufgaben hat sein langjähriger Mitstreiter Frank Schröder übernommen.

Pünktlich 19 Uhr Eröffnung: Dresdens 1. Bürgermeister Detlef Sittel
Pünktlich 19 Uhr Eröffnung: Dresdens 1. Bürgermeister Detlef Sittel © Nadja Laske

13.30 Uhr: Den Dresdner stehen wegen des Stadtfestes "erhebliche" Verkehrseinschränkungen bevor, kündigt die Stadt an. Mehrere Straßen müssen gesperrt werden. Bis wann die Sperrungen bestehen bleiben:

  • Sophienstraße, ab Kleine Brüdergasse, bis Montag um 14 Uhr
  • Theaterplatz, von Dienstag bis Montag um 12 Uhr
  • Terrassenufer, ab Steinstraße komplett bis Devrientstraße, Kreuzung kleine Packhofstraße, bis Montag um 12 Uhr
  • Schloßstraße, bis Montag um 14 Uhr
  • Kleine Kirchgasse, bis Montag um 12 Uhr
  • Parkplatz Schießgasse, Busparkplatz Carolabrücke, Parkplatz Budapester Str. 7, bis Montag um 12 Uhr
  • Pkw-Parkplatz unter der Carolabrücke, bis Montag um 12 Uhr
  • Parkplatz Volksfestgelände, bis Dienstag um 22 Uhr

Weitere Verkehrseinschränkungen sind im Themenstadtplan zu finden.

Freitag, 12 Uhr: Das Stadtfestwochenende kündigt sich nicht nur mit Straßensperren, emsigen Aufbauarbeiten auf Straßen und Plätzen sowie herrlichem Sonnenschein an - sondern auch schon am Freitagmittag mit Jazzmusik. Auf dem Dresdner Altmarkt ist der Herbstmarkt aufgebaut. Dort fließt kühles Blondes in die Gläser und Pilzpfannenduft liegt in der Luft.

Noch sind die Bierbänke vor der großen Bühne recht leer, doch immer mehr Neugierige lassen sich dort nieder, um der Dixie-Band "Sunshine Brass" zuzuhören und sich von den Musikern mit guter Laune anstecken zu lassen. Sie sind aus Südthüringen nach Dresden gekommen und geben den Auftakt zum Kleinen Dixielandfestival, bei dem all jene das Wochenende über auf ihre Kosten kommen sollen, die aufgrund von Corona die große Sause so sehr vermissen mussten.

Zum Programm von Dixieland auf dem Herbstmarkt.

Gute Laune schon am frühen Mittag auf dem Altmarkt: Die Sunshine Brass-Band beim Kleinen Dixielandfestival.
Gute Laune schon am frühen Mittag auf dem Altmarkt: Die Sunshine Brass-Band beim Kleinen Dixielandfestival. © Sven Ellger

Die sieben wichtigsten Fragen und Antworten zum Dresdner Stadtfest

"Veranstaltungsinseln" gegen zu große Menschenmassen, 3G in bestimmten Festbereichen: Wegen der Pandemie gelten beim diesjährigen Stadtfest besondere Regeln. Welche das sind und was Sie noch zum Fest wissen müssen - von Anfahrt bis Verkehrsbehinderungen und verlorenen Kindern - lesen Sie hier in sieben Fragen und Antworten.

"Gestört aber GeiL" sind Stadtfest-Headliner

Bis zuletzt ist der Headliner des Stadtfestes geheim gehalten worden, nun ist es raus: Am Sonnabend wird das bekannte DJ-Duo "Gestört aber GeiL" von 20.45 bis 22.20 Uhr auf dem Theaterplatz auftreten. Vorab gaben Oliver Helmert und Nico Wendel uns ein exklusives Kurzinterview.

Gestört aber GeiL bringen Disco aufs Dresdner Stadtfest.
Gestört aber GeiL bringen Disco aufs Dresdner Stadtfest. © PR

Erstes großes Heimatkonzert von Purple Disco Machine

Es galt als eisern gehütetes Geheimnis, wer am Sonntagabend, 3. Oktober, vor Tausenden Stadtfestbesuchern stehen wird. Und auch für ihn wird der Auftritt ein einschneidendes Erlebnis sein. Denn obwohl DJ Purple Disco Machine alias Tino Piontek aus Dresden stammt, hier zu Hause und in den Metropolen der Welt ein Star ist, gilt er in seiner Heimat als eine Art Phantom. Wie er zu einem der berühmtesten DJs der Welt geworden ist, und weshalb er so lange im Verborgenen gelebt und gearbeitet hat, das verrät er im Interview mit der SZ.

Der gebürtige Dresdner Tino Piontek ist als Purple Disco Machine für seine Musik international bekannt, doch in seiner eigenen Stadt lebt er, völlig ohne Aufsehen zu erregen.
Der gebürtige Dresdner Tino Piontek ist als Purple Disco Machine für seine Musik international bekannt, doch in seiner eigenen Stadt lebt er, völlig ohne Aufsehen zu erregen. © Michael Schmidt

Mehr Busse und Straßenbahnen zum Stadtfest

Damit die Stadtfest-Besucher am Freitag und am Wochenende nicht mit dem Auto fahren müssen, verstärken die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) an allen drei Tagen ihr Angebot. Das betrifft die Linien 3, 4, 7 und 62.

Bei diesen Linien gibt es an allen drei Stadtfest-Tagen sogenannte Verstärkerfahrten. Sie sind zwischen Plauen und dem Bahnhof Neustadt (Linie 3), Tolkewitz und dem Stadtzentrum (Linie 4), Wölfnitz und dem Zentrum (7) und Johannstadt und Löbtau-Süd (Bus 62) unterwegs. Die Verstärker fahren zusätzlich zum planmäßigen Angebot, also den Bahnen und Bussen im Zehn-Minuten-Takt.

Beim Stadtfest 2019 durfte ein Bus der Verkehrsbetriebe bemalt werden.
Beim Stadtfest 2019 durfte ein Bus der Verkehrsbetriebe bemalt werden. © Archiv/Rene Meinig

Die Verkehrsbetriebe sind beim Stadtfest mit ihrer "Wohlfühloase" auf dem Postplatz dabei. Sie soll ein Entspannungsort sein. Gleich daneben können die gelben Leihfahrräder der DVB ausprobiert werden. Dazu warten die Verantwortlichen mit Freifahrten auf Interessenten.

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Das Stadtfest hat begonnen. In diesem Jahr liegen auf Frank Schröders Tisch noch mehr Aufgaben als bisher. Der neue Chef hat deshalb ein Bett im Hotel.

Am Sonnabend und Sonntag startet immer zur vollen Stunde zwischen 10 und 18 Uhr vor dem Zwinger eine 30-minütige Stadtrundfahrt mit einer historischen Straßenbahn. Sie fährt etwa 25 Minuten zum Bahnhof Neustadt über die Marien- und über die Carolabrücke wieder zurück zum Postplatz. Auch historische Busse sind zwischen 10 und 17 Uhr unterwegs. Für alle touristischen Fahrten ist der 3G-Nachweis nötig.

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