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Neuen Ballon am Elbufer getauft

"Carlo" heißt der neue Ausbildungs-Ballon der Firma Ballon & Luftschiff Sachsen. Damit können die Piloten aus Haselbachtal nun noch mehr Angebote machen.

Das Königsufer in Dresden bot die entsprechende Kulisse für die jüngste Ballon-Taufe. Links im Bild der neue Ausbildungsballon für zwei bis vier Passagiere. Foto: PR/ DDPIX
Das Königsufer in Dresden bot die entsprechende Kulisse für die jüngste Ballon-Taufe. Links im Bild der neue Ausbildungsballon für zwei bis vier Passagiere. Foto: PR/ DDPIX © DDpix.de

Haselbachtal. Ballone und Luftschiffe über der Lausitz, Dresden oder der Sächsischen Schweiz - das gehört seit vielen Jahren zum morgendlichen und abendlichen Bild am sächsischen Himmel. Ob Sky-Heart, Warsteiner-Ballon oder "So geht sächsisch" - viele dieser lautlosen Riesen haben ihr Zuhause im kleinen Gersdorf im Haselbachtal. Seit 1995 gibt es dort das Unternehmen "Ballon & Luftschiff Sachsen". Seit dem Start vor 26 Jahren brachte es das Team um Gründer Jens Großmann auf mehr als 4.000 Fahrten.

Die Crew von Ballon & Luftschiff Sachsen besteht mittlerweile aus fünf Piloten und betrieb bislang sechs verschieden große Ballone. Auch zwölf so genannte Verfolger gehören zum Team. Denn ein Ballon kann nicht gesteuert werden, sondern fährt immer mit dem Wind. Am Landeplatz müssen die Passagiere dann "eingesammelt" werden. Aber erst nach der traditionellen Ballontaufe. Oft werden die Fahrten verschenkt oder zu besonderen Anlässen gebucht. Vom Heiratsantrag bis zum großen Jubiläum in luftiger Höhe haben die Piloten schon einiges erlebt.

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Am 11. Juli 2021 wurde der neueste Ballon der Ballon & Luftschiff Sachsen mit Sitz im Haselbachtal bei Kamenz auf den Namen Carlo getauft. Er trägt das Kennzeichen: D-OSSS, hat eine Hüllengröße von 3400m³ und kann maximal 2 bis 4 Passagiere transportieren
Am 11. Juli 2021 wurde der neueste Ballon der Ballon & Luftschiff Sachsen mit Sitz im Haselbachtal bei Kamenz auf den Namen Carlo getauft. Er trägt das Kennzeichen: D-OSSS, hat eine Hüllengröße von 3400m³ und kann maximal 2 bis 4 Passagiere transportieren © Balloncrew

Bereits seit 2010 prangt am Firmensitz im Haselbachtal der Schriftzug "LSH 16", was so viel wie Luftschiff-Hafen bedeutet. Doch erst vor fünf Jahren schaffte man sich ein erstes Luftschiff an. Ein zweites folgte bald darauf. Seitdem kann das Unternehmen auch noch eine andere Kunden-Klientel bedienen. In der Gondel sitzt man nämlich im Gegensatz zum Ballon. Und zwar angeschnallt. Deshalb sei die Fahrt mit einem solchen Gefährt vor allem für ältere Personen empfehlenswert. Man könne sehr gut ein- und aussteigen. Und vor eventuell härteren Landungen wie mit dem Ballon muss man keine Angst haben.

Dennoch nimmt das Ballonfahren die Mehrzahl der Buchungen ein. Nun kam ein siebenter Heißluftballon dazu. "Seit dem Frühjahr haben wir den neuen kleinen Ausbildungs-Ballon mit einer Hülle von 3.400 Kubikmetern Größe. Nach neuem EU-Recht darf die Piloten-Ausbildung nämlich nur noch auf der kleinsten Ballongruppe A gemacht werden", erzählt Firmenchef Jens Großmann. Da man regelmäßig Piloten - auch für den Eigenbedarf - ausbildet, war die Investition folgerichtig.

Der neue Ballon kann maximal zwei bis vier Passagiere transportieren. Nach der Ballontaufe ging die anschließende Fahrt in einer reichlichen Stunde bis Niederau bei Meißen.
Der neue Ballon kann maximal zwei bis vier Passagiere transportieren. Nach der Ballontaufe ging die anschließende Fahrt in einer reichlichen Stunde bis Niederau bei Meißen. © DDpix.de

Bisher war aufgrund von Corona-Einschränkungen allerdings noch keine Premierenfahrt möglich, bei der man bei einem Doppelstart auch Fotos vom anderen Ballon aus machen konnte, heißt es. Deshalb wurde die feierliche Ballontaufe nun erst am 11. Juli nachgeholt. Das Dresdner Königsufer bot dafür eine würdige Kulisse.

Auch eine ordentliche Landung muss geübt werden. Mit dem Ausbildungsballon ist das nun bestens möglich.
Auch eine ordentliche Landung muss geübt werden. Mit dem Ausbildungsballon ist das nun bestens möglich. © Ballon & Luftschifffahrt Sachsen

Dass der neue Ballon nun "Carlo" heißt, hat einen schönen familiären Hintergrund. Der jüngste Neuzugang der Familie Großmann trägt diesen Namen. Seit ein paar Monaten ist Jens Großmann frisch gebackener Opa. Und taufte voller Stolz den Ausbildungsballon auf den Namen seines Enkels. Die anschließende Fahrt ging in einer reichlichen Stunde übrigens bis Niederau bei Meißen.

Aktuell haben die Piloten bei bestem Wetter gut zu tun. Auch in der Branche hatte Corona wie überall für Einschränkungen gesorgt. "Wir haben als lizensiertes Luftfahrtunternehmen nie eine Versagung oder ein Verbot für Fahrten gehabt, konnten allerdings letztes Jahr durch Kontaktbeschränkungen erst sehr spät ab Ende Mai mit Passagierfahrten beginnen", so Jens Großmann. 2021 waren die Einschränkungen noch umfangreicher. Aber schon seit Mai wird mit entsprechendem Hygienekonzept und Testnachweisen wieder regelmäßig gefahren.

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