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Die Top-10-Songs der Dresdner 2020

Welche Hits waren in Dresden besonders beliebt? Das verrät der Blick auf die Liste des Streamingdienstes Spotify.

Konzerte gab es dieses Jahr kaum. Dafür hat die Krise die Streaming-Dienste beflügelt.
Konzerte gab es dieses Jahr kaum. Dafür hat die Krise die Streaming-Dienste beflügelt. © Anthony Delanoix/Unsplash

Dresden. Für Künstler war es alles andere als ein einfaches Jahr. Aber auch die Dresdner Musikfans litten, denn sie mussten großenteils auf Live-Auftritte ihrer Idole verzichten. So wurden beispielsweise alle Konzerte im Rahmen der Filmnächte am Elbufer abgesagt beziehungsweise auf 2021 verschoben.

Stattdessen erlebten die Musik-Online-Dienste wie Spotify einen wahren Boom. Und auch auf den Elbwiesen wurde gerade im Sommer mächtig gestreamt, was die Bluetooth-Boxen hergaben. Aber was lief da eigentlich besonders oft über die Lautsprecher? Und hat Corona auch die Wahl der Musik beeinflusst, so stimmungstechnisch?

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Finden wir es heraus und drehen die Lautstärke zu Silvester nochmal ordentlich hoch. Hier sind die meistgespielten Lieder der Dresdner über Spotify für das Jahr 2020.

Platz 10: Robin Schulz - "In Your Eyes" (feat. Alida)

Bevor Robin Schulz zum millionenschweren Popstar wurde, mixte er im heimischen Kinderzimmer melodische Lieder zusammen und stellte die Ergebnisse ins Internet. Im Corona-Jahr dürfte auch der Osnabrücker mehr in der Wohnung gewesen sein als ihm lieb war.

Für seinen Song "In Your Eyes" hat er sich die norwegische Sängerin Alida an die Seite geholt. Klingt erst ungewöhnlich traurig, mutiert dann aber zum klassischen Euphorie-Traum jeder Großraumdisko. Alida singt von Hoffnung nach dem Schmerz und fordert dazu auf, jetzt alle Regeln zu brechen. Hoffen wir darauf, dass nicht demnächst Michael Wendler anklopft.

Platz 9: Apache 207 - "Fame"

Nicht mal die Sonne schaffe es in die hohen Plattenbauten, in denen er und seine Freunde leben, trällert der Pfälzer Rapper Apache 207 in seinem Song "Fame". Auch in Dresden stehen eine Menge Hochhäuser, der türkisch-deutsche 29-Jährige scheint bei vielen in der Stadt einen Nerv getroffen zu haben - trotz oder gerade wegen des "Autotune"-Stimmverzerrers, der bei vielen hartgesottenen Hip-Hop-Fans seit Jahren auf radikale Ablehnung trifft. Ansonsten bietet der Song alles, was man von Rap so erwartet: Gewalt, Sex und Macho-Gehabe.

Platz 8: DaBaby - Rockstar (feat. Roddy Ricch)

"Black Lives Matter", Polizeigewalt, die US-Wahl. Der Song des Rappers DaBaby aus Ohio lässt sich durchaus im Kontext der politischen Spannungen 2020 in Übersee verstehen. "Ich war allein, als die Cops mich vor der Tankstelle erwischten", rappt DaBaby und spielt damit auf den Leichtathleten Tony Martin an, der im August in einen Schusswechsel zwischen der Polizei und Kriminellen geriet und im Kugelhagel starb. Ruhe in Frieden.

Platz 7: Joker Bra & VIZE - Baby

Joker Bra, besser bekannt als Capital Bra, ist zurzeit einer der erfolgreichsten Rapper in Deutschland. Sein weitgehend auf russisch aufgenommener Song "Baby" unterscheidet sich von seinen sonstigen Tracks weniger im Inhalt (Frauen, Drogen, Autos) als in der musikalischen Untermalung, die vom ostdeutschen DJ-Duo Vize kommt.

Der Song, der noch vor der Corona-Krise, nämlich Ende Januar erschien, stieg schon kurz nach der Veröffentlichung sofort auf Platz 1 der deutschen Single-Charts ein - und wird offenbar auch in Dresden gerne gehört.

Platz 6: Pashanim - Airwaves

Der Sommer 2020, können Sie sich noch erinnern? Corona war in den Hintergrund gerückt, die Temperaturen hoch, die Badeseen voll. Zumindest die Dresdner Spotify-Hörer holen sich diese Erinnerungen im kalten Winter offenbar gern zurück.

"Schlechte Zeiten gehen vorbei", rappt der Berliner Pashanim und wirft mit Wortfetzen aus Designermarken wie Wattebällchen. Pashanim findet auch aufmunternde Worte für alle Lockdown-Homeoffice-Geplagten: "Jugendstil-Fassaden, hohe Decken, Treppenhäuser schön. Schlaf' zehn Stunden Minimum, daran könnt ich mich gewöhnen." Wir uns dann lieber doch nicht.

Platz 5: A7S & Topic - Breaking me

Wer das Wort Rapper nicht mehr lesen kann, darf kurz aufatmen. Denn bei "Breaking me" wird gesungen - und das ziemlich ohrwurmverdächtig. Wer da singt, bleibt übrigens das Geheimnis des Solinger Produzenten Topic, denn bis auf den Fakt, dass A7S aus Schweden kommt, konnte bisher nichts über den Mann mit der eingänglichen Kratzstimme herausgefunden werden. Auch im Video tauchen nur Topic und eine Tänzerin auf. Mysteriös...

Platz 4: Tones and I - "Dance Monkey"

Wer "Dance Monkey" Ende 2020 noch immer nicht kennt, hat dieses Jahr kein Radio angestellt. Und wer das Video sieht, könnte zuerst denken, es handelt sich um eine ziemlich perfide Anspielung auf Corona.

Doch keine Sorge: Der Bewohner eines Pflegeheims, der seine Sauerstoffmaske vom Gesicht reißt, um auf dem Golfplatz affenähnlich zu tanzen, sorgte im Juni 2019 noch nicht für Empörung. So alt ist der Song nämlich schon. Und auf Spotify lässt sich ohne das Video auch zu Silvester sorgenfrei im Wohnzimmer tanzen.

Platz 3: Apache 207 - Roller

Wir halten es kurz: Apache 207 verzichtet für seinen Bronze-Platz auf dicke Autos und steigt stattdessen lieber auf die Vespa, wo er seine langen Haare im Wind wehen lässt. Ganz ohne Gewalt kommt der Track dann doch nicht aus, denn am Ende überfallen er und seine Mofa-Gang eine Tankstelle. Diesmal bleibt das Ganze aber unpolitisch.

Platz 2: Imanbek & SAINt JHN - Roses

Finden Sie nicht auch, dass Künstler heutzutage seltsame Namen haben? Auf Youtube zumindest kursieren so manche Witze darüber, dass Nutzer den Song online nicht finden können. Das könnte auch an der hochgepegelten, verwaschenen Stimme liegen.

Alleine das Wort "Roses" bei dieser Variante des vier Jahre alten Hits zu verstehen, ist eine echte Wissenschaft. Tanzbar ist der Remix aber allemal.

Platz 1: The Weeknd - "Blinding Lights"

In schweren Zeiten neigt so mancher dazu, die Vergangenheit zu glorifizieren. Das zeigt sich auch musikalisch, denn dass "Blinding Lights" im Corona-Jahr so einen großen Erfolg hatte, liegt sicher auch daran, dass etwas unklar ist, ob man den Song nicht schon einmal Mitte der 80er-Jahre gehört hat.

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