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Das ist der Kopf hinter Christmas Garden in Dresden

Ingo Bochert koordiniert den Aufbau von Christmas Garden im Schlosspark Pillnitz. Im Lichtermeer aus zehn Kilometern Lichterketten müssen Gäste Maske tragen.

Von Kay Haufe
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Ingo Bochert ist der technische Leiter des Christmas Gardens in Pillnitz. Hinter ihm im Lustgarten ist die Kutsche mit Pferd zu sehen, eine Neuheit im Lichterspektakel.
Ingo Bochert ist der technische Leiter des Christmas Gardens in Pillnitz. Hinter ihm im Lustgarten ist die Kutsche mit Pferd zu sehen, eine Neuheit im Lichterspektakel. © René Meinig

Dresden. Ungewohnter Verkehr auf den Wegen im Pillnitzer Schlosspark. Transporter bringen Kabel, Lichterketten und Scheinwerfer in alle Ecken. Techniker sind unterwegs, stecken Verbindungen zusammen, befestigen Lautsprecher und die Rahmen für beleuchtete Figuren. Ingo Bochert muss den Überblick über alle Aktivitäten zur Vorbereitung des Christmas Gardens behalten. Neu ist das für ihn nicht. Inzwischen ist es das dritte Lichterspektakel in Pillnitz, dem der 47-Jährige als technischer Leiter vorsteht. Bis es am 18. November öffnet, ist noch einiges zu tun.

Wie groß ist das Vorbereitungsteam?

Gemeinsam mit Ingo Bochert bauen 30 Leute seit 28. Oktober den Christmas Garden auf. Das sind Elektriker, Licht- und Toninstallateure sowie die Wegebauer, die den zwei Kilometer langen Rundweg abstecken und dafür sorgen, dass kein Besucher vom richtigen Weg abkommt. In Coronazeiten ist das besonders wichtig, sodass sich nicht zu viele Menschen zur gleichen Zeit im Park aufhalten.

Bereits im Vorfeld hat sich Bochert mit den Umwelt- und Naturschützern abgestimmt, damit es keine Schäden an den wertvollen Gebäuden des Schlosses und an Gehölzen gibt und die tierischen Bewohner des Parks durch Licht und Besucherverkehr nicht übermäßig gestört werden. "Es gibt einige Bäume, in denen Fledermäuse leben, die gar nicht beleuchtet werden dürfen. Insgesamt darf kein Licht über eine bestimmte Höhe leuchten, damit auch die Eichhörnchen in ihren Höhlen und Vögel nicht gestört werden", sagt der Technikchef. Auch die Musik darf nicht zu laut werden.

Wie viel Technik wird verbaut?

Um die zwei Dutzend Lichtobjekte richtig in Szene zu setzen, sind bereits 15 Kilometer Stromkabel und fünf Kilometer Tonkabel verlegt. Zehn Kilometer Lichterketten und rund 900 Scheinwerfer sind nötig, damit der Park weihnachtlich funkelt. Um den Verbrauch nicht ins Unermessliche zu treiben, verwenden die Macher des Christmas Gardens nun ausschließlich LED-Technik. Der Strom wird an drei separaten Einspeisepunkten der SachsenEnergie abgenommen.

Bisher sind schon rund 99 Prozent der nötigen Technik verbaut. Jeden Nachmittag sehen Parkbesucher schon einzelne Installationen leuchten, damit die Techniker Fehler erkennen und beheben können. Am 14. November wird die Generalprobe für das Lichterspektakel sein.

Was erwartet die Gäste auf dem Rundweg?

Neu ist in diesem Jahr das Glockenspiel, ein überdimensionales Gebilde aus einem Meer von Lichterketten, durch das die Gäste schreiten, während Musik des Sound-Designers Burkhard Fincke erklingt. Auch die Projektion der Szene "Majestätische Ankunft von Gräfin Cosel" auf der Fassade des Wasserpalais im Lustgarten wird erstmals zu sehen sein. Dort treffen die Gäste auf eine zehn Meter lange Kutsche mit Pferd, die aus Tausenden Lichtpunkten gestaltet ist. Auf dem Wasser entstehen vor den Augen der Besucher romantisch-verträumte Projektionen, die mithilfe von Sprühnebel in der Luft zu tanzen scheinen.

Insgesamt gibt es zwei Dutzend Lichtobjekte und verschiedene Möglichkeiten, sich vor romantischen Motiven zu fotografieren. Der etwa zwei Kilometer lange Rundweg funktioniert als Einbahnstraße.

Ein Motiv der höfischen Gesellschaft im Lustgarten.
Ein Motiv der höfischen Gesellschaft im Lustgarten. © René Meinig

Wie wird die Sicherheit gewährleistet?

Der Christmas Garden ist kein Weihnachtsmarkt, funktioniert im Einbahnstraßensystem und verfügt über extra Ein- und Ausgänge. Eingelassen werden nur geimpfte und genesene Besucher, es gilt die 2G-Regel, die kontrolliert wird. "Wer nicht zu diesem Personenkreis zählt, aber schon Karten gekauft hat, kann diese unkompliziert über das Buchungsportal zurückgeben", sagt Uwe Hansmann, der Sprecher von Christmas Garden. Außerdem muss im gesamten Gelände eine Maske getragen werden.

Über zeitlich gestaffelte Einlassfenster dürfen alle halbe Stunde nur maximal 750 Gäste in den Park. Nach bisherigen Erfahrungen liegt die Verweildauer bei rund 90 Minuten, weil die Eisbahn nicht mehr aufgestellt wird. Es werde sichergestellt, dass die Maximalkapazität von aktuell 3.000 Personen nicht überschritten wird, teilt der Veranstalter DEAG mit. Vor wenigen Wochen war noch von 2.000 die Rede, aber das war ein Fehler, weil die Höchstgrenze eigentlich bei 6.000 liegt und bei der Halbierung dann 3.000 ergibt.

Diese Zahl werde aber ohnehin nur an den Adventswochenenden oder an den Feiertagen erreicht. Der Ticketkauf soll möglichst im Vorverkauf über digitale Portale erfolgen, weil mit den personalisierten Tickets auch die Nachverfolgung gewährleistet ist. Es wird aber auch Tickets an den Abendkassen geben.

"Wir haben auch zusätzliches Personal, damit sich die Besucher in den Warteschlangen und bei bestimmten Installationen im Park nicht zu nahe kommen", sagt Ingo Bochert. Außerdem werde es Durchsagen geben, wenn sich zu viele Gäste an einem Platz aufhalten.

Hand anlegen an den adligen Herren: Ingo Bochert (l.) baut mit Konrad John eine Leuchtfigur auf.
Hand anlegen an den adligen Herren: Ingo Bochert (l.) baut mit Konrad John eine Leuchtfigur auf. © René Meinig

Wann ist geöffnet und was kostet der Eintritt?

Christmas Garden lädt vom 18. November bis zum 9. Januar täglich von 16.30 bis 22 Uhr zum Entdecken und Staunen ein. Geschlossen ist er an den folgenden Tagen: 22./23./29./30. November und 24./31. Dezember.

Erwachsene ab 15 Jahren zahlen von Montag bis Donnerstag 17 Euro sowie von Freitag bis Sonntag 19 Euro. In der Zeit vom 18. bis 30. Dezember kostet der Eintritt 21 Euro. Kinder sind bis fünf Jahre frei, ab sechs Jahren sind Montag bis Donnerstag 14,50 Euro fällig, von Freitag bis Sonntag 16,50 Euro und in der Hochzeit 18,50 Euro. Familienkarten kosten zwischen 41 und 61 Euro. Ermäßigungen gibt es von Montag bis Donnerstag für Schüler, Studenten und Senioren.

Tickets gibt es unter christmas-garden.de sowie unter myticket.de.

Wie können Gäste anreisen und parken?

Angesichts einer nur begrenzten Anzahl an Parkplätzen in Pillnitz am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Dresdner Verkehrsbetriebe lassen die Buslinie 63 von der Spenerstraße bis nach Pillnitz zu den Öffnungszeiten von Christmas Garden von Freitag bis Sonntag im 7,5-Minuten-Takt fahren. Von der anderen Elbseite kann man auch mit der Linie 2 bis Kleinzschachwitz fahren und mit der Fähre übersetzen.

Für Autofahrer gibt es zwei zusätzliche Park-&-Ride-Plätze in Pirna. Von dort fahren alle 15 Minuten kostenlose Shuttle-Busse zum Schlosspark. Die Anfahrt dauert rund 30 Minuten.