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Frischekur für Dresdner Glockenspielpavillon

An der Sandstein-Fassade im Zwinger drohen Schäden. Was dagegen unternommen wird.

Im Zwingerhof ist ein Teil der Fassade des Glockenspielpavillons verhüllt. Dort führen Fachleute aufwendige Arbeiten am Sandstein aus.
Im Zwingerhof ist ein Teil der Fassade des Glockenspielpavillons verhüllt. Dort führen Fachleute aufwendige Arbeiten am Sandstein aus. © Sven Ellger

Dresden. Hoch empor ragen derzeit Gerüste am Glockenspielpavillon des Dresdner Zwingers. Im Juni war mit ihrem Aufbau begonnen worden. Seitdem sie stehen, wird im Hof die Fassade an der Nordseite in Richtung Theaterplatz restauriert, erklärt Alwin-Rainer Zipfel, Sprecher vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Dabei sind die Fachleute jetzt schon gut vorangekommen. Die Arbeiten sind dringend nötig. Schließlich ist der Glockenspielpavillon mittlerweile 301 Jahre alt. 

Der Bau des Zwingers hat 1709 damit begonnen, dass August der Starke für seine Orangerie Terrassen mit Mauern und einer Treppe am Wall anlegen ließ. Damit die Bäume überwintern können, werden zwischen 1710 und 1712 zuerst die Bogengalerien beiderseits des Wallpavillons gebaut. 1713 bis 1715 folgen dann die Langgalerien, in deren Mitte dann das Kronentor aufgesetzt wird.

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Im September 1719 will Kurprinz Friedrich August die habsburgische Kaisertochter Maria Josepha heiraten. Zur Fürstenhochzeit soll der Zwinger fertig sein. Ende 1718 entschließt man sich, die Wallseite weitgehend zu kopieren. Auf der Stadtseite des Zwingers entstehen binnen eines Dreivierteljahrs der Deutsche, der Porzellan- und der Glockenspielpavillon sowie die benachbarten Galerien. Teile davon allerdings nur in Holz, weil man es einfach nicht schaffte.

Am Anfang ist im Obergeschoss des Glockenspielpavillons noch der Mathematisch-Physikalische Salon (MPS) untergebracht. Doch zwischen 1746 und 1750 werden die Sammlungen neu geordnet. So zieht der MPS in die Langgalerie neben dem Kronentor, wo er noch heute ist.

Enormer Aufwand zur Erhaltung

Nach der politischen Wende profitiert auch der Glockenspielpavillon vom umfassenden Investitionsprogramm des Freistaates für den Zwinger. Im Zuge der Sanierung der benachbarten Porzellansammlung zwischen 1998 und 2002 wird er ebenfalls restauriert. Dafür werden insgesamt rund 18,4 Millionen Euro investiert.

Dennoch haben die SIB-Fachleute immer wieder viel Arbeit an den Bauwerken. Als eines der größten Probleme hatte der zuständige SIB-Niederlassungsleiter Ulf Nickol die Fassaden genannt. „Die feingliedrige barocke Sandsteinfassade bietet im Vergleich zu anderen Bauwerken viel Angriffsfläche für Wind und Wetter", sagte er. Deshalb gebe es einen enormen Aufwand zur Erhaltung. So müssten permanent abgeplatzte Stellen instand gesetzt oder ganze Skulpturen ersetzt werden, von denen es im Zwinger immerhin 698 gibt. Die Spezialisten der Zwingerbauhütte inspizieren regelmäßig die Fassaden.

Da die sensiblen Sandstein-Fassaden im Zwinger Wind und Wetter ausgesetzt sind, ist ein enomer Aufwand für ihre Erhaltung nötig.
Da die sensiblen Sandstein-Fassaden im Zwinger Wind und Wetter ausgesetzt sind, ist ein enomer Aufwand für ihre Erhaltung nötig. © Sven Ellger

Die Reinigungsarbeiten sind abgeschlossen, erklärt der Sprecher. Derzeit wird das Salz aus den stark belasteten Sandsteinflächen und an Skulpturen entfernt, so an den Figuren der Hermen. Das Salz wird mit Zellstoffkompressen entfernt, die mit reinem Wasser getränkt sind. Sie ziehen das Salz aus dem Stein. Vier bis sechs Wochen dauert eine Runde, die erste ist abgeschlossen. Danach wurde gemessen, wie viel Salz noch im Stein ist. „Jetzt findet der zweite Entsalzungszyklus statt“, erläutert Zipfl. Nach einer erneuten Salzmessung muss entschieden werden, ob eine dritte Runde folgt. Außerdem beseitigen Fachleute noch Schäden an der Fassade.

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Parallel dazu sind Tischler dabei, die Fenster instand zu setzen. So werden Beschläge wieder gängig gemacht und anschließend Holz- und Metallteile neu beschichtet. Die Arbeiten sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Der SIB investiert rund 140.000 Euro für sie.

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