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Dresdens Gastro hofft auf Öffnungen

Die neue Corona-Verordnung macht Hoffnung, dass Biergärten bald öffnen. Wann die Wirte damit rechnen und wie sie sich darauf vorbereiten.

Jürgen Sommer betreibt Sommers Wirtshaus im Volkshaus Laubegast und hofft, dass er zumindest auf seiner Terrasse bald wieder Gäste bewirten kann.
Jürgen Sommer betreibt Sommers Wirtshaus im Volkshaus Laubegast und hofft, dass er zumindest auf seiner Terrasse bald wieder Gäste bewirten kann. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Die große Terrasse am Laubegaster Ufer ist gefegt, aber noch fehlen Stühle, Tische und Sonnenschirme. Erst im vergangenen Jahr hat Jürgen Sommer den Außenbereich seines Restaurants Sommers Wirtshaus im Volkshaus neu gestaltet, hat helle Steine und Leitungen für stimmungsvolles Licht verlegen lassen. Zwischen den beiden Lockdowns lief das Geschäft im Sommer 2020 super, sagt der Gastronom. Darauf hofft er auch in diesem Jahr. Nach monatelangem Stillstand - seit November ist die komplette Branche geschlossen - zeichnet sich nun ab, dass die Gastwirte zumindest ihre Außenbereiche für die Gäste öffnen dürfen.

Voraussetzung: Fünf Werktage infolge muss die Wochen-Inzidenz in Dresden unter 100 liegen, dann kann die Außengastronomie am übernächsten Tag öffnen. Es sieht gut aus, dass diese Grenze bald unterschritten wird. Ganz ohne Corona-Regeln wird das allerdings nicht ablaufen. Wer in den gastronomischen Außenbereichen Platz nehmen will, muss diesen vorher reservieren. Jürgen Sommer will das locker handhaben: "Wenn ich Platz auf der Terrasse habe, werde ich niemanden wegschicken."

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In großer Runde nur mit Test in den Biergarten

Wenn Gäste aus mehreren Haushalten zusammen am Tisch sitzen wollen, müssen sie außerdem einen tagesaktuellen negativen Schnelltest vorweisen. Dann könnte es also voll werden in den Dresdner Testzentren. Erlaubt ist auch eine Selbstauskunft, mit der der Gast bestätigt, dass er daheim einen Test gemacht hat und dieser negativ ist. Jürgen Sommer sieht in der Kontrolle der Testnachweise keinen großen Mehraufwand für sich und sein Team. "Hauptsache, es geht wieder los."

Er will seine fünf Mitarbeiter endlich aus der Kurzarbeit holen, und wenn es so gut läuft wie im vergangenen Jahr, weitere Servicekräfte einstellen. Die Gastronomen wollen wieder arbeiten, müssen Geld verdienen, sagt Sommer. Noch immer wartet er auf die Auszahlung der Überbrückungshilfe, die die Gastwirte für den Zeitraum von Januar bis Juni beantragen konnten.

Zumindest hat Sommer inzwischen eine Lösung mit seinem Vermieter gefunden und kann die monatliche Pacht von knapp 5.000 Euro stunden. Reduziert werde die Summe aber nicht, betont der Restaurantchef. Sobald er das Überbrückungsgeld bekommen hat, muss er die ausstehende Miete überweisen. Sollte die Gastronomie zu Himmelfahrt noch nicht öffnen dürfen, spekuliert Sommer zumindest auf das lange Pfingstwochenende Ende Mai.

Sehr abwartend reagiert Daniel Fischer aus dem Restaurant Daniel auf die Nachrichten, dass es nun eine Perspektive für Gastronomen geben soll. "Es sind ja nicht nur die Zahlen, es sind auch die noch nicht festgelegten Bedingungen für die Öffnung die eine entscheidende Rolle spielen. Wir werden mit einem 'Probelauf' starten", sagt er.

Zum einen hätten er und sein Team ein halbes Jahr "Pause" gehabt und müssten sich also erst wieder einarbeiten. "Zum anderen hängen wir dann direkt von Wetter und den Nachrichten aus Berlin ab", so Fischer.

"Nach der monatelangen Schließung ist die Aussicht darauf, wenigstens unsere Terrasse öffnen und endlich wieder Gäste auf dem Balkon Dresdens bewirten zu dürfen, ein lang ersehnter Hoffnungsschimmer am Ende eines sehr langen, dunklen Tunnels", sagt dagegen Luisenhof-Wirt Carsten Rühle. Sein Team stehe in den Startlöchern und könne die Küche innerhalb von zwei Tagen komplett hochfahren.

Auch für die digitale Kontaktnachverfolgung seien alle Vorkehrungen getroffen. "Bis wir mit der Außengastronomie starten dürfen, werden wir - wann immer das Wetter es zulässt - an den Wochenenden unsere Terrasse öffnen", sagt er.

Ein wenig hin- und hergerissen ist Wenzel-Sprecherin Viktoria Franke. "Für uns ist das einerseits eine schöne Perspektive, andererseits waren wir vor ein paar Wochen schonmal an diesem Punkt, hatten bei unseren Lieferanten erste Bestellungen getätigt und fielen danach in ein großes Loch, als wieder der Riegel vorgeschoben wurde." Die Fragen werden nicht weniger, so das tschechische Lokal. "Und es wird und bleibt schwierig, mit den Lieferanten zu planen."

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