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Kastenmeiers Kampf gegen Personalmangel

In Dresden fehlen Köche und Kellner. Promikoch Gerd Kastenmeier setzt deshalb auf Mitarbeiter aus dem Ausland. Einen lernte er sogar im Urlaub kennen.

Gerd Kastenmeier und sein neuer Kellner Luca Peric.
Gerd Kastenmeier und sein neuer Kellner Luca Peric. © Sven Ellger

Dresden. Viele Dresdner Gastronomen und Hoteliers klagen über chronische Personalnot bei Köchen und Kellnern. Die Folge: Schließtage und Überlastung der vorhandenen Mitarbeiter. Es kommen einfach zu wenige Azubis nach. Die Arbeitsagentur meldete erst Anfang September unbesetzte Lehrstellen in der Gastronomie und Hotellerie. Dresdens Promikoch Gerd Kastenmeier geht jetzt neue Wege, um sich Personal zu sichern. Er stellte Luca Peric aus Montenegro ein. Der ausgebildete Restaurantfachmann und der Inhaber des "Kastenmeiers" im Taschenbergpalais lernten sich im Urlaub kennen.

"Ich war mit Freunden im Urlaub in Montenegro und habe dort den tollen Service von Luca erlebt und ihn gefragt, ob er in Deutschland arbeiten will", so Kastenmeier. Und Luca, der schon lange eine neue Herausforderung suchte, sagte zu. "Ich habe in der Grundschule Deutsch gelernt und über Dresden schon viel gehört", erzählt der 34-Jährige. Corona machte den Umzug ein wenig schwieriger, doch seit Juli ist Luca Peric nun Teil des 29 Mann starken Teams im Kastenmeiers. Neben seinem Dienst lernt er Deutsch. Seine Frau und seine Kinder leben noch in Montenegro, sollen aber so bald wie möglich nachkommen. 

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Kastenmeier feiert 25-jähriges Jubiläum in Dresden

"Wenn es in Dresden Probleme mit dem Nachwuchs an Azubis gibt, muss man neue Wege gehen und das habe ich mit dem Personal aus dem Ausland getan", so Kastenmeier. Für ihn arbeiten außerdem Menschen aus Japan, Australien und Kolumbien. Und das Personal braucht er. Denn das Lokal läuft auf Hochtouren. "Wir sind gerade jeden Abend ausgebucht und es sind sehr viele Touristen in der Stadt", so der Koch. Dresden profitiere davon, dass die Reisen ins Ausland wegen Corona schwierig sind. 

Gerd Kastenmeier ist mittlerweile seit Jahrzehnten in der Stadt und feiert in diesem Jahr Jubiläum. 1995 eröffnete er sein erstes Lokal in Dresden. Koch zu werden und die weite Welt zu bereisen, war schon zeitig Kastenmeiers großes Ziel. Die Lehre absolvierte er im Hotel Wastlsäge, damals eines der renommiertesten Restaurants im Bayerischen Wald.

Nach der Lehre folgten die Wanderjahre – Kastenmeier arbeitete im Schlosshotel in Ludwigsburg, in Reutlingen, Straubing und Bayreuth und übernahm dort 1988 die Position des stellvertretenden Küchenchefs im Fünf-Sterne-Haus Raffael, das heute zur Mandarin-Oriental-Gruppe zählt. Dann verschlug es ihn nach Hamburg: Zwei Jahre lang kochte Kastenmeier im Restaurant Amadeus, das während seines dortigen Wirkens mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. 

Kastenmeiers zieht ins Taschenbergpalais

Anfang der 90er Jahre zog es ihn dann nach Berlin. Dort übernahm er die Leitung der Fischküche, seinem ersten Fisch-Restaurant. Seine Begeisterung für feine Fischgerichte war es auch, die ihn letztendlich nach Dresden locken sollte. 1995 besuchte Kastenmeier erstmals die Elbestadt und eröffnete noch im selben Jahr die Fischgalerie. 1998 übernahm er darüber hinaus mit der Lindenschänke ein denkmalgeschütztes Wirtshaus. Das Hochwasser von 2002 bescherte der Fischgalerie ein jähes Ende. Der Traum von der Wiedereröffnung eines eigenen Fischrestaurants aber blieb und wurde 2010 mit dem "Kastenmeiers" im Kurländer Palais nach acht langen Jahren endlich Wirklichkeit. 

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Um sich seinem neuen Restaurant mit voller Kraft widmen zu können, zog er sich zeitgleich aus der Lindenschänke zurück. Im Frühjahr 2019 zog das "Kastenmeiers" um in das Taschenbergpalais. Das Cateringgeschäft und die Eventbetreuung sind bis heute ein zweites Standbein. Kastenmeier bereitet mit seinem Team Catering für Firmen-Events, Fingerfood bei privaten Feiern oder Gala-Menüs für die Gäste des Leipziger Opernballs. Auch auf der Rallye Dakar ist Gerd Kastenmeiers Kochkunst gefragt, denn hier wird er seit Jahren vom X-Raid-Team als Koch engagiert.  

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