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Dresdner Bäcker übernimmt Eisold-Filiale

Die Bäckerkette Eisold meldete 2019 Insolvenz an und musste in Tolkewitz schließen. Jetzt ist klar, wer den Laden übernimmt.

Die Lage für Eisold sei den Umständen entsprechend gut, sagt eine Unternehmenssprecherin.
Die Lage für Eisold sei den Umständen entsprechend gut, sagt eine Unternehmenssprecherin. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Zu Ostern 2019 musste die Bäckerkette Eisold Insolvenz anmelden. Ein Insolvenzverwalter saniert gemeinsam mit der Familie das Unternehmen. Nun musste die Filiale des Bäckers im Frida-Konsum in Tolkewitz schließen.

Nach dem Aus für Eisold in Tolkewitz ist nun klar, wer die Filiale übernimmt. Das Dresdner Backhaus. "Wir wollen ab 1. März in Tolkewitz starten", so Chefin Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller. In dem Stadtteil sei genau ihr Zielpublikum zu finden. Sie plant im Konsum, wie auch in den anderen Fachgeschäften, mit vor Ort frisch gebackenen Backhaus-Spezialitäten, Eis und Snacks zu überzeugen. Künftig soll der Bäckerladen schon 7 Uhr statt wie bisher 8 Uhr öffnen. "Ich hoffe, dass so noch ein paar Leute auf dem Weg zur Arbeit anhalten und sich etwas mitnehmen", sagt sie.

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Wie alle Bäcker kämpft auch das Backhaus mit den Folgen der Pandemie. "Es ist eine sehr herausfordernde Situation für uns alle", sagte Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller, Chefin des Dresdner Backhauses im Dezember. Auch die Schließung ihrer Cafés triff die Dresdner Bäcker und Konditoren hart. "Durch die Schließung entsteht uns ein großer Umsatzverlust", sagt Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller. "In der Filiale auf der Augsburger Straße haben wir im November durch die Schließung des dortigen Cafés 30.000 Euro Umsatz verloren", so die Chefin. Auf der Freiberger seien es 8.000 Euro Verlust und im neuen Café am Joseph-Stift noch einmal etwa 30.000 Euro. Ebenso dramatisch sei der Verlust im Café Kreutzkamm in der Altmarkt-Galerie, dort sei immens zu merken, dass keine Touristen in der Stadt sind und auch weniger Dresdner kommen. Die Straßen, Gehwege und Plätze abseits der Einkaufszentren in der Innenstadt sind zum Teil menschenleer - auch, weil die Gastronomie fehlt.

Eisold-Unternehmenssprecherin Regine Petzsch hatte Entwarnung für die Situation des Unternehmens gegeben. "Die Filiale in Tolkewitz lief gut, sie musste nur geschlossen werden, weil der Vermieter den Mietvertrag gekündigt hat." Die Lage für Eisold sei den Umständen entsprechend gut. "Das heißt, ohne Corona liefe es sehr gut, aber natürlich gibt es Umsatzeinbußen durch den Wegfall der Umsätze der drei Cafés, die auch durch deren Straßenverkauf nicht kompensiert werden können", so Petzsch.

Zur genauen Höhe des Umsatzverlustes sagt sie nichts. Der Straßenverkauf laufe aber trotzdem gut und der Umsatz in den Verkaufsfilialen sei im Vergleich zu 2019 gestiegen. Etabliert habe sich das Online-Geschäft. "Hier hat sich der Umsatz von 2019 auf 2020 verdoppelt und erreicht nur mit versandfähigen Produkten wie Stollen und Gebäck inzwischen schon den Umsatz einer einzelnen Filiale", sagt Petzsch.

Hier habe Eisold investiert und erwägt, das Online-Geschäft noch weiter auszubauen. Ein Problem, was bleibt: Eisold sei nicht unterstützungsberechtigt, was die Corona-Hilfen angeht, so Petzsch. So bleibt nur das Kurzarbeitergeld. "Es sind etwa 20 von 137 Mitarbeitern in Kurzarbeit aktuell", sagt die Sprecherin.

Zuletzt hatte Eisold Schlagzeilen gemacht, als das Schwarzmarktcafé im Sommer 2020 von Emil Reimann übernommen wurde. Das Café auf der Hauptstraße gehörte bis zur Schließung wie das Café Toscana zur Bäckerkette Eisold. "Wir haben uns entschieden, das Schwarzmarktcafé nicht wieder zu öffnen, sondern einen neuen Standort zu suchen", sagte Christian Heintze, Insolvenzverwalter bei Eisold und damit auch zuständig für das Neustädter Kultcafé, zuletzt.

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