merken
PLUS Dresden

Gastronomie: "Wir haben Mitarbeiter verloren"

Der Dresdner Gastronom Olaf Kranz muss sich gegenüber den großen Ketten in der Innenstadt behaupten. Doch er hat einen Plan mit seiner Palastecke.

Olaf Kranz bietet frische, regionale Küche - in der Palastecke und in Schmidt's Restaurant.
Olaf Kranz bietet frische, regionale Küche - in der Palastecke und in Schmidt's Restaurant. © René Meinig

Dresden. Pizza, Burger, Döner, Currywurst. Wer in der Dresdner Innenstadt Hunger verspürt, findet alles und schnell, zumeist von großen Ketten. Einer wie Olaf Kranz muss sich da hart behaupten. Was er bietet, hat nichts mit Systemgastronomie zu tun. Seit vier Jahren betreibt er die Palastecke, Restaurant und Café im Kulturpalast. Dort war früher der Ticketservice untergebracht. Jetzt gibt es da Ziegenfrischkäse mit gerösteten Pinienkernen, Doraden-Filet und Spargelrisotto, zum Abschluss eine Crème brûlée.

"Wir leben vom Tourismus, aber auch von den Dresdnern, die ganz gezielt zu uns kommen", sagt Olaf Kranz. Noch viel länger als die Palastecke betreibt er das Schmidt's Restaurant in Hellerau. In beiden Lokalen finden die Gäste gehobene Küche, im Sinne von frisch, regional und kreativ.

August Holder GmbH
Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

Sowohl shoppende Dresdner, als auch Städtereisende anzusprechen, ist nicht leicht. Aber leicht war besonders seit Frühjahr 2020 ohnehin nichts. Wie alle anderen Gastronomen hat auch Kranz gekämpft, gehadert, gehofft. Nach mehr als sieben Monaten öffnet der 42-Jährige nun sein Innenstadt-Lokal wieder.

"Wir haben noch etwas gezögert, weil die meisten Geschäfte zunächst ja noch geschlossen blieben, die Touristen erst zurückkehren müssen und das Wetter nicht besonders verlockend war", sagt er. Vor dreieinhalb Wochen erlaubten die Infektionszahlen endlich die Wiedereröffnung, anfangs nur der Außengastronomie. Etliche Wirte hielten sich noch zurück, wie auch Kranz. Einen Gastronomiebetrieb hochzufahren, braucht seine Zeit - und Manpower.

Das Thema Mitarbeiter bereitet Kopfzerbrechen. "Wir haben sechs Kollegen verloren", sagt Olaf Kranz. Mit der Vermittlung in zusätzliche Minijobs habe er versucht, seinen Angestellten die Kurzarbeit wirtschaftlich verträglicher zu gestalten. "Aufstocken konnten wir nicht. Es war ja nicht klar, wie lange wir mit unseren Rücklagen noch Ausfälle kompensieren müssen."

Von Null auf 100 wird der Neustart nicht vonstatten gehen. Noch fehlen zahlreiche Veranstaltungen, mit denen Kunz auch als Caterer Geld verdient hat. Doch mit den Musikfestspielen kehren die Gäste in den Kulturpalast zurück - auch für ihn und sein
20-köpfiges Palastecken-Team. Die neue Speiseplan steht. Was er sich wünscht? "Normalität und dass sich die Läden tragen."

Mehr zum Thema Dresden