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Gerüste an Carolabrücken-Fußweg fallen

Die breitere Passage hat erhebliche Vorteile. Wann sie fertig werden soll.

Der breitere Fußweg an der Carolabrücke ist fertig. Derzeit werden die letzten Gerüste abgebaut.
Der breitere Fußweg an der Carolabrücke ist fertig. Derzeit werden die letzten Gerüste abgebaut. © Foto: SZ/Peter Hilbert;

Dresden. Der neue Fußweg am elbaufwärts liegenden Teil der Carolabrücke erstreckt sich jetzt über die gesamte Länge von 400 Metern. In der nächsten Woche soll er freigegeben werden. Einen genauen Termin will die Stadt noch mitteilen. 

Zuletzt wurde jetzt ein zehn Meter langer Abschnitt am Altstädter Brückenende betoniert. Derzeit sind die Bauleute der Firma Hentschke Bau dabei, das hölzerne Arbeitsgerüst zu demontieren, mit dessen Hilfe die neue Fußwegplatte errichtet wurde. Bereits in der vergangenen Woche hatten Monteure die neuen Straßenleuchten angebracht.

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Der Geh- und Radweg wurde von 3,6 auf 4,25 Meter verbreitert. Möglich wird das, da erstmals beim Großbrückenbau leichterer Carbon- beziehungsweise Basaltbeton eingesetzt wird. 

Damit beschreitet die Stadt gemeinsam mit dem Institut für Massivbau der TU Dresden neue Wege. Über den eingehobenen Fertigteilen des Fußwegs ist zuerst eine Lage Stahlbewehrung eingebaut worden. Auf der Neustädter Seite haben die Brückenbauer von Hentschke Bau Basaltmatten verlegt. 

Die Stäbe müssen gut im Beton halten

Die Basaltstäbe sind von einer geriffelten Epoxidharzhülle umschlossen, damit sie im Beton gut halten. Das leichtere und flexiblere Material ist umfassend getestet und zugelassen worden. Es rostet nicht, ist gegen Streusalze resistent und eröffnet neue Möglichkeiten. 

Zwar ist das Material teurer als Stahl. Doch es ist deutlich fester, sodass weniger Beton für die insgesamt nur zehn Zentimeter starke Platte benötigt wird. Auf der Altstädter Brückenhälfte wurden Carbonmatten eingebaut.

Nur beim letzten Fußweg-Abschnitt am Altstädter Brückenende wurde keine Lage von Stahlmatten, sondern ausschließlich Basaltbewehrung eingebaut, erklärte das Straßenbauamt. So kann getestet werden, wie gut der Fußweg hält, wenn nur dieses neuartige Material eingebaut wird. 

Die Geländer sind fertig aufgestellt. Am vergangenen Freitag wurden die neuen Straßenleuchten angebracht.
Die Geländer sind fertig aufgestellt. Am vergangenen Freitag wurden die neuen Straßenleuchten angebracht. © René Meinig

Ist der neue Geh- und Radweg frei, kann der Rest des Brückenzuges saniert werden. Dann wird der Behelfsweg nicht mehr benötigt. Somit kann die Stahlbetonkappe am anderen Rand dieses Brückenzugs abgebrochen und erneuert werden. 

Erst danach soll die neue Fahrbahn gebaut werden, auf die zwei Asphaltschichten kommen. Die Sanierung dieses Brückenzuges soll bis zum Frühjahr 2021 dauern. Dann kann der Verkehr auf der Carolabrücke wieder auf zwei Spuren in jede Fahrtrichtung rollen. 

Streusalz darf nicht in die Konstruktion eindringen

Die Sanierung hatte im November 2019 begonnen. Die Stadt musste an der Carolabrücke schnell handeln. Schließlich gibt es an der 1971 fertiggestellten Spannbetonbrücke erhebliche Schäden. 

Würde über weitere Winter Streusalz in die undichte Brückenkonstruktion eindringen, würde die Korrosion beschleunigt. Dann besteht die Gefahr, dass Spannglieder als Haupttragelemente der Brücke angegriffen werden, was zum schlagartigen Versagen führen kann. Dann wäre die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet.

Geplant ist, 2022 den mittleren Brückenzug zu sanieren. Die Stadt hofft dafür auf Fördermittel. Da die 2019 vom Freistaat nicht bestätigt wurden, muss die Stadt die jetzige, 5,5 Millionen Euro teure Sanierung komplett selbst bezahlen. Noch unklar ist, wann der dritte, elbabwärts liegende Teil der Carolabrücke mit der Straßenbahntrasse saniert wird.

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