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Gewitter mit viel Regen - das kommt auf Dresden zu

Eine spezielle Wetterlage war für das Hochwasser 2002 verantwortlich. Diesmal kommt es anders. Doch Meteorologen rechnen mit kräftigen Gewittern.

Am Dienstagabend zog ein Gewitter über Dresden. Der Wind fällte Bäume, der Regen flutete eine Brückendurchfahrt und eine Bundesstraße.
Am Dienstagabend zog ein Gewitter über Dresden. Der Wind fällte Bäume, der Regen flutete eine Brückendurchfahrt und eine Bundesstraße. © René Meinig

Dresden. Die Vb-Wetterlage hat es in sich. Sie war es, die die Jahrhundertflut im August 2002 ausgelöst hat und von ihr war jetzt wieder die Rede. "Fünf-B-Wetterlage" wird sie ausgesprochen und die Meteorologen meinen mit diesem Begriff, dass sich ein Tief über dem Mittelmeer bildet. Das "schaufelt" dann warme Luft aus Afrika zu uns, die sich über dem Mittelmeer mit Wasser auflädt. Dieses Wasser wurde 2002 zu heftigem Regen, allein in Zinnwald fielen damals mehr als 300 Liter Regen pro Quadratmeter.

Jetzt war sie wieder im Gespräch, als das aktuelle Tief, das im Westen derzeit für Chaos sorgt, auf dem Weg in Richtung Osten war. Doch es blieb bei einem Tief, das sich nun kaum bewegt und zuletzt vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ganze Landstriche und Städte geflutet hat. "Dieses Tiefdruckgebiet dreht sich südlich von uns", erklärt Henry Geyer, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. "Wir bekommen von Südosten warme und feuchte Luft." Am anderen "Rand" des Tiefs, also in Westdeutschland, mische sich von Norden kommende Kaltluft mit südlicher Warmluft - ein explosives Gemisch, das zu Unwettern führt.

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40 Liter Regen pro Quadratmeter

Trotzdem können sich die Dresdner nun nicht entspannt zurücklehnen oder gar durchgängig ruhige Tage im Freien planen. Denn Geyer rechnet mit "kräftigen Gewittern". Die seien schon im Vogtland und im Westerzgebirge angekommen. "Das weitet sich bis ins Tiefland aus, 40 Liter Regen innerhalb einer Stunde sind möglich", sagt Geyer.

Das Ende dieser Woche ist geprägt von der Erwartung solcher Gewitter, also auch der Freitag. "Dann schwächelt das Tief. Sonnabend wird es in Sachsen nochmal regnen, auch einzelne Gewitter sind möglich." Der Sonntag sei am kommenden Wochenende auf jeden Fall der schönere Tag.

Weiter mag der Meteorologe noch nicht vorausblicken. "Da gehen die Prognosemodelle noch ein bisschen durcheinander", erklärt er. Aber die erste Hälfte der neuen Woche werde wahrscheinlich ruhig und bringe "angenehme Sommertemperaturen". Mit "großen Wetterereignissen" sei da nicht zu rechnen.

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Für die Elbe bedeutet das, dass der Wasserstand die Höhe für die Hochwasser-Alarmstufe 1 wahrscheinlich nicht erreicht. Der liegt bei vier Metern. Rund drei Meter meldet das Landeshochwasserzentrum an diesem Donnerstag, Tendenz gleichbleibend oder leicht steigend. Seinen vorläufigen Höchststand hat der Fluss mit etwas mehr als 3,20 Metern am vergangenen Sonntag erreicht.

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