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Gönnsdorfer Brunnen schwächelt

Vor zwei Monaten wurde das barocke Schmuckstück nach der Sanierung wieder in Betrieb genommen. Warum es trotzdem mitunter wenig sprudelt.

Mitunter kommt das Wasser nur spärlich aus der Brunnenschale.
Mitunter kommt das Wasser nur spärlich aus der Brunnenschale. © SZ/Kay Haufe

Dresden.  Mit einer kleinen Feier ging der Gönnsdorfer Barockbrunnen im Park des Herrenhauses vor zwei Monaten wieder in Betrieb. Anwohner und Gäste erfreuten sich daran, wie das Wasser aus der neuen Brunnenschale und dem Maul des Fisches sprudelte. Denn darauf mussten sie lange verzichten. Zuletzt lief täglich nur noch eine Stunde Wasser in das Becken vom Springbrunnen im Schönfelder Hochland. Die Trockenheit der letzten beiden Jahre ließ die Grundwasserstände absinken, das Wasser reichte nicht mehr für den Brunnen.

Doch inzwischen haben Besucher des Parkes beobachtet, dass das Wasser schon wieder nicht regelmäßig fließt. Immer wieder stockt die kleine Fontäne, die aus der oberen Brunnenschale kommt. Gibt es erneut Probleme?

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Jetzt, kurz nach der Sanierung, sei ein häufiger Wasserwechsel nötig, um Baureste auszuspülen, erklärt das Amt für Stadtgrün. Somit dauere es verhältnismäßig lange, bis der Betriebsfüllstand mit Wasser im Brunnenbecken erreicht ist. Erst dann könne die Anlage in Betrieb genommen werden. In der Stadt hofft man, dass die nächste Brunnensaison im Frühjahr 2021 besser starten kann.

Das wäre wünschenswert, denn Ziel der Sanierung war es, dass der Springbrunnen weiterhin mit Grundwasser betrieben wird, sodass dafür kein kostbares Trinkwasser zum Einsatz kommen muss. Doch infolge der klimatischen Bedingungen ist auch in Gönnsdorf der Grundwasserstand weiter abgesunken, sodass eine Befüllung mehr als eine Woche andauert. 

Möglich wurde die Sanierung durch einen Mann, der sich zeitlebens an den Brunnen der Stadt erfreut hat und auch den Gönnsdorfer Barockbrunnen kannte: Wolfgang Gelpke. Aus seinem Nachlass konnte die Sanierung des Brunnens finanziert werden. Gelpke hatte die Stadt Dresden zur Alleinerbin bestimmt und verfügt, dass sein Geld für den Bau oder die Reparatur eines Brunnens verwendet wird. Die 330.000 Euro für die Arbeiten kommen komplett aus seinem Nachlass.  

Am denkmalgeschützten Brunnen, der um 1721 mit der Parkanlage des Gönnsdorfer Herrenhauses entstanden ist, musste viel repariert werden. Das Becken war undicht. Das über zwei Brunnen herangeführte Wasser lief schneller wieder weg, als es zu sehen war. Nun sind der Untergrund und die Seitenwände abgedichtet. Eine Umwälzpumpe kombiniert mit einer UV-Anlage soll auch ohne Chemie für gute Wasserqualität im Brunnen sorgen. Die Technik ist in einem großen Betonelement im Boden eingebaut.

Auch die große Schale wurde neu hergestellt. Steinmetzmeister Jens Schrot von der Firma Fuchs & Gierke hat sie aus einem 3,5 Tonnen schweren Lock aus Reinhardtsdorfer Sandstein herausgearbeitet.  Das Original steht jetzt vor der Zionskirche in der Südvorstadt, dem Lapidarium der Stadt. 

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Schon August der Starke soll sich am sanften Plätschern des Brunnens erfreut haben. Reichsgräfin Agnes von Manteuffel, die das Herrenhaus mit Park errichten ließ, hatte gute Kontakte zum sächsischen Hof und lud den Kurfürsten wohl öfter ein. Vermutet wird, dass sie für die Gestaltung des Brunnens auf den Hofbildhauer Francois Coudray zugreifen konnte. 

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