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Immer mehr Abwasser: Neue Kanäle für Dresdner Industrie

Im Dresdner Norden siedeln sich immer mehr Hightech-Firmen an. Was die Stadtentwässerung unternimmt, damit Abwässer entsorgt werden können.

Infineon und andere Hightech-Firmen im Dresdner Norden sollen eine neuen Abwasseranschluss bekommen. Dafür will die Stadtentwässerung rund 50 Millionen Euro investieren.
Infineon und andere Hightech-Firmen im Dresdner Norden sollen eine neuen Abwasseranschluss bekommen. Dafür will die Stadtentwässerung rund 50 Millionen Euro investieren. © Marion Doering

Dresden. Seit der Wiedervereinigung hat die Stadtentwässerung viel unternommen, um das einst völlig marode Dresdner Kanalnetz zu sanieren. Immerhin ist das rund 1.800 Kilometer lang. Wegen großer Industrie-Ansiedlungen und des Bevölkerungswachstums sind die Abwassermengen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

Waren es 2019 noch etwa 32,2 Millionen Kubikmeter, so sind es 2020 schon rund 33 Millionen gewesen. Bis 2025 soll die Menge bis auf 33,6 Millionen Kubikmeter wachsen, erläutert Geschäftsführer Ralf Strothteicher.

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Ein Blick in den Neustädter Hauptkanal, der derzeit saniert wird. Mit dem geplanten Industriesammler wird das rechtselbische Dresdner Abwassersystem stark entlastet.
Ein Blick in den Neustädter Hauptkanal, der derzeit saniert wird. Mit dem geplanten Industriesammler wird das rechtselbische Dresdner Abwassersystem stark entlastet. © Foto: Peter Hilbert

Die Hauptadern sind der Altstädter Abfangkanal links der Elbe und der Neustädter auf der anderen Flussseite. Vom knapp 17 Kilometer langen Altstädter Hauptkanal sind schon 13,4 Kilometer saniert.

Beim 6,6 Kilometer langen Neustädter Pendant wird jetzt gerade das letzte Stück bis zum Klärwerk Kaditz instandgesetzt. Doch das wird künftig nicht mehr reichen. Schließlich haben sich in den vergangenen Jahrzehnten im Dresdner Norden zwischen Hellerau, Wilschdorf und Klotzsche mehrere Mikroelektronik-Betriebe angesiedelt.

Als Beispiele führt Strothteicher Infineon an der Königsbrücker Straße, Globalfoundries an der Wilschdorfer Landstraße und das neue Boschwerk im Rähnitzer Gewerbegebiet Airportpark an.

"Das rechtselbische Kanalnetz entlasten"

Deshalb plant die Stadtentwässerung, einen 10,5 Kilometer langen Hauptkanal für die Abwässer der Betriebe zu bauen, den Industriesammler Nord.

„Damit wollen wir das rechtselbische Kanalnetz entlasten und die Möglichkeiten für die weitere industrielle Entwicklung schaffen“, sagt der Geschäftsführer. Bisher fließen diese Abwässer zum Neustädter Abfangkanal und dann zum Kaditzer Klärwerk.

Der Kanal soll im Gewerbegebiet von Infineon an der Königsbrücker Straße beginnen, dann über den Heller bis zum A 4-Anschluss Wilder Mann führen.

In dem Bereich ist der Anschluss aus dem Gewerbegebieten Wilschdorf mit Gobalfoundries geplant. Der neue Industriesammler soll dann weiter entlang der Autobahn bis zum Klärwerk Kaditz verlaufen.

Die Planung für den ersten, fünf Kilometer langen Abschnitt vom Klärwerk bis zum A 4-Anschluss Wilder Mann soll bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen werden, erläutert Strothteicher. 2023 und 2024 soll die etwa einen Meter starke Abwasserleitung verlegt werden.

Geplant ist, dafür rund 30 Millionen Euro zu investieren. Für dieses Projekt werden Fördermittel in Aussicht gestellt. Damit werden auch die an ihrer Leistungsgrenze arbeiteten Kanäle auf der Neustädter Seite entlastet, erklärt Strothteicher.

Im Gewerbegebiet von Infineon wird der neue Industriekanal enden. Er soll über 10,5 Kilometer bis zum Gewerbegebiet an der Königsbrücker Straße führen.
Im Gewerbegebiet von Infineon wird der neue Industriekanal enden. Er soll über 10,5 Kilometer bis zum Gewerbegebiet an der Königsbrücker Straße führen. © Marion Doering

Geplant wird auch am zweiten Abschnitt des Industriesammlers, der in Höhe des Moritzburger Weges zum Infineon-Standort an der Königsbrücker Straße führt. Für den Bau gibt es aber noch keinen Zeitplan.

„Genaue Details der Trasse müssen noch festgelegt werden“, sagt Strothteicher. Der Verlauf hänge unter anderem von naturschutzrechtlichen Auflagen und von den Möglichkeiten der Nutzung von Privatgrundstücken ab. Insgesamt will die Stadtentwässerung rund 50 Millionen Euro für das Großprojekt investieren.

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