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Halbes Hochhaus am WTC schon abgerissen

Der Zehngeschosser am World Trade Center in Dresden macht einem modernen Neubau Platz. Der Abbruch ist aufwendiger als erwartet.

Der einstige Zehngeschosser am WTC ist schon arg gestutzt. In den kommenden Wochen wird er ganz verschwinden.
Der einstige Zehngeschosser am WTC ist schon arg gestutzt. In den kommenden Wochen wird er ganz verschwinden. © Christian Juppe

Dresden. Direkt neben dem World Trade Center (WTC) Dresden ragt derzeit an der Ammonstraße 68 ein Kran empor. Er wird nicht wie sonst üblich zum Bau, sondern zum Abriss eingesetzt. Während die Sächsische Wohnungsgenossenschaft (SWGD) auf anderen Baustellen ihre Häuser saniert, lässt sie dort ein zehngeschossiges Hochhaus abreißen. Fast die Hälfte davon ist schon verschwunden.

Für den Abriss gibt es gute Gründe, erklärt SWGD-Vorstand Torsten Munk. Bei der Sanierung von Hochhäusern muss die Genossenschaft besonderen Aufwand betreiben. Denn seit Juni 2019 gilt die sächsische Hochhaus-Baurichtlinie, erläutert er. Die schreibt unter anderem einen zweiten Rettungsweg und spezielle Rauchabzugsanlagen vor.

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Jetzt sind noch Teile der sechsten Etage zu sehen. Die Platten werden mit dem Kran ausgehoben. Ab dem darunterliegenden Stockwerk kommt der Abbruchbagger zum Einsatz.
Jetzt sind noch Teile der sechsten Etage zu sehen. Die Platten werden mit dem Kran ausgehoben. Ab dem darunterliegenden Stockwerk kommt der Abbruchbagger zum Einsatz. © Christian Juppe

Ursprünglich wollte die SWGD auch den Zehngeschosser an der Ammonstraße sanieren, der 1966 bezogen wurde. Doch der Zuschnitt der 40 großen Vierraum-Wohnungen sei mit vielen Durchgangszimmern und Bädern im Flur sehr ungünstig. Fünf Wohnungen standen schon seit Jahren leer.

Wegen der neuen Richtlinie wäre die Sanierung mit rund sechs Millionen Euro sehr teuer gewesen. Kostet sie im Normalfall etwa 800 Euro je Quadratmeter, so wäre es dort mit rund 1.900 Euro mehr als das Doppelte. „Die Kosten für eine Sanierung wären zu hoch“, sagt der Vorstand. Deshalb habe sich die Genossenschaft für den Abbruch und einen Neubau entschieden.

Am 30. Juni 2020 war der letzte Mieter ausgezogen. Anfang Oktober hatten die ersten Arbeiten begonnen. Zuerst waren die Bauteile im Inneren entfernt worden. Ende November hatte die nächste Etappe beim Abbruch begonnen. Mit einem Kran werden seitdem die Platten der oberen Geschosse ausgehoben.

Der Abbruch des obersten Geschosses war allerdings deutlich aufwendiger als erwartet, erklärt Vorstand Munk. So mussten eine sehr starke Stahlbetondecke und andere mit Stahl verstärkte Bauteile beseitigt werden. Derzeit ist der Kran dabei, die Platten der 6. Etage auszuheben. „Sie soll noch diese Woche weg sein“, sagt Munk.

Am Boden zerkleinert dieser Bagger die ausgehobenen Platten.
Am Boden zerkleinert dieser Bagger die ausgehobenen Platten. © Christian Juppe

Eigentlich sollte der Kran noch die Platten der fünften Etage ausheben. Diese Technologie bei den oberen Etagen wurde gewählt, um Lärm und Dreck beim Abbruch zu begrenzen. Damit der Zeitverzug beim Abbruch der oberen Etage aufgeholt werden kann, kommt der Abbruchbagger schon ab nächster Woche bei der fünften Etage zum Zuge, um danach die unteren Stockwerke abzubrechen.

Wo jetzt noch der Bagger beim Abbruch arbeitet, soll ab April ein Neubau errichtet werden.
Wo jetzt noch der Bagger beim Abbruch arbeitet, soll ab April ein Neubau errichtet werden. © Christian Juppe

Vorstand Munk ist optimistisch, dass der Abbruch bis Mitte März beendet wird. Im April soll dann der Neubau beginnen. Die Baugenehmigung hatte die Stadt bereits im Oktober 2020 erteilt. Mit der Planung hat die SWGD die Dresdner Kilian Architekten beauftragt. Vorgesehen ist ein achtstöckiger Neubau, der niedriger als das alte Hochhaus wird. „Damit passt er sich optisch an das Ensemble des WTC an“, nennt der Vorstand einen Vorteil.

Geplant sind 47 barrierearme Zwei- bis Vierraum-Wohnungen. Die 25 Zweiraum-Wohnungen werden zwischen 47 und 50 Quadratmeter groß, die 14 Dreiraum-Wohnungen zwischen 70 und 75 Quadratmeter und die acht Vierraum-Wohnungen 84 Quadratmeter groß. Außerdem ist eine Tiefgarage mit 28 Stellplätzen und einem Autoaufzug vorgesehen.

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Ende 2022 soll der Neubau fertig werden. Mit der Vermietung soll voraussichtlich Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Natürlich hätten auch die vorherigen Mieter die Möglichkeit, in den Neubau einzuziehen. Die Kaltmieten werden zwischen neun und zehn Euro liegen. Das ist derzeit das größte Einzelprojekt der SWGD. Für Abriss und Neubau investiert sie rund neun Millionen Euro.

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