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Dresdens Weihnachtsbäume werden knapp

Die heißen, trockenen Sommer haben den Fichten und Kiefern zugesetzt, viele sind abgestorben. In zwei Jahren müssen Schönheitsfehler akzeptiert werden.

Dieses Bild zeigt die Krux: Revierförster Thomas Stelzig mit einem abgestorbenen, kleinen Baum, der in drei Jahren die richtige Weihnachtsbaumgröße gehabt hätte.
Dieses Bild zeigt die Krux: Revierförster Thomas Stelzig mit einem abgestorbenen, kleinen Baum, der in drei Jahren die richtige Weihnachtsbaumgröße gehabt hätte. © Christian Juppe

Dresden. An diesem Samstag sind es noch genau zwei Monate bis zum Heiligabend. Angesichts steigender Coronazahlen in Dresden denken derzeit wohl die wenigsten daran, welcher Baum dieses Weihnachtsfest ihr Wohnzimmer oder ihren Balkon schmücken soll. Aber bereits am kommenden Samstag soll in der Heide Dresdens berühmtester Baum für den Striezelmarkt geschlagen werden.  

In der Bühlauer Forstbaumschule von Sachsenforst stehen die kleineren Exemplare fürs Fest in Reih und Glied. Sofort ins Auge fallen die vielen braunen, abgestorbenen Bäumchen. "Die heißen, trockenen Sommer der letzten drei Jahre sind an unseren Weihnachtsbäumen nicht spurlos vorübergegangen", sagt Revierförster Thomas Stelzig und zeigt auf Fichten, an denen die unteren Zweige kaum noch Nadeln haben.  

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40 Neupflanzungen sind eingegangen

Allein dieses Jahr sind 40 Prozent der neu gepflanzten Bäumchen aus dem April eingegangen, weil danach überhaupt kein Regen gefallen ist. "Und wir haben sogar mit Brunnenwasser beregnet, leider erfolgslos", sagt Stelzig. Aus seinem Revier kommen weit über die Hälfte der 3.300 Weihnachtsbäume, die Sachsenforst in der Dresdner Heide und Laußnitz schlagen lässt.  

"Für dieses und kommendes Jahr haben wir noch genügend schöne Weihnachtsbäume", sagt Stelzig. Doch in den darauffolgenden Jahren werde es schwierig, weil dann die Bäumchen dran wären, die in den vergangenen drei Jahren gewachsen sind. Ein Weihnachtsbaum brauche sechs bis acht Jahre zum Wachstum. 

"Abgesehen davon, dass nur ein Teil der Gepflanzten überhaupt weitergewachsen ist, haben viele abgestorbene Äste, sehen einfach nicht schön aus", sagt Stelzig. Die würden dann wohl nur zu Tannengrün taugen. "Wer ab 2022 einen regionalen Baum aus der Heide möchte, muss zumindest Schönheitsfehler in Kauf nehmen", sagt Stelzig. 

Denn zusätzlich zur Trockenheit haben Anfang Mai auch zwei Nächte mit Frost dafür gesorgt, dass Triebspitzen abgefroren sind. "Der Zuwachs für dieses Jahr an Fichten und Tannen ist deshalb auch vernichtet worden", sagt der Revierleiter.  

Hoffen auf einen schneereichen Winter

Die regnerischen Tage derzeit sind eine gute Pflanzzeit für neue Bäume. So haben Stelzigs Waldarbeiter und Lehrlinge 3.000 kleine Weißtannen aus einer Baumschule im Erzgebirge bekommen, die gerade in die Erde kommen. 

"Wenn es kein so strenger Winter wird, pflanzen wir auch im Januar und Februar weiter", sagt er. Doch eigentlich hofft er auf einen schneereichen Winter und ein verregnetes Frühjahr, damit endlich wieder Wasser an die tieferen Wurzeln der Bäume kommt. 

Nordmanntannen beginnen ab 30 Euro

Die Weihnachtsbäume aus der Heide sind Fichten, Blaufichten, Kiefern und Bergkiefern, die nicht mit chemischen Mitteln in Berührung gekommen sind. Zusätzlich erhält Stelzig Nordmanntannen von einem Partnerbetrieb aus dem Bielatal in der Sächsischen Schweiz. 

"Weil das inzwischen die beliebtesten Bäume sind."  Für die regionalen Fichten und Kiefern sind je nach Größe zehn bis 25 Euro zu zahlen. Die Nordmanntannen beginnen ab 30 Euro. 

Gekauft werden können sie erstmals ab dem Donnerstag vor dem 1. Advent, dem 26. November. Danach jeweils zur Sprechzeit des Revierleiters jeden Donnerstag. Der große Weihnachtsbaumverkauf ist für den 19. Dezember von 8 bis 12 Uhr am Forstamt am Heidemühlweg geplant.

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