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Bauland in Dresden deutlich teurer

Die Landeshauptstadt schlägt sogar Leipzig, was die Preise für Bauland angeht. Die Gewerkschaften schlagen Alarm.

Bauen wird in der Landeshauptstadt immer kostspieliger.
Bauen wird in der Landeshauptstadt immer kostspieliger. © dpa/Jan Woitas

Dresden. Die Preise für Bauland sind in Dresden in den vergangenen neun Jahren auf über das Dreifache gestiegen. Das zeigen Zahlen des statistischen Landesamts, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einer deutschlandweiten Karte zusammengefasst hat.

Demnach kostete der Quadratmeter baureifes Land in Dresden 2019 441,79 Euro. Das ist eine Steigerung um 236 Prozent im Vergleich zu 2010 und um 111 Prozent im Vergleich zu 2015.

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Dresdner Preise sachsenweit am höchsten

Nirgendwo in Sachsen kostet Bauland demnach so viel wie in der Landeshauptstadt. Selbst in der boomenden Metropole Leipzig liegt der Quadratmeterpreis mit 311,51 Euro über 100 Euro niedriger als an der Elbe.

Allerdings zeigt der Trend in Leipzig noch steiler nach oben als in Dresden. Seit 2015 sind die Baulandpreise hier um 164 Prozent gestiegen. Am günstigen baut es sich sachsenweit im Vogtlandkreis, wo der Quadratmeter nur 29,60 Euro kostet.

Wegen hoher Mieten und Grundstückspreise zieht es immer mehr Dresdner ins Umland. Vor allem junge Familien suchen dort ihr Glück - und finden deutlich günstigere Grundstückspreise. So ist der Quadratmeterpreis für Bauland im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge seit 2015 sogar um 25 Prozent auf 54,49 Euro gesunken.

München: Bauland ist fünf Mal so teuer wie in Dresden

Verglichen mit anderen Großstädten in Deutschland sind die Baulandpreise in Dresden aber immer noch verhältnismäßig günstig. Den Spitzenreiter der Tabelle belegt die bayerische Landeshauptstadt München. Hier kostet der Quadratmeter Bauland 2.376 Euro, also über das Fünffache von Dresden.

Auch in Hamburg (1.158 Euro), Nürnberg (1.071 Euro) und Frankfurt am Main (1.260 Euro) ist Bauen deutlich kostspieliger. Am günstigsten lässt sich der Traum vom Eigenheim in der Uckermark (17,14 Euro) und im Landkreis Elbe-Elster (12,90) verwirklichen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht trotz der moderaten Vergleichswerte Dresdens keinen Grund zur Entspannung. Vielmehr befürchtet man dort eine Preisspirale, die sich kaum aufhalten lässt.

"Im Ergebnis steigen damit auch die Mieten weiter, denn auf teurem Boden können keine bezahlbaren Wohnungen entstehen", sagt André Schnabel, Regionsgeschäftsführer beim DGB Dresden-Oberes Elbtal.

DGB fordert: Städte sollen günstig kaufen können

Schnabel fordert, dass die Kommunen mehr Möglichkeiten erhalten, die Bodenpolitik in ihrer Gemeinde beziehungsweise ihrer Stadt zu beeinflussen. Aktuell läuft im Bundestag eine Debatte über die Reformierung des Baugesetzbuches.

Die Bundesregierung plant, dass die Kommunen in Zukunft ein Vorverkaufsrecht auf Grundstücke, die brachliegen, bekommen sollen. Dem DGB sind "kooperationsunwillige" Eigentümer, die ihre Flächen nicht bebauen, ein Dorn im Auge - und einer der Gründe, weshalb die Baulandpreise so hoch sind.

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Zwar stagnieren die Preise im Freistaat, doch mancherorts ist der Quadratmeterpreis alles andere als günstig.

Schnabel geht deshalb der Plan der Politik nicht weit genug. "Wichtig ist zugleich eine wirksame Preislimitierung einzuführen, damit die Kommunen Bauland zu Preisen unterhalb des Marktwertes erwerben können", sagt er. Nur dann würde dieses Instrument auch von den Kommunen genutzt werden, ist er überzeugt.

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