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Neues Wohnviertel am Bahnhof Dresden-Neustadt: Baubeginn soll dieses Jahr sein

Am Neustädter Bahnhof in Dresden sollen Wohnhäuser entstehen, dafür müssen Bäume und Sträucher weichen. Der Investor glaubt, die Stadt lässt sich mehr Zeit als normal für die Bearbeitung.

Von Kay Haufe
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Im Sommer ist der Bereich an den Hinterhäusern der Dresdner Lößnitzstraße für die Anwohner eine grüne Oase gewesen, die zur Abkühlung beigetragen hat. Dieser Bereich soll nun bebaut werden.
Im Sommer ist der Bereich an den Hinterhäusern der Dresdner Lößnitzstraße für die Anwohner eine grüne Oase gewesen, die zur Abkühlung beigetragen hat. Dieser Bereich soll nun bebaut werden. © Archivfoto: Rene Meinig

Dresden. Kaum ein Projekt birgt so viel Zündstoff wie der geplante Neubau von Wohnungen, Büros und Gewerbefläche am Gleisbogen des Neustädter Bahnhofs. Die Immvest Wolf GmbH will zwischen Hansastraße, Lößnitzstraße und dem alten Gleisbogen mehrere Wohnblöcke, begrünte Innenhöfe und ein einzeln stehenden Haus errichten, außerdem einen öffentlich zugänglichen Spielplatz. Dafür müssen jedoch mehrere Bäume und Sträucher in einem bisher ungenutzten Bereich hinter der zweiten Baureihe der Häuser an der Lößnitzstraße weichen.

Diese waren bisher nicht nur die grüne Oase für die Anwohner, sondern spendeten Schatten und kühlten ab. Enorm wichtig an der Stelle, denn am Neustädter Bahnhof ist es rund fünf Grad wärmer als im unbebauten Umland der Stadt. Das gilt auch für die Bereiche ringsherum, sie zählen zu den wärmsten der Stadt.

Investor wäre mit Bauprojekt gern zwei Monate weiter

Der Investor ist auf die Einsprüche der Anwohner im Bebauungsplanverfahren bereits eingegangen und hat seine Baukörper zu den Hinterhäusern an der Lößnitzstraße um sieben Meter verkleinert, damit können dort alle Bäume erhalten bleiben. Außerdem sollen alle Fassaden und Dächer begrünt werden. Auch auf der durch das Gebiet führenden Straße werden Bäume und Sträucher gepflanzt.

Doch Steffen Funk, Dresdner Niederlassungsleiter von Immvest Wolf, wartet noch immer auf eine zügige Bearbeitung des Verfahrens durch die Stadtverwaltung. "Das geht bei anderen Projekten wie beim Ostra-Vorwerk wesentlich schneller. Ich wäre gern schon zwei Monate weiter", sagt er.

Funk rechnet im Mai mit einem Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan. Dann soll der Bauantrag eingereicht werden, der gerade erarbeitet wird. Auf jeden Fall soll dieses Jahr noch Baubeginn sein. 220 Mietwohnungen sollen am Bahnhof entstehen, darunter 44 Sozialwohnungen.

Den Anwohnern gehen die Verbesserungen, die der Investor vorgenommen hat, nicht weit genug. Die Dach- und Fassadenbegrünung der neuen Häuser könnten den Wegfall der Bäume und Sträucher frühestens in vielen Jahren kompensieren.

Sie wissen, dass Wohnungen in der Neustadt äußerst nachgefragt sind, die Wege vom neuen Viertel ins Zentrum oder zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind kurz. Aber die Überhitzung des Bereiches müsse auch ernst genommen werden.