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Wo Sie in Dresden günstig wohnen können

Die Wahl der richtigen Wohnung richtet sich oft nach dem Geldbeutel - und damit nach dem Stadtteil. Wo Wohnen in Dresden erschwinglich ist.

In der Dresdner Altstadt sind die Wohnungen am teuersten, in Gorbitz am günstigsten.
In der Dresdner Altstadt sind die Wohnungen am teuersten, in Gorbitz am günstigsten. © René Meinig, Benno Löffler

Dresden. Wer vorhat, innerhalb Dresdens umzuziehen, sollte seine Planung eventuell noch einmal überdenken. Denn die Preise für neu vermietete Wohnungen haben nirgendwo in Sachsen so stark angezogen wie in der Landeshauptstadt. Zu diesem Schluss kommen die Immobilienportale Immowelt und Immobilienscout24. Ein Blick in die Stadtteile zeigt jedoch, dass die Preise nicht überall gleichmäßig stark gestiegen sind.

Wie viel mehr kosten Mietwohnungen jetzt?

Beide Immobilienportale haben lediglich die Nettokaltmieten von Wohnungen untersucht, die entweder komplett neu vermietet werden oder die nach dem Auszug des vorherigen Mieters wieder angeboten werden. Beide kommen zu demselben Schluss: Der Quadratmeter hat zum Ende des ersten Halbjahres drei Prozent mehr gekostet als im selben Zeitraum des Vorjahres. Einen Corona-Preisknick gab es während der gesamten Pandemie nicht.

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Nur bei den absoluten Zahlen haben beide Portale unterschiedliche Preise ermittelt. Immowelt kommt auf 7,90 Euro pro Quadratmeter (2020: 7,70 Euro), Immobilienscout24 auf 7,49 Euro (2020: 7,28 Euro). In Dresden und Leipzig habe sich die Nachfrage nach Wohnraum in den vergangenen Jahren stetig erhöht, fasst Immowelt zusammen. Leipzig sei seit 2011 um rund 90.000 Einwohner gewachsen, Dresden um knapp 40.000. "Dies könnte auch in Zukunft zu weiter steigenden Mieten führen."

Wo ist es in Dresden besonders teuer, wo günstiger?

Das meiste Geld müssen Menschen aufbringen, die in die Innere Altstadt ziehen möchten. Im Schnitt kostet der Quadratmeter dort 8,94 Euro. Dahinter folgen mit 8,55 Euro Loschwitz/Wachwitz und die Wilsdruffer Vorstadt mit 8,47 Euro. Insbesondere im Zentrum werden die Durchschnittspreise durch zahlreiche Neubauwohnungen nach oben gezogen.

So sind am Postplatz, am Neumarkt und an der Kreuzkirche neue Quartiere entstanden. So ist das Wohnquartier "MK4" gegenüber der Kreuzkirche im Februar dieses Jahres fertiggestellt worden. Der Hamburger Projektentwickler Revitalis hat dort 213 Mietwohnungen bauen lassen, darunter befinden sich 32 öffentlich geförderte Sozialwohnungen, für die derzeit lediglich 6,50 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden müssen. Voraussetzung ist jedoch ein Wohnberechtigungsschein. Diesen gibt es nur, wenn man unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt.

Nicht ganz so tief müssen Mieter in die Tasche greifen, die in Gorbitz, Prohlis, Reick sowie Schönfeld/Schullwitz einen neuen Vertrag abschließen. Dort kostet der Quadratmeter zum Teil deutlich unter sieben Euro. Zwischen sieben und acht Euro ordnen sich unter anderem Klotzsche, die Friedrichstadt, aber auch Kaditz und Mickten ein.

Und wo sind die Preise am stärksten gestiegen?

Schönfeld/Schullwitz und Weißig liegen mit ihren Durchschnittsmietpreisen in Dresden zwar in der unteren Hälfte. Allerdings sind die Mieten dort am stärksten gestiegen. Der Quadratmeter ist dort um mehr als drei Prozent innerhalb eines Jahres teurer geworden. Das spricht für die Nachfrage nach Wohnungen im Osten der Stadt. Kräftig zugelegt haben die Preise auch in Coschütz/Gittersee - ebenfalls ein Stadtteil am Rande der Landeshauptstadt.

Am geringsten sind die Mieten in Gorbitz und Strehlen gestiegen. Wobei "gering" relativ ist. Hier ging es immerhin noch um mehr als zwei Prozent nach oben.

Wie viel vom Einkommen geht in Dresden für die Miete drauf?

Klar, von ihrem Einkommen wollen die Dresdner mehr bezahlen als nur die Miete. Lebensmitteleinkäufe, neue Kleidung, Restaurantbesuche und Urlaube gehören schließlich auch zum Leben. Eine Regel besagt, dass die Miete nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens kosten sollte. Das ist der Maßstab, mit dem Immobilienscout24 viele deutsche Städte unter die Lupe genommen hat. In Dresden gehen für die Miete im Schnitt 29,3 Prozent des Einkommens weg, so das Ergebnis. Im bundesweiten Vergleich ist das wenig.

An der Spitze der Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern stehen Frankfurt (32,4 Prozent), Hannover (32,3 Prozent) und Bremen (31,4 Prozent). Auch in Leipzig sind es noch knapp über 30 Prozent, in Chemnitz dagegen nur 28,2 Prozent des Einkommens. Das Immobilienportal hat untersucht, welchen Anteil ihres Haushaltsnettoeinkommens Suchende bereit sind, in den 80 größten deutschen Städten für Mietwohnungen aufzuwenden. Das durchschnittliche Nettohaushaltskommen wurde auf Basis der Angaben ermittelt, die Wohnungssuchende in ihren Profilen hinterlegt haben.

Wie sieht es bei den Bestandsmieten aus?

Auch Mieter, die in ihren Wohnungen bleiben wollen, müssen mit Preissteigerungen rechnen. Der Dresdner Mietspiegel berücksichtigt sowohl Mieterhöhungen innerhalb der vergangenen sechs Jahre als auch neu abgeschlossene Mietverträge in diesem Zeitraum. Daraus ergibt sich ein Durchschnittspreis von 6,67 Euro pro Quadratmeter für die Netto-Kaltmiete. Das ist eine Steigerung von 19 Cent seit 2018.

Gibt es Grenzen für zu hohe Mieten?

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Ja, zumindest für Bestandsmieter. Seit vergangenem Sommer gilt für die Dresden die sogenannte Kappungsgrenze. Demnach darf die Miete innerhalb von drei Jahren nicht um mehr als 15 Prozent angehoben werden, sollte der Vermieter die Erhöhung mit dem neuen Mietspiegel, also der ortsüblichen Vergleichsmiete, begründen. Für neu angebotene Wohnungen gibt es solch ein Instrument nicht. Noch nicht. CDU, SPD und Grüne haben die sogenannte Kappungsgrenze für die Großstädte im Koalitionsvertrag aufgenommen. Eine entsprechende Verordnung ist derzeit in Arbeit.

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