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Kampf um Dresdens Sachsenbad geht weiter

Der neue Geldsegen für Dresden entfacht die Diskussion ums Sachsenbad erneut. Eine Fraktion im Stadtrat fordert, den Verkaufsbeschluss nun aufzuheben.

Eigentlich ist der Verkauf des Sachsenbades beschlossen, nun wird erneut darüber diskutiert.
Eigentlich ist der Verkauf des Sachsenbades beschlossen, nun wird erneut darüber diskutiert. © Sven Ellger

Dresden. Es ist gut zwei Wochen her, dass der Dresdner Stadtrat dem Verkauf des Sachsenbads zugestimmt hat. Zuvor gab es lange Diskussionen und mehrere Versuche, das Denkmal im Besitz der Stadt zu behalten.

Da mittlerweile Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) einen Überschuss von 109 Millionen Euro präsentiert hat, ist nun noch nicht das letzte Wort zum Erhalt des kommunalen Denkmals gesprochen.

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In einem Bürgerforum hatte sich eine klare Mehrheit für den Behalt des Sachsenbades bei der Stadt ausgesprochen. Das Denkmal solle zunächst als Gesundheitsbad saniert und später ein neues Schwimmbad angebaut werden.

In einer Studie hatte die städtische Stesad mehrere Varianten untersucht, wie das Gebäude saniert und genutzt werden könnte, inklusive des Verkaufs an einen Investor. Trotz des eindeutigen Votums der Dresdner hat eine Mehrheit im Stadtrat dann für einen Verkauf für eine Million Euro an einen Investor gestimmt.

"Diese Entscheidung kann keinen Bestand haben"

Nach dem "Fund" der 109 Millionen Euro hat Hilbert dann vorgeschlagen, ein "neues Sachsenbad" zu bauen, im Umfeld des Denkmals. Am Verkauf wolle er aber nicht rütteln. Die Bürgerinitiative, die seit 15 Jahren für den Erhalt des Sachsenbades kämpft, hat darauf einen Verkaufsstopp gefordert.

Die Linke will den Beschluss für den Verkauf aufheben, hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Fraktionschef André Schollbach bezeichnet es als "Gipfel", dass Hilbert nach dem Beschluss zum Verkauf plötzlich so viel Geld "findet". Damit habe sich die Sachlage wesentlich verändert.

Deshalb fordert die Linke per Stadtratsantrag, den Verkauf aufzuheben. OB Hilbert solle einen Vorschlag vorlegen, wie das Projekt im Sinne des Ergebnisses des Bürgerforums umgesetzt werden kann. Also eine Sanierung als Gesundheitsbad und ein späterer Anbau einer neuen Schwimmhalle.

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"Die Entscheidung über den Verkauf des Sachsenbades wurde unter Vortäuschung falscher Tatsachen durch Oberbürgermeister Hilbert erschlichen", sagt Schollbach. "Der Stadtrat und die Öffentlichkeit wurden über die wahre finanzielle Lage der Stadt getäuscht. Der Beschluss zum Verkauf des Sachsenbades wurde damit auf einer in wesentlichen Punkten unzutreffenden Grundlage getroffen. Diese Entscheidung kann daher keinen Bestand haben und bedarf der Revision." Über den Antrag entscheidet dann wieder der Stadtrat.

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