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Kleines Blaues Wunder erst im November frei

Nach zweieinhalb Jahren wird die Brücke am Alberthafen fertig. Warum die Arbeiten viel länger gedauert haben.

Im kommenden Monat soll der neue Rad- und Gehweg auf der Hafenbrücke freigegeben werden.
Im kommenden Monat soll der neue Rad- und Gehweg auf der Hafenbrücke freigegeben werden. © Marion Doering

Dresden. Weitgehend abgeschlossen ist die Sanierung der Brücke über die Schiffszufahrt zum Alberthafen, die auch kleines Blaues Wunder genannt wird. Dennoch kann das instandgesetzte Bauwerk noch nicht wie angekündigt in diesem Monat für Radfahrer und Fußgänger wieder freigegeben werden. 

Bis dahin müssen sie auf dieser Verbindung im Zuge des Elberadwegs zwischen Ostragehege und Flügelwegbrücke noch den provisorischen Rad- und Gehweg nutzen. Denn die neue Fahrbahn muss an die Anschlüsse des Elberadwegs beiderseits der Brücke angepasst werden, erklärt das Straßenbauamt. Dabei sei es zu Verzögerungen gekommen.

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Das kleine Blaue Wunder wurde komplett neu gestrichen. Auf der alten Brücke wurden Farbreste von 1893 entdeckt. Das Hellblau entspricht genau diesem Farbton.
Das kleine Blaue Wunder wurde komplett neu gestrichen. Auf der alten Brücke wurden Farbreste von 1893 entdeckt. Das Hellblau entspricht genau diesem Farbton. © Sven Ellger

Im April 2018 hatte die erste umfassende Sanierung des Bauwerks begonnen. Sie war dringend nötig. Immerhin ist diese kleine Brückenschwester schon genauso alt wie das Blaue Wunder. Die beiden denkmalgeschützten Bauwerke wurden 1893 übergeben.

Entworfen hatte sie Claus Köpcke, der als Geheimer Finanzrat im Finanzministerium für Brücken im Königreich Sachsen zuständig war. Die imposante netzartige Gestaltung der 77 Meter langen Stahlfachwerkbrücke war damals eine technische Meisterleistung.

Da das kleine Blaue Wunder nicht mehr die nötige Tragfähigkeit hatte, musste es bereits 2013 für den Auto- und Lkw-Verkehr gesperrt werden. Als Hafenzufahrt wurde die Brücke ohnehin nicht mehr benötigt. 

Seitdem nutzen sie nur noch Radfahrer und Fußgänger. Da dort auch der Elberadweg verläuft, ist die Verbindung sehr wichtig. Für die Bauzeit wurde ein provisorischer Rad- und Gehweg neben der Brücke errichtet.

Ursprünglich sollte die Sanierung ein Jahr dauern und rund 2,4 Millionen Euro kosten. Geplant war, an der kompletten Stahlkonstruktion Gerüste aufzustellen und sie mit staubdichten weißen Planen zu verhüllen. Doch schon zu Beginn zeigte sich, dass die Belastung zu groß wurde und sich Teile verformten. 

Deshalb wurde zuerst die Hälfte Richtung Flügelwegbrücke verhüllt und saniert und danach die andere. Aus diesen und anderen Ursachen verlängerte sich die Bauzeit auf zweieinhalb Jahre und stiegen die Kosten auf rund 3,5 Millionen Euro. 90 Prozent davon sind aber Fördermittel des Freistaates. 

Die Schäden an der Stahlkonstruktion konnten erst genau erkannt werden, als dicke Rost- und Schmutzkrusten entfernt waren. Erst dann wurde festgelegt, wie die einzelnen Stahlbauteile saniert werden sollen.

Im Mai dieses Jahres war die zweite Brückenhälfte bei der Sanierung noch verhüllt.
Im Mai dieses Jahres war die zweite Brückenhälfte bei der Sanierung noch verhüllt. © Marion Doering

Die Stahlkonstruktion ist frisch gestrichen. Das Hellblau entspricht den Farbresten von 1893, die der Denkmalschutz entdeckt hatte. Auf den Buckelblechen der alten Brücke liegt jetzt die 5,5 Meter breite neue schwarze Brücke mit dem Geh- und Radweg. Die Oberfläche ist aus angerautem Epoxidharz.

Derzeit werden die Anschlussrampen asphaltiert. Zudem werden unter anderem Geländer und Zäune im Bereich der Rampen gebaut. Voraussichtlich Mitte November soll die Hafenbrücke freigegeben werden. 

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Ist das geschehen, wird der Behelfsgehweg wieder abgebaut. Außerdem sind noch einige Nacharbeiten nötig. So wird an zuvor unzugänglichen Stellen die frische Farbe noch ausgebessert, beispielsweise im Bereich des Gerüstes am Behelfsgehweg.

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