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Dresden

Knackige Urteile gegen Drogenschmuggler

Am Landgericht Dresden geht es um Hunderte Kilo Marihuana, die gut versteckt in Tanklastern importiert wurden. Woher das Zeug stammte, ist wohl offengeblieben.

Nach etwas mehr als 30 Verhandlungstagen endete nun am Landgericht Dresden der Prozess gegen eine Bande aus der Raum Berlin, die in Tanklastern versteckt große Mengen Marihuana importiert hat.
Nach etwas mehr als 30 Verhandlungstagen endete nun am Landgericht Dresden der Prozess gegen eine Bande aus der Raum Berlin, die in Tanklastern versteckt große Mengen Marihuana importiert hat. ©  Symbolfoto: Rene Meinig

Dresden. Während andere Dealer mit einem ganzen Gemischtwarenangebot berauschender Substanzen handeln, hat sich eine Truppe aus Berlin und Umgebung gezielt auf Marihuana spezialisiert. Das aber schleusten die Männer in großen Mengen ins Land. Im Frühjahr 2019 beendete die Polizei das Treiben mit Durchsuchungen und Festnahmen der Täter. Am Mittwochnachmittag wurden die Männer im Alter von Mitte 20 bis Anfang 50 nach einem gut halbjährigen Prozess am Landgericht Dresden verurteilt.

Die beiden Hauptorganisatoren der groß angelegten Transportunternehmung, die Albaner Urim Halili und Hektor Isaku, müssen wegen Handels mit Betäubungsmitteln in acht Fällen für jeweils acht Jahre hinter Gitter. Zwei weitere Mittäter wurden wegen Beihilfe zu vier beziehungsweise drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt und ein Lkw-Fahrer aus Spanien erhielt drei Jahre und zwei Monate.

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Nach Angaben des Vorsitzenden Richters Joachim Kubista waren die angeklagten Taten, also Drogenlieferungen mit Tanklastern, zwischen Ende 2018 und April 2019 durchgezogen worden. Dutzende Pakete mit insgesamt bis zu 170 Kilo Marihuana seien auf einem Lagerplatz in Zeesen/Brandenburg nach Anlieferung innerhalb weniger Minuten in Transporter umgeladen worden.

Insgesamt sollen die Täter laut Anklage eine knappe Tonne umgeschlagen haben, anhand der Angaben Kubistas kamen rund 700 Kilo zusammen. Manche Lieferungen hatte die Polizei mit Videotechnik, GPS-Sendern und anderen Maßnahmen überwacht. Auch Hubschrauber waren offenbar eingesetzt worden, um aus der Luft die Taten zu observieren.

Die Angeklagten schweigen

Die Drogen seien bundesweit vertrieben worden, sagte Kubista, neben Sachsen etwa in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Welche Summen die Täter damit verdient haben, blieb unbekannt wie auch die Herkunft des Stoffs. Das Verfahren war bei der Staatsanwaltschaft Dresden anhängig, weil die Ermittler den Schmugglern über Dresdner Dealer auf die Spur gekommen waren, die sich in einer Adresse in Berlin-Charlottenburg mit Marihuana eingedeckt hatten, dem Wohnort eines der Hauptorganisatoren.

Die Angeklagten stammen aus Albanien, Deutschland und Spanien. Die meisten hatten von ihrem Recht zu Schweigen Gebrauch gemacht. Lediglich der Spanier habe eine „Teileinlassung“ abgelegt, so Kubista. Danach habe der Angeklagte behauptett, er habe Flüssigdünger transportiert und nicht gewusst, was sich in den Paketen befinde. Die Behauptung mit dem Flüssigdünger nannte Kubista nicht nachvollziehbar, es hätten sich keinerlei Belege dafür finden lassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Hauptangeklagten elf Jahre Haft gefordert. In der mehr als 30-tägigen Hauptverhandlung ging es teilweise turbulent zu. Das belegten die deutlichen Worte Kubistas zum Beginn seiner Verkündung. Die Urteile seien nicht die des Vorsitzenden, sondern die der ganzen Kammer. Man darf davon ausgehen, dass die Verteidiger die Urteile anfechten werden. Sie hatten teils deutlich mildere Strafen beziehungsweise Freisprüche gefordert.

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