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Dresdens Kraftwerke müssen wieder mehr heizen

Durch das wechselhafte Wetter sind die Anlagen jetzt wieder stärker gefragt. Welche Reserven sie noch haben.

Das Kraftwerk Nossener Brücke muss derzeit wieder mehr heizen. Schließlich ist es jetzt nachts wieder frostig kalt. Allerdings haben die leistungsfähigen Anlagen noch erhebliche Reserven.
Das Kraftwerk Nossener Brücke muss derzeit wieder mehr heizen. Schließlich ist es jetzt nachts wieder frostig kalt. Allerdings haben die leistungsfähigen Anlagen noch erhebliche Reserven. © René Meinig

Dresden. Wegen des Wintereinbruchs im Frühling drehen die Dresdner ihre Heizungen jetzt wieder stärker auf. Das bekommt auch die SachsenEnergie zu spüren, deren sechs Dresdner Kraftwerke jetzt wieder etwas mehr zu tun haben. Lag beispielsweise die Höchstleistung am vergangenen Mittwochmorgen, als es sieben Grad warm war, bei knapp 284 Megawatt (MW), so erreichten die Kraftwerke am Dienstagmorgen bei minus einem Grad 465 MW. „Das ist aber noch weit entfernt von unserem diesjährigen Maximalwert“, sagt Fernwärme-Abteilungsleiter Bernd Lehmann. Am 10. Februar wurde der Rekordwert von 745 MW bei minus 16 Grad erreicht.

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Die höchste Leistung der vergangenen Jahre wurde zuvor am 28. Februar 2018 mit 693 MW bei minus 13 Grad erreicht. Vor Probleme stellt das die Dresdner Kraftwerke aber nicht. Sie haben eine Gesamtkapazität von 812 MW.

Frost ließ vier Hausanschlüsse einfrieren

Der Hauptversorger ist das Heizkraftwerk an der Nossener Brücke mit seinen drei Gas- und einer Dampfturbine. Es ist die effizienteste Anlage mit einem Wirkungsgrad von 85 bis 90 Prozent. Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird die Energie des Erdgases fast vollständig ausgenutzt. Über einen Generator erzeugen die Gasturbinen Strom. Deren 500 Grad heiße Abgase werden im Abhitzekessel dafür eingesetzt, das Wasser für das Fernwärmenetz zu erhitzen. Das Kraftwerk mit seiner Wärmeleistung von 480 MW arbeitet das ganze Jahr über, im Sommer aber auf Sparflamme.

Dass der Winter im Vergleich zu den vergangenen wieder mal sehr kalt war, hat auch Lehmanns Fernwärme-Abteilung zu spüren bekommen. Denn bei dem starken Frost im Februar waren vier Hausanschlüsse eingefroren. Bei allen führten sie zu Gebäuden, bei denen die Heizungen abgedreht waren, da sie unbewohnt sind oder derzeit nicht genutzt werden. Als ein Beispiel führt der Abteilungsleiter das Nickerner Restaurant „Am Obstgarten“ an. „Ansonsten hat unser Fernwärmesystem gut funktioniert“, sagt er.

Abteilungsleiter Bernd Lehmann freut sich, dass die Fernwärme jetzt durch den neuen Elbtunnel neben der Marienbrücke nach Pieschen strömt.
Abteilungsleiter Bernd Lehmann freut sich, dass die Fernwärme jetzt durch den neuen Elbtunnel neben der Marienbrücke nach Pieschen strömt. © Sven Ellger

In den vergangenen Jahren ist der Versorger dabei weiter vorangekommen. Die zum Jahresanfang mit dem Regionalversorger Enso zur SachsenEnergie fusionierte Drewag hat das Netz seit der Wiedervereinigung um 368 auf 618 Kilometer erweitert. Im vergangenen Jahr waren es 18 Kilometer. Allein für den fast abgeschlossenen Anschluss von Pieschen ans zentrale Netz wurden fast 45 Millionen Euro investiert.

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Dafür wurde auch der Fernwärmetunnel neben der Marienbrücke gebaut, der im Dezember vergangenen Jahres in Betrieb genommen werden konnte. Durch ihn strömt auch an den jetzigen kalten Tagen die Fernwärme in die Leipziger Vorstadt und weiter nach Pieschen.

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